Medien-Nachlese: Jafar Panahi und die Berlinale (1)

In der Berliner Morgenpost kommt meine Freundin Katayun zu Wort: Der Platz des Regisseurs ist leer

Offside”! Genau da befinden sich Frauen im Iran seit der 1979er Revolution. Abseits! Ich selbst, Deutsch-Iranerin, lebe seit 1977 in Deutschland und gehöre nicht zu den Frauen im Iran, die sich immer im Abseits befinden. Ich atme täglich die Freiheit. Ich schreibe, was ich will, wähle, was ich will und vor allem bin ich, was ich bin, ohne Repressalien erwarten zu müssen. Was wäre mit mir passiert, wäre ich vor 34 Jahren nicht nach Deutschland gekommen? Wäre ich Richterin geworden, wie Shirin Ebadi, hätten die Religiös-Konservativen mir mein Richter-Dasein aberkannt. Und wäre ich Filmemacherin geworden, wie Jafar Panahi, würde ich nun Gefängnisstrafe und Arbeitsverbot erwarten müssen. Ich höre auf, mich mit solchen Helden zu vergleichen, und damit meine ich auch das ganze iranische Volk, das für die Freiheit sein Leben riskiert.

Die Argumente, die sie für die Freiheitsberaubung dieses Volkes benutzen, sind nicht nachvollziehbar. Was ist das für ein Urteil im Falle von Panahi “offene Unterstützung der Protestbewegung , Konspiration und Propaganda gegen die Regierung im Iran”. Schlimmste Propaganda betreiben die Machthaber dort doch selbst. Jetzt gehe ich in den Berlinale-Palast und schaue mich um, auf der Suche nach dem großen iranischen Helden Jafar Panahi. Dann drehe ich mich zu den anderen Berlinale Juroren um, z. B. zur Isabella Rossellini, die neben sich den Platz für Panahi leer lädt, und sage stumm zu mir selbst, auf persisch: “Djasch Khaliye!” Das sagt man im persischen, wenn einem Jemand fehlt. Übersetzt heißt das: “Sein Platz ist leer!”

Katayun Pirdawari ist in diesem Jahr eine der zwölf Juroren der Morgenpost-Leserjury


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