Mehrzad Marashi im Interview in Wien über neue Projekte, Live- und TV-Auftritte und die Jugend von heute

Mehrzad Marashi im Interview in Wien über neue Projekte, Live- und TV-Auftritte und die Jugend von heuteAm Samstag, 23. Juli 2011 trat Mehrzad Marashi, charmanter Sieger der 7. Staffel der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“, in der Residenz Zögernitz in Wien auf, Musik-Schlagzeile berichtete. Der Clubbing-Veranstalter Persianality hat den gefühlvollen Sänger nach Wien eingeladen. Wenige Stunden vor seinem Auftritt konnte Musik-Schlagzeile ein Interview mit Mehrzad Marashi führen.

In Deinem neuen Album Change Up“ sind auch zwei Songs, die Du selbst produzierst hast. „She‘s The One“ hast Du Deiner Ehefrau gewidmet und in „All We Need Is Hope“ verarbeitest Du den Tod Deines Bruders. Arbeitest Du an neuen Songs?

Mehrzad: Auf jeden Fall, also ich saß direkt nach der Veröffentlichung des Albums auch wieder im Studio und hab schon wieder zig Songs angefangen und erarbeitet und ich weiß nicht warum, aber im Moment … alles was ich produziere wird Deutsch.

Deine Fans warten ja auf deutsche Lieder.

Mehrzad: (lacht herzlich) Ja, da ich mein eigenes Studio habe, kann ich auch mehr Einfluss daraufMehrzad Marashi im Interview in Wien über neue Projekte, Live- und TV-Auftritte und die Jugend von heute nehmen, was ich aufnehme und was für Musik ich mache. Ich hoffe nicht, dass die Leute überrumpelt werden, weil ich sozusagen wieder kompletten Wechsel habe, aber ich denke, dass auch einige Leute darauf warten, und ich möchte auch die Erwartungen der Menschen erfüllen. Vor allem, ich möchte es ja auch selber. Ich liebe es deutsch zu singen. Ich möchte mich jetzt nicht nur darauf fixieren, weil ich will ja auch größere Ziele haben, möchte natürlich auch internationalen Erfolg haben, das geht natürlich mit deutsch ein wenig schwierig, aber für Deutschland, wir leben ja in Deutschland bzw. in deutschsprachigen Ländern, muss man das auch hinkriegen, zumindest mal hinkriegen deutsch singen zu können, ohne irgendwelche Grenzen vorgesetzt zu kriegen.

Die erste Singleauskoppelung war „Beautiful World“. Wir haben gehört, dass eine zweite Singleauskoppelung kommen soll. Wird es dazu auch ein Musik-Video geben?

Mehrzad: Genau, ja machen wir auf jeden Fall! Wir sind am planen. Es ist noch eine Überraschung, was als nächstes kommt. Wir haben uns einiges genau überlegt, was können wir da nehmen … als nächste Single nehmen, denn Beautiful World spiegelt nicht so 100 Prozent das Album, da das Album ja so ziemlich funklastig ist und so. Da dachten wir eventuell halt wir sollten auch mal eine schnelle Nummer nehmen, eine richtige Partynummer sozusagen, und dazu ein gutes Video drehen. Ja, es wird auf jeden Fall cool werden alles (lacht). Wir sind sehr genau am planen. Das wird richtig groß aufgezogen!

In Deinem Tonstudio produzierst Du sowohl eigene Songs als auch für andere Künstler. Gibt es demnächst eine Single oder ein Album von jemandem, wo Du als Produzent gearbeitet hast?

Mehrzad: Ja, allerdings muss ich ehrlich sagen, ich arbeite natürlich schon mit einigen Künstlern, aber ich habe jetzt im Moment natürlich meinen Fokus ziemlich auf mich selber gesetzt, weil ich jetzt natürlich erstmals an mein eigenes Ziel kommen möchte, bis ich dann die Kraft habe, andere Leute dorthin zu bringen, wo ich hin möchte. Ich bin kein Mensch, der leere Versprechungen macht. Also ich würd‘ jetzt keinem sagen, komm mal her, ich mach dich zum Superstar, weil es ist nicht einfach. Ich weiß, wie schwierig das ist. Es sind einige Leute, mit denen ich musikalisch zusammenarbeite. Aber ich bin halt der Meinung, wenn man Zeit hat und nicht permanent den Druck hinter sich hat einmal was raus zu bringen, soll man die Zeit auch nutzen, sich mit dem Künstler auch zu beschäftigen, und das mach ich, indem ich einfach im Moment viel austeste, mit verschiedenen Künstlern, gucke, in welche Richtung passt deren Stimme am besten, passen die als Person, als Künstler am besten und bis ich dann sozusagen den richtigen gefunden habe, wo ich weiß, okay da stimmt das Äußere, das komplette Paket … das Gesamtpaket (lacht) sozusagen …, wo man sagt, okay den kann ich auf die Bühne lassen und da kann man auch stolz sagen, okay das kommt von mir. Quasi im Endeffekt wiederspiegelt sich das, was du erarbeitest hast, und wenn du da jemanden hast, der da nicht das erbringt, was du erhoffst, wirft das ein schlechtes Bild auf dich selber.

