Mein Abitur, die Oberstufe und der alltägliche Wahnsinn

Hallo meine Lieben!
Nachdem ein Beitrag zur Oberstufe sehr angefragt war, wollte ich das heute in Angriff nehmen. Vorab kann ich nur von meinen Erfahrungen erzählen und da sich das Schulsystem in fast jedem Bundesland unterscheidet, kann ich auch nur vom Saarland erzählen. Nichts desto trotz hoffe ich dass der Post euch hilft!
Allgemeines:Vorab ein paar Informationen zu meiner Schule. Seit der fünften Klasse bin ich auf ein ganz normales Gymnasium gegangen und sollte dort nach gut acht Jahren mein Abitur bestehen. Sprich also dass ich die verkürzte Version hatte,  G8 anstatt G9. Seit G8 eingeführt wurde, wird viel diskutiert dass es schwerer wäre und man in kürzerer Zeit genauso viel lernen müsste. Dem empfinde ich nicht so. Meiner Meinung nach ist der Stoff angepasst und auf jeden Fall machbar. Klar empfindet jeder anders und auch ich hatte meine Schwächen, doch im Allgemeinen hatte ich kein Problem mit der verkürzten Schulzeit und war teilweise sogar froh, da ich so mit 17 schon mein Abitur hatte. Als Nachteil empfand ich aber die beschränkte Auswahl der E-Kurse/Leistungskurse.
Während den vier Halbjahren, also zwei Jahren Oberstufe konnte man bis zu 600 Punkte sammeln und nochmal im Abitur bis zu 300. Mit irgendwelchen Formeln, welche ich nicht verstanden habe, wurde dann der Schnitt berechnet. Allerdings brauchte man eine Mindestpunktanzahl von 450 und durfte auf allen vier Zeugnissen nicht mehr als sieben "rote" (schlechter als 05/ausreichend) haben.
Wie genau es bei ist, könnt ihr auf der Seite des Bildungsministerium eures Bundeslandes nachschauen. Dort habe ich auch alle Lehrpläne gefunden, an welche ich mich gehalten habe.

Meine E-Kurse/ LeistungskurseBevor man in die Oberstufe selbst kommt, wurde ich in der 10. Klasse vor die Wahl gestellt, was denn meine Fächer für die Oberstufe sein sollen. Pflicht waren zehn Fächer von denen zwei E-Kurse sein müssen. Wie oben schon erwähnt war die Auswahl sehr beschränkt, zur Auswahl stand Mathe, Deutsch und eine Fremdsprache. Das dritte Fach, welches nicht gewählt wurde, wurde automatisch als Grundkurs abgestuft. Zusätzlich mussten alle drei Fächer im Abitur gemacht werden. Die E-Kurse schriftlich und das abgestufte Fach entweder schriftlich ODER mündlich.
Ich persönlich habe mich für English und Deutsch als E-Kurs entschieden und habe diese Auswahl auch nicht bereut. Zwar war ich nie sonderlich schlecht in Mathe doch Sprachen machen mir schlichtweg mehr Spaß. Hätte ich frei entscheiden können, hätte ich sehr gerne Politik/Sozialkunde als E-Kurs genommen, doch aufgrund G8 ging das eben nicht.
Der Hauptunterschied zwischen E und G Fächern ist zum einem dass man bei den E-Fächern 5 Wochenstunden hatte und bei den G- Fächern 4. Zusätzlich wurden die Abiturnoten der E-Fächer doppelt gewertet. Die richtige Wahl lohnt sich also!
Mein Abitur, die Oberstufe und der alltägliche Wahnsinn
Die anderen Fächer Neben diesen drei "Hauptfächern" müssen auch noch andere Bereiche abgedeckt werden, woraus ihr meistens die Wahl aus zwei oder drei Fächern habt. Zum einem die Sozialwissenschaften, welche Erdkunde, Geschichte und Politik sind (meins war Politik), dann die Naturwissenschaften, Biologie, Physik und Chemie. Hierbei fiel meine Wahl auf Biologie und die musisch, künstlerischen Fächer sprich Bildende Kunst oder Musik. Meine Wahl fiel auf Kunst, was ich aber um ehrlich zu sein bereue haha. Zusätzlich hatten wir noch Sport, Religion/Ethik und Seminarfach. Seminarfach soll einen auf die Uni vorbereiten und dort mussten wir dann Hausarbeiten schreiben, Vorträge halten etc. zusätzlich zu all diesen Fächern kam noch das Neigungsfach, hier konnte man ein fach nehmen welches man noch nicht hatte aber gerne hätte. Ich habe mich dabei für Französisch entschieden.
Wie finde ich meine richtige Wahl?Auch ich habe oft an meiner Wahl gezweifelt, doch im Nachhinein hätte ich kaum anders gewählt. Hier meine Tipps, auf welche ich selbst geachtet habe:
  • Was macht euch Spaß? Nehmt Fächer bei denen ihr gerne lernt, das hilft ungemein.
  • Was könnt ihr? Wo habt ihr zuvor schon gute Noten geschrieben? Daran könnt ihr euch super orientieren!
  • Welche Lehrer unterrichten welches Fach? und welche Lehrer hatten die Stufe über euch? Meistens gibt es bestimmte Lehrer die nur die Oberstufe unterrichten und bei welchen es sehr wahrscheinlich ist, dass ihr die bekommt. Bei mir liegt viel am Lehrer und ich weiß dass ich in vielen Fächern nicht so viel Freude gehabt hätte mit anderen Lehrern.

