Martin Schulz, der Don Quichotte der SPD?

Martin Schulz, der Don Quichotte der SPD?Manche nennen den Kanzlerkandidaten der SPD, den Ex-Bürgermeister von Würselen Martin Schulz, schon den Don Quichotte der SPD, der gegen Windmühlen anreitet.

Es gibt aber einen generellen Unterschied zwischen dem Don Quichotte des Miguel de Cervantes und dem SPD-Kandidaten:

In Cervantes‘ Parodie auf das Rittertum glaubt Protagonist Don Quichotte de la Mancha an das, was er tut – bei Schulz ist das Ganze doch nur noch eine Lachnummer.

Schulz könnte, was bei Politikern fast aller Couleur durchaus als Regelfall angenommen werden darf, einfach nur lügen und bewusst falsche Bilder aussenden, um seinem und dem Machterhalt seiner Partei zu dienen. Das finde ich nicht korrekt, aber es entspricht der „Cosi fan tutte(So machen es alle)“-Haltung, die in unserer neoliberalen Gesellschaft immer mehr regiert.

Sollte der SPD-Kanzlerkandidat aber an den Schwachsinn glauben, den er bei jeder Gelegenheit in jedes hingehaltene Mikrofon von sich gibt, frage ich mich, ob er den Unterschied zwischen einem Neurotiker, einem Psychopathen und einem Psychiater kennt:

Der Neurotiker baut Luftschlösser, der Psychopath zieht darin ein und der Psychiater kassiert die Miete!

Das Zitat „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.“ wurde zunächst Wilhelm Busch, dann Bertolt Brecht und letztlich dem Kabarettisten Werner Kroll zugeschrieben, der es um 1945 zuerst vortrug. Es beschreibt aber das Verhalten der immer Reicheren gegenüber der wachsenden Zahl von Armen in unserem Land besser, als alles andere, was ich je zu diesem Thema gehört oder gelesen habe.

Gerechtigkeit: Erst verprügeln, dann Schmerzpillen versprechen

Eine der häufigsten Fragen, die ich zur Schulz-Kandidatur in den Medien höre und lese, ist die Frage, warum Martin Schulz es nicht schafft, in einem Land, das schon 40 Prozent der Bevölkerung nicht mehr an Wachstum und Wohlstand teilhaben lässt, mehr Wähler für seine SPD zu begeistern.

Für mich eine rhetorische Frage, denn die Antwort kennt doch jeder, der die letzten 20 Jahre nicht verschlafen hat:

Seit 1998 regierte die SPD in unserem Land bis heute insgesamt satte 15 Jahre. Davon 7 Jahre in Koalition mit den Grünen und zweimal 4 Jahre zusammen mit der CDU/CSU – nur unterbrochen von vier Jahren Schwarz-Gelb, was die FDP ja dann bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2013 die Mitgliedschaft im Bundestag kostete.

Fünfzehn Jahre Zeit, die Interessen der eigenen Wählerschaft zu bedienen, aber die SPD hat stattdessen unter Gerhard Schröder neoliberale Ziele unterstützt und insbesondere die Arbeiterschaft in Massen in prekäre Arbeitsplätze gedrängt.

Während der Genosse der Bosse Schröder sich mit Zigarre im Nadelstreifen ablichten ließ, begannen in Deutschland Hartz 4, unbegründet befristete Anstellungen, Ein-Euro-Jobs und was der Folterkoffer der Neoliberalen noch so alles an Marterwerkzeugen zur Willensbrechung bei der ärmeren Bevölkerung bereit stellt.

Der neoliberale Ausverkauf mit Hilfe der SPD

Es gibt also einen Hauptgrund, warum die SPD keinen Fuß mehr auf den Boden bekommt: Die frühere Arbeiterpartei hat ihr Klientel letztlich zum Machterhalt an die Konzerne verkauft und sich damit zur Arbeiterverräter-Partei hochgedient – Hauptsache, man bleibt an der Macht, wenn auch nur als Juniorpartner in einer Großen Koalition.

Und der „Heilige“ Martin Schulz hat als europäischer Parlamentspräsident fleißig daran mitgewirkt und sich gut dafür bezahlen lassen, während die Arbeitnehmer von Schröders Agenda 2010 und den Folgen ins Präkariat gedrängt wurden.

Heute tönt der lächerliche Möchtegern-Kanzler herum, er werde das Pflege-System in Deutschland deutlich verbessern (wenn er denn Kanzler wird…), und zwar mit mehr Kräften und höheren Löhnen. Eigentlich könnte er auch versprechen, dass es Geld vom Himmel regnet – glauben würde man es ihm doch sowieso nicht.

Bild: Foto-AG Gymnasium Melle, CC BY-SA 3.0

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