Am 17. September 2011 nimmst Du in Hannover am Open-Air-Konzert „Stars rocken für Vielfalt“ teil. Was bedeutet für Dich dieses Konzept?

Mehrzad Marashi im Interview in Wien über neue Projekte, Live- und TV-Auftritte und die Jugend von heuteMehrzad: Ich find‘s super cool, sonst hätt ich auch nicht zugesagt. Man hat mich gefragt, ich hab vom Anfang an Ja gesagt, sehr gerne! Es kommen ja auch noch ein zwei andere Leute (lacht). Und ja, ich denke das wird eine sehr lustige Veranstaltung. (wird nachdenklich) Aber ich mach‘ im Moment sehr viel, was das angeht, also ich bin im Moment dabei – also ich versuche zumindest, denn ich weiß, dass das alles sehr schwierig ist – ich versuch gerade eine Stiftung zu gründen, soll heißen: „Du kannst es schaffen“. Und dafür hab‘ ich auch schon einen Song produziert und gemacht, also ich bin dabei, einiges zu erarbeiten. Ich setze mich gerne für soziale Sachen ein.

Jugendliche suchen Orientierung. Wenn Du Jugendlichen eine Botschaft mitgeben könntest, was wäre Deine Botschaft?

Mehrzad: Also ich muss dazu sagen, ich war auch sehr sehr lange orientierungslos, weil ich immer der Meinung war, ich will Musik machen und Musik aber in dem Moment unnahbar war. Ich wollte es immer machen, aber ohne finanzielle Unterstützung, ohne dieses richtige Team, das dich da hinbringt, was du unbedingt brauchst, ist es halt sehr schwierig. Also ich kann nur sagen generell, dass jeder Mensch für was im Leben gemacht ist. Der eine kann gut singen, der eine kann gut kochen, der andere kann gut irgendwas im Sport. Jeder hat irgendein Talent von Gott gesegnet bekommen und genau das sollte man für sich entdecken. Man muss sich auch wirklich Zeit nehmen, um zu gucken, was will ich überhaupt im Leben, und nicht einfach planlos – okay der macht jetzt das, okay das will ich auch; der macht damit Geld, das will ich. Man muss für sich selber gucken, was kann ich schaffen, womit kann ich glücklich werden, mein Leben lang das zu tun, weil am Ende Musik ist ja nicht nur Spaß! Man hat echt viel Arbeit, also nicht nur die halbe Stunde Auftritt, die man hat, sondern man ist teilweise wirklich acht Stunden zehn Stunden auf der Autobahn, das drei Tage die Woche, Hin- und Rückfahrt und sieht die Familie kaum. Es gibt negative Sachen, die da natürlich mit einbezogen sind, aber es war immer mein Traum und ich lebe diesen Traum jetzt und für mich gibt’s nichts Schöneres als das, wofür ich geboren bin auch jetzt zu tun. Ich kann einfach nur den Leuten sagen: Verfolgt eure Ziele! Vergesst aber dabei nicht euer Leben! Natürlich muss man parallel jetzt auch arbeiten, um sich einen gewissen Lebensstandard zu leisten, aber ich denke generell, dass wenn man irgendwie was will, lang genug dafür arbeitet, wird es irgendwann auch die Belohnung dafür kommen.

Du bist stolzer Vater. Wächst Dein Sohn Shahin mehrsprachig auf, also deutsch, persisch?

Mehrzad: Dreisprachig. Also ich spreche nur persisch und meine Frau spricht spanisch mit ihm undMehrzad Marashi im Interview in Wien über neue Projekte, Live- und TV-Auftritte und die Jugend von heute Verwandtschaft und Kinder sprechen deutsch mit Shahin, ich teilweise auch, muss ich sagen, gewisse Sachen spreche ich auch deutsch mit ihm. Er versteht auch alles! Ich kann auch dreisprachig ihm sagen „Hol mal die Schuhe“ und er tut es dann auch (lacht herzlich).

