Mehr Selbstbewusstsein = mehr Gehalt?

Wenn man den Artikel “Das bescheidene Geschlecht” auf Spiegel Online liest, ist man überrascht – weil scheinbar viele junge Frauen sich und ihre Kompetenz total unterschätzen und sich so beim Berufseinstieg völlig unter Wert verkaufen.

Man ist verständnisvoll – gegenüber der Absolventinnen, denn selbst ist oder war man doch auch ziemlich ratlos in Sachen Einstiegsgehalt.

Man ist hoffnungsvoll – ist das Thema doch immer wieder in den Medien präsent, regt zum Nachdenken an, bewirkt möglicherweise Änderungen.

Man ist aber vor allem eines. Man ist sauer – denn offensichtlich geschieht nicht genug, den jungen Absolventinnen wird nicht richtig vermittelt, was sie wert sind, wie sie sich verkaufen – und unterm Strich bedeutet dies, dass sie unterbezahlt werden, im Vergleich zu den männlichen Kommilitionen weniger verdienen – man nutzt ihr mangelndes Selbstbewusstsein und Selbstbwertgefühl schamlos aus und sichert sich hochqualifizierte Mitarbeiterinnen für wenig Geld. Rein wirtschaftlich durchaus nachvollziehbar, aber gerecht ist es nicht.

Im Schnitt, so heißt es in dem Artikel, rechnet eine Studentin in ihrem ersten Vollzeitjob mit einem Bruttogehalt von 2877 Euro im Monat – ein Stundent hingegen hofft von vorne herein schon mal auf 3456 Euro, was rund 20 Prozent mehr sind. Selbst das beste Viertel der weiblichen Absolventen erwartet ein geringeres Gehalt als die schlechtesten 25 Prozent der männlichen Kommilitonen.

Was kann man dagegen tun? Auf den Gerechtigkeitssinn der Unternehmen hoffen? Besser nicht.  Den Misstand weiter publik machen und die Betroffenen dazu bringen sich mit dem Thema auseinander zu setzen? Klingt nach einem Plan. Mehr Angebote von Seminaren und Workshops fordern bei denen die Universitätsabgängerinnen richtig auf die Thematik vorbereitet werden? Unbedingt! Sich selbst etwas mehr (zu)trauen und? Klar!


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