Mehrlingsschwangerschaften durch Kinderwunschbehandlungen?

Nicht nur der „Doppelte-Lottchen-Trend“, sondern auch die Anzahl an Mehrlingsschwangerschaften steigt in Deutschland fortlaufend an

Nicht nur der „Doppelte-Lottchen-Trend“, sondern auch die Anzahl an Mehrlingsschwangerschaften steigt in Deutschland fortlaufend an

Nicht nur der „Doppelte-Lottchen-Trend“, sondern auch die Anzahl an Mehrlingsschwangerschaften steigt in Deutschland fortlaufend an. Im Jahr 2010 wurden deutschlandweit 11 573 Zwillinge geboren, wohingegen 2014 die Anzahl an Zwillingsgeburten auf 12 977 anstieg – ein ähnlicher Zuwachs lässt sich bei Drillingsgeburten beobachten. Dies kann mehrere Ursachen haben.

Steigendes Alter der Schwangeren

Was klingt wie ein Paradoxon, ist tatsächlich eine Erklärung für diesen Zuwachs: Durch das steigende Alter von werdenden Müttern ist die Wahrscheinlichkeit auf eine Mehrlingsschwangerschaft größer. Zu erklären ist dies durch das Follikelstimulierenden Hormon (FSH), was am Ende der reproduktiven Phase mit höherer Konzentration ausgeschüttet wird. Dieses Hormon fördert bei Frauen die Produktion der Östrogene, was dazu führen kann, dass es zu zwei Eisprüngen pro Zyklus kommt und somit mehr als eine Eizelle heranreift. Dieser Prozess lässt sich wie eine Art Torschlusspanik des Körpers zu verstehen.

Mehrlingsschwangerschaften auf Rezept?

Eine weitere, gravierendere Ursache der steigenden Zahlen der Mehrlingsschwangerschaften liegt bei der Einnahme von hormonell wirksamen Pharmaka bei Kinderwunschbehandlungen. Wirkstoffe wie z.B. Clomifen blockieren die Steroidrezeptoren am Hypothalamus und sorgen somit dafür, dass ein vermeintlicher Mangel an Sexualhormonen vorgetäuscht wird und dadurch vermehrt das Follikelstimulierende Hormon (FSH) ausgeschüttet wird. Etwa Zwei Drittel der Zunahme an Mehrlingsschwangerschaften lassen sich auf diesen Prozess zurückzuführen, da manche Frauenärzte dieses oder ähnliche Präparate ohne weitere Überwachung der Dosis im Körper verschreiben.

Allerdings sollten Sie auch bei der künstlichen Befruchtung mittels einer Reagenzglasbefruchtung (in vitro fertilisation (IVF)) Acht geben. Etwa 22 % der Frauen, die an einer IVF-Behandlung teilnehmen, bekommen Mehrlinge. Das ist darauf zurückzuführen, dass nach einer Befruchtung im Labor bis zu drei befruchtete Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt  werden – Mehrlingsschwangerschaften können die Folge sein.

Risiko auf Früh- und Fehlgeburten

Solch eine Mehrlingsschwangerschaft bedeutet nicht nur erhöhte physische und psychische Beanspruchungen, sondern kann mit vielen Komplikationen verbunden sein. Häufig kommt es schon während der Schwangerschaft zu vorgeburtlichen Entwicklungsstörungen, aufgrund von verminderter Plazentafunktion und verminderter Uterusdurchblutung. Etwa Dreiviertel aller Mehrlingsgeburten müssen deshalb mit einem Kaiserschnitt durchgeführt werden.

Wägen Sie daher Chancen und Risiken von Kinderwunschbehandlungen gegeneinander ab, um eine für Sie bestmögliche Entscheidung treffen zu können.

Autorin: Lea Sentner

Bild-Copyright © karenwarfel/pixabay


wallpaper-1019588
Kurz hinterfragt
wallpaper-1019588
Mein fahrradfreundlicher Arbeitgeber Teil 3
wallpaper-1019588
Plastic Planet? Tampons und Binden unter der Lupe
wallpaper-1019588
Manga von 13-Jähriger wird veröffentlicht
wallpaper-1019588
Taste Tours
wallpaper-1019588
Hanau: Tobias R. war kein rechtsextremer Terrorist
wallpaper-1019588
Nach PAX East storniert Sony auch die GDC 2020
wallpaper-1019588
„Die zwölf Häuser“ erscheinen im Fasching