Wenn man mit Kindern von klein an in mehreren Sprachen spricht, tun sie sich leichter. Natürlich, bis er flüssig spricht, dauert es ein Stückchen länger, aber wenn sie es dann können, haben sie natürlich etwas fürs Leben, was sie immer gebrauchen können. Ich meine, ich hab selber spanisch in der Schule gehabt. Ich weiß, wie schwierig das ist (lacht)! Und wenn Shahin das als Muttersprache mitbekommt, dann ist es natürlich schon vorteilhaft, gerade deutsch, spanisch – dann muss er nur noch Französisch lernen, obwohl Ähnlichkeiten in der Sprache vorhanden sind, und mit spanisch kannst auch in Italien zurechtkommen.

In der Residenz Zögernitz trittst du im Straußenfestsaal auf, wo bereits die Walzerkönige Johann Strauß Vater und Sohn aufgetreten sind. Was empfindest Du, wenn Du in einem solchen geschichtsträchtigen Raum sein wirst?

Mehrzad: (holt tief Luft) Ohhh ja, das ist natürlich ganz andere Musik, aber es sind namhafte Menschen – Menschen, die Musik im Endeffekt auch geprägt haben irgendwo. Es ist mir natürlich eine Ehre! Vor allem, das ist eine super Location und auch ein sehr netter Veranstalter – und endlich mal eine Bühne mit gutem Sound (lacht aus vollstem Herzen), das erlebt man ja auch nicht so oft, wenn man keine Open Airs hat. Da ist meistens nicht so eine gute Ausstattung, aber das heute ist auch so, wo ich sage, ich bin zufrieden, fühl mich sehr wohl und bin sehr sehr froh, dass ich hier auftreten kann.

Am 14. August sehen wir Dich beim Promi Dinner auf VOX. Hast Du Dich extra darauf vorbereitet und singst Du auch beim Kochen?

Mehrzad: Ich koche natürlich persisch beim Promi Dinner. Ein bisschen hab ich natürlich auch gesungen, aber nicht beim Kochen. Ich hab meinen Gitarristen dazu eingeladen. Es war eine lustige Runde auch. Und ja, ihr könnt euch gefasst machen. Es kommt auch bald diese Kocharena und da bin auch eingeladen. Tja, vielleicht werde ich demnächst Fernsehkoch (lacht schälmisch) … dann bin ich ein kochender Sänger. Ich finde Kochen ist eine Kunst für sich. Man muss viel Liebe reinstecken, genauso wie es bei der Musik auch ist, und man muss experimentieren. Und ja, ich hab immer gesagt, wenn ich nicht Musiker geworden wäre, wär’ ich vielleicht Koch geworden, weil man sich da auch austoben kann. Ich koche leidenschaftlich gerne und daher ist es für mich natürlich schön, wenn ich in Sendungen kommen kann, die ich mir selber auch privat anschaue.

Mit welcher Sängerin würdest Du gerne auf der Bühne ein Duett singen?

Mehrzad: Ja, ist komisch, dass du das fragst, da ich mir echt in letzter Zeit oft Gedanken darüber gemacht hab. Es wär höchstwahrscheinlich Lauryn Hill, die hat „Killing Me Softly“ gesungen. Also ich finde, die ist eine super Sängerin und auch eine charmante Person und ja, es wäre mir eine Ehre, wenn ich mal mit ihr, vielleicht sogar mal zusammen. „Killing Me Softly“ singen könnte (lacht).

Du bist zum dritten Mal in Wien. Kennst Du bereits einen typisch wienerischen Ausdruck?

Mehrzad Marashi im Interview in Wien über neue Projekte, Live- und TV-Auftritte und die Jugend von heuteMehrzad: Ahh, jetzt muss ich mal denken.

Ja, ich sehe es richtig rausrauchen.

Mehrzad: Ich seh’s richtig rausrauchen (lacht) Ne, das weiß ich leider nicht. Aber ich finde es eine sehr interessante Sprache und es ist halt cool, dass man auch mit dem deutschen hier so gut zurechtkommt.

Herzlichen Dank für das nette und interessante Interview! Musik-Schlagzeile wünscht Dir und Deiner Familie alles Gute und viel Spaß und Erfolg. 

Das Interview wurde geführt von Heidi Grün


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