Die Vornoten:Wenn ihr eure Fächer gewählt habt und eure Sommerferien zu Ende sind, geht es ans eingemachte. Ich habe in jedem Fach zwei Klausuren pro Halbjahr geschrieben und jedes Halbjahr zählt einzeln für sich. Sprich im zweiten Halbjahr der 11. Klasse wurden die Notem vom ersten Halbjahr nicht dazu gezählt, man hatte also die Chance neu zu starten und musste nicht die vielleicht schlechten Noten ausgleichen. Die Klausurenphase war, das muss ich zugeben, sehr anstrengend und meistens im November bzw April. Zwei bis drei Klausuren pro Woche sind eben kein Zuckerschlecken.ABER habt keine Angst vor dem Versagen! Macht euch nicht zu viel Druck! Wenn ihr im Unterricht aufpasst und anwesend seid, braucht ihr daheim nur noch zu wiederholen (zumindest ging es mir so). Und von einer schlechten Note geht die Welt auch nicht unter, fragt hier einfach nach extra Referaten oder Hausarbeiten um die Note aufzubessern. 
Ich weiß nicht wie es in anderen Bundesländern ist, aber bei uns durfte man pro Halbjahr seine schlechteste Note streichen, welche dann nicht mit in den Abischnitt einberechnet wurde. Sehr praktisch wenn man eine Niete in manchen Fächern ist oder das Falsche gewählt hat.
Mein Abitur, die Oberstufe und der alltägliche Wahnsinn
Das Abitur: Nachdem ich also im März 2016 meinen letzten Schultag hatte, hatte ich gut vier Wochen Zeit mich auf meine vier schriftlichen Prüfungen vorzubereiten. Meine Wahl waren die zwei E-Kurse Deutsch und English, Mathe und Politik. In den vier Wochen sollte man eigentlich genug Zeit haben nochmal alles zu lernen und zu wiederholen. Ich persönlich empfand die Zeit evtl schon als zu viel, aber ich bin auch eher der letzte Minute Lerner und man könnte mir drei Jahre zum Lernen geben, ich würde trotzdem erst in der letzten Nacht davor anfangen :D
Wie schon angedeutet war ich nicht der ultimative, organisiertes Lerner und Schüler aller Zeiten, weder im Abi noch davor und ich glaube ich hätte einen um einiges besseren Schnitt gehabt, wenn ich denn echt mal mehr als die Nacht davor gelernt hätte. Bitte schaut euch das nicht unbedingt bei mir ab, ich hatte glaub echt mehr Glück als Verstand.
Wirklich gelernt habe ich nur für Politik, da mich das auch wirklich interessierte. Für Deutsch und English habe ich die Bücher wiederholt und mir die unterlagen dazu nochmal angeschaut und evtl markiert. Für Mathe habe ich mir zwei Tage lang auf YouTube Videos von TheSimpleMaths angeschaut, da ich auf einmal einfach nichts mehr verstanden habe. Trotz nur Videos gucken hab ich mein Mathe Abitur bestanden, haha. Vielleicht erkennt ihr an meinem Beispiel dass das Abitur halb so wild ist. Es kommt im Normalfall nichts dran, was ihr nicht schon mal im Unterricht hattet. Glaubt an euch und auch hier; macht euch nicht zu viel Druck!
Gut vier Wochen nachdem wir also Abitur geschrieben haben, bekamen wir eine Woche vor dem Mündlichen Abitur unsere Noten. Gott sei Dank hatte allein von den schriftlichen Prüfungen die Mindestpunktzahl erreicht und konnte also entspannt dem mündlichen entgegen blicken. Für die, bei denen noch Punkte fehlten wurde es ernst, wer also wollte und es nötig hatte, konnte sich noch für eine mündliche Prüfung anmelden um seine schriftlichen Prüfungen zu pushen.
Als mündliches Fach hatte ich mir Ethik ausgesucht. Direkt Angst vor der Schwere der Prüfung hatte ich nicht, aber davor dass es Mündlich ist, da ich mich in echt manchmal nicht so gescheit ausdrücken kann. Schreiben fällt mir einfach leichter. Da ich mein Abitur aber schon hatte, hatte ich auch kein Druck mehr und war doch recht gelassen. Mädels die vor mir in der Prüfung waren berichteten mir wie es war und wie streng doch der Zweitprüfer wäre und wie unfreundlich. Das konnte ich nachvollziehen. Ich versuchte mein Wissen zu vermitteln und trotzdem so nett und charmant wie möglich zu sein. Und anscheinend hat es funktioniert.
An dieser Stelle eine kleine Anekdote: Wir hatten das Buch "Glück" von Wilhelm Schmid und meine Prüfung ging größtenteils darüber. Kurz gefasst werden in dem Buch verschiedene Arten von Glück vorgestellt. Der Zweitprüfer stellte mir also die Frage " Als welche Art von Glück würden Sie das bestehen ihres Abiturs zuordnen und warum?". Ich glaube sie hatten erwartet, dass es kein Glück zuzuordnen ist, da ich gelernt habe. Aber Ann-Sophie denkt nicht so weit und meint: "Zufallsglück, da ich kaum gelernt habe und es Zufall war dass Sachen drankamen die ich konnte". Der Blick der Lehrer hättet ihr sehen müssen. Die Antwort wurde Gott sei Dank akzeptiert.

