Mars die 1.

Meine erste Beobachtung des Planeten Mars mit meinem 114/900 Newton Teleskop.

Nachdem ich nun den Mond und den Jupiter ausgiebig beobachtet habe, machte ich mich auf die Suche nach einem neuen Ziel.
Generell ist es so, dass gerade die großen Planeten sehr gut zu beobachten sind, daher fiel meine Wahl zunächst auf den Saturn. Leider war er zu dieser Zeit aber nicht zu beobachten. Die nächst größeren Planeten wären dann Uranus und Neptun gewesen, diese sind mit Optiken wie meiner auf Grund ihrer Entfernung jedoch kaum zu erkennen.
Bleiben also Mars und Venus. Da die Venus auf Grund ihrer Nähe zur Sonne ist sie meist nur in den frühen Abend- oder späten Morgenstunden zu sehen.  Da es jedoch breits später Abend war,  entschied ich mich für den Mars.

Theoretisch kann man mit einem 4,5“ Newton schon einige Details auf der Oberfläche dieses Planeten erkennen. Da wären zum einen Albedo Strukturen, dies sind hellere und dunklere Regionen auf der Oberfläche des Planeten.
Zum Anderen hat der Mars, ähnlich wie die Erde, mit Eis bedeckte Polkappen, welche man auch mit Amateur-Teleskopen schon sehen kann.

Ich habe dann zuerst die ungefähre Position des Mars am Sternenhimmel mit Hilfe einer Sternenkarte gesucht. Er hielt sich zu dieser Zeit Süd-Östlich im Sternbild Löwe auf. Mit diesem Hinweis konnte man ihn schon mit dem bloßen Auge sehr gut ausmachen, man sieht ihn als rötlichen Stern mittlerer Helligkeit.

So nun ging es an das Teleskop. Für diese Beobachtung habe ich mich dann auch nach draußen gewagt, ich habe also mein Teleskop aufgebaut und es ca. eine halbe Stunde auskühlen lassen.

Zunächst habe ich den Mars grob mit dem Teleskop anvisiert und ihn dann durch feine Bewegungen in das Gesichtsfeld geholt. Ich hatte ein 20mm Okular im Teleskop, dies entspricht bei meiner Optik einer Vergrößerung von 45x.
Der Größenunterschied gegenüber Jupiter war deutlich zu erkennen. Wo mir der Jupiter sofort als kleine Scheibe erschien, ist es bei dem Mars schon nichtmehr so offensichtlich.
Auch die Nachteile der eher unterdimensionierte EQ-1 Montierung die mit meinem Teleskop geliefert wurde, machten sich deutlich bemerkbar. Jede kleinste Berührung lies den kleinen roten Punkt sehr stark wackeln, selbst etwas stärkere Winde zeigten sich so.
So wurde es äußerst schwer das Objekt im Okular scharf zu stellen. Mit viel Geduld gelang es mir aber schließlich ihn einigermaßen scharf zu bekommen.
Hier fiel mir auch wieder auf, dass man sich bei der Beobachtung unbedingt Zeit lassen sollte. Je länger ich mir diesen Punkt anschaute desto besser konnte ich ihn erkennen.

Nachdem ich dachte das Optimum aus dieser Vergrößerung herausgeholt zu haben, beschloss ich diese zu erhöhen.
Ich schraubte dazu mein 4mm Okular in das Okular (dies entspricht bei diesem Gerät einer Vergrößerung von 225 fach). Hier wurde mir aber deutlich, was ich im Vorfeld schon gelesen hatte. Meine Optik und die nicht gerade Optimalen Beobachtungsbedingungen sowie die wackelige Montierung machten es mir unmöglich dieses Bild scharf zu stellen.

Also wieder einen Schritt zurück. Alternativ nahm ich daher meine 3 fach Barlow-Linse in Kombination mit dem 20 mm Okular zur Hilfe. Die Dreifach Barlow-Linse steigert die Vergrößerung, wie der Name schon sagt, um das Dreifache, also auf 135-fach. Mit dieser Vergrößerung erschien der rote Punkt im Okluar auch tatsächlich größer.
Ich muss jedoch sagen, dass auch hier die wackelige Montierung und das schlechte Seeing das Beobachten nicht angenehmer machten. Schlussendlich war das beste Ergebnis meiner Meinung nach mit der kleinste Vergrößerung zu erzielen. Ich konnte zwar noch keine Details wie Albedo Strukturen oder die Pol-Kappen sehen, war aber trotzdem begeistert und mit ein wenig mehr und hochwertigerem Equipment werde ich sicher noch bessere Ergebnisse erzielen können.

 

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