Mein Bester & Ich

Von Pressplay Magazin @pressplayAT

Mein Bester & Ich

2Komödie

Wenigstens eines gelingt Neil Burgers uninspiriertem Remake einer Komödie, deren enorm populäres Original seinerseits bereits unendlich hinter seiner Zeit zurückgeblieben war: Die überflüssige Neuauflage illustriert unwillentlich, wie persistent ethnische Stereotypen und rassistische Klischees als Massenunterhaltung sind.

Schon Ziemlich beste Freunde ließ sich kaum anschauen, ohne sich vor Fremdscham im Kinosessel zu winden. Der wahre Witz an der filmischen Erfolgsgeschichte liegt in der gedanklichen Vorstellung des Story Pitches: Die wahre herzerwärmende Geschichte der Freundschaft zwischen einem einsamen kultivierten superreichen Weißen und seinem ungebildeten kriminellen schwarzen Angestellten.

Echt jetzt? Ja, echt, alles basiert ja auf realen Begebenheiten, versichert ein Texteinschub am Anfang. Der ist fast das Ende der Haupthandlung, die eine erschöpfende Rückblende auswalzt. Damit killt die dröge Inszenierung die letzten Überraschungen einer altgedienten Story. Die ist ein Konglomerat tumber Vorurteile über Afroamerikaner, Behinderte, Arme, Kunst … Das Übermaß bigotter Tropen macht den Plot zur unfreiwilligen Farce. Von den schematischen Figuren ist lediglich Dell (Kevin Hart) und Phillip (Bryan Cranston) minimale Entwicklung gestattet und selbst diese ist von vornherein klar und willkürlich aufgepfropft.

Bis zum unvermeidlichen Standardende einige Innovationen zu liefern, fällt Burger nicht ein. Stattdessen propagiert praktisch jede Szene ewiggestrige Raster. Dell ist der unmotivierte, unkultivierte Magical Negro, den Phillip Verantwortungsbewusstsein und Kunstsinn anerzieht. Im Gegenzug geben Dells Regelbrüche dem Querschnittsgelähmten frischen Lebensmut. Mehr als eine Runde Autorasen, Eisessen und den obligatorischen Prostituiertenbesuch braucht es dazu nicht. Als Bonus kassiert Dell einen Scheck, der ihm familiäre Stabilität und berufliche Selbstständigkeit ermöglicht. So rosig kann es zwischen Schwarz und Weiß dank etwas Rückbesinnung auf repressive Überlegenheitskonstrukte aussehen.

Regie: Neil Burger, Drehbuch: Jon Hartmere, Darsteller: Kevin Hart, Nicole Kidman, Bryan Cranston, Julianna Margulies, Tate Donovan, Golshifteh Farahani, Genevieve Angelson, Filmlänge: 118 Minuten, Kinostart: 22.02.2019

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Autor

Lida Bach