Meine Blasenfüsse (Teil zwei)

Meine Blasenfüsse (Teil zwei)

Ich schaue an mir herab, und was ich sehe, gefällt mir nicht.

Oh weh! Jetzt ziehen die heute ohne mich über den Surenenpass. Und ich hocke bei dem Prachtswetter in Zollikerberg fest und wandere höchstens von der Küche auf die Terrasse. Am Donnerstag abend nämlich hielt ich die auch nach sechs Tagen noch geschwollenen, da dauernd am Schuh scheuernden, langsam schwärzlich sich färbenden Blutblasen an beiden Fersenseiten nicht mehr aus und ging in die Permanence im Hauptbahnhof Zürich. Dort freute sich die Ärztin; sie fand, Blasen punktieren, ausschaben, versorgen sei für jeden Mediziner ein herrliches Stück Handwerk. Sie machte sich an die Arbeit und war lustig, wir lachten. Als ich sie dann fragte, ob ich denn am übernächsten Tag, also am Samstag, wieder wandern könne, musste sie besonders fest lachen. Sie fand, ich müsse jetzt vorläufig zweimal am Tag Antibiotikacreme auftragen und einen frischen Verband anbringen. Wenn es keine Entzündung gebe, dann könne ich in zehn Tagen versuchsweise wieder ein, zwei Stunden wandern. Und daher kann ich heute vom Surenenpass nur träumen. Gott sei Dank ist der Herbst noch lang!

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