Die Feierlichkeiten:Nachdem der anstrengende Teil also rum war, wurden wir ganz formell zur Zeugnisverleihung eingeladen, welche samstags morgens stattfand. Hier trafen alle Lehrer und Schüler noch ein letztes Mal zusammen und es wurden Reden gehalten, Preise und Zeugnisse verlieren, gelacht und geweint.
Abends stand dann abschließend der Abiball mit allen an und wir hatten einen wirklich schönen Abend. Montags ging es dann für circa die Hälfte noch auf die freiwillige Abifahrt nach Lloret de Mar.
Freizeit:Viele haben Angst dass die keine Freizeit mehr haben während der Oberstufe. Auch ich befürchtete dass ich meinen Hobbies nicht mehr nachgehen könnte und auch echt viele haben mit ihren Hobbies aufgehört. Doch ich finde man braucht Abwechslung und auch mal Zeit zum abschalten und dafür sind Hobbies eben perfekt. Danach kann man mit mehr Elan sich an die Arbeit setzen. Klar sollte auch des Lernen nicht zu kurz kommen, deswegen immer schön die Balance finden. Auch kann man getrost feiern gehen ;-)
Fazit: Glückwunsch an alle die noch am Lesen sind!
Ich persönlich empfand die letzten zwei Jahre als die zwei schönsten meiner Schulzeit. Ich hatte enorm viel Spaß und auch mein Abitur bestanden. Es ist zwar nicht das Beste, aber es reicht für das was ich machen will. Meiner Meinung nach sollte ihr bereit sein zu lernen, aber dafür nicht alles andere aufgeben. Macht euch nicht zu viel Druck und Stress, alles wird gut!
Auch wenn der Post sehr lang ist (fast 2000 Wörter), hoffe ich dass ihr alles verstanden habt und es interessant fandet. Falls ihr noch Fragen habt könnt ihr die natürlich gerne stellen
xo Ann-Sophie

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