Markt oder Befehl?

Markt oder Befehl?Der freie Markt kann alles!
von Tommy Casagrande
Immer wieder stoß' ich in Diskussionen auf Aussagen, die nicht logisch sind. Das merke ich beispielsweise dann, wenn der Begriff Markt darin vorkommt. Als Voluntarist bin ich überzeugt, alles was der Staat an Leistungen erbringt, lässt sich auch durch den Markt bereitstellen.

Wieso bin ich dieser Überzeugung ?

Der Markt ist zwar als Begriff ein Abstraktum, dennoch meint er etwas ganz konkretes, ohne dass es keinen Markt geben kann - Menschen. Ein Markt besteht aus Menschen. Er besteht weder aus Kartoffeln, noch aus Porsches, sondern er besteht aus Menschen.

Wenn ich behaupte, es gibt nichts, dass der Markt nicht hervorbringen kann, dann sage ich nichts anderes, als dass es nichts gibt, das Menschen nicht hervorbringen können. Denn, egal ob wir uns in einem Staat oder einem Markt befinden, es sind immer Menschen, die etwas hervorbringen.


Auch ein Staat besteht aus Menschen. Und wäre dies das Kriterium, es gäbe keine Unter-scheidung zwischen dem, was wir Markt, und dem, was wir Staat nennen. Der Unterschied zwischen Staat und Markt besteht in den Bedingungen, unter denen Menschen miteinander leben.

In einem Staat sind es Befehle, denen man zu gehorchen hat. Die Leistungen des Staates werden nicht freiwillig erbracht.

Im Markt müssen Leistungen freiwillig erbracht werden, da sich Markt durch Freiwilligkeit definiert.

Es gibt in einem staatenlosen Markt die gleichen menschlichen Bedürfnisse wie in einem Staat. Der Unterschied liegt in der Art der Finanzierung und der Art diese Bedürfnisse zu befriedigen. In einem Staat gilt das Primat des Rechts des Stärkeren. Das bedeutet, jener, der auf der Seite der Bürokraten und der Beamten oder der Mehrheit steht, gehört zu jener Achse, die aufgrund ihrer Macht den Unterlegenen ihren Willen aufzwingen kann. In einem Markt gilt das Primat der Verträge. Einen Vertrag einzugehen, kann niemand zu gezwungen werden. Im Staat gibt es keine Verträge. Und wenn es sie gibt, so sind sie nur so lange gültig, bis sie als ungültig erklärt werden.

Es ist unsinnig zu behaupten, dass Menschen unter den Bedingungen von Gewalt eher dem Anspruch gerecht werden, die Bedürfnisse der Mitmenschen zufrieden zu stellen, als es Menschen unter den Bedingungen von Freiwilligkeit täten.

Jene Bedürfnisse, die mittels Gewalt befriedigt werden, würden unter den Bedingungen der Gewaltlosigkeit erst recht befriedigt werden. Denn wenn es sich um derlei starke Bedürfnisse handelt, dass hierzu Gewalt als so wichtig erscheint, dann werden die Menschen ohne Gewalt erst recht Mittel und Wege finden, diese Bedürfnisse zu stillen.

Es spräche beispielsweise nichts dagegen, die staatlichen Leistungen einem Konkurrenzkampf auszusetzen, der im Wettbewerb mit den Ideen von Menschen steht, die keine Gewalt dafür einsetzen. Doch die Staaten erlauben es nicht. Lieber verschulden sie sich noch mehr. Und Schuld wird jener Idee zugesprochen, deren fehlen zu den Problemen führt, dem Markt.

Der freie Markt kann alles, weil freie Menschen von niemandem gehindert werden, Ideen zu realisieren, die dazu führen, anderer Menschen Leben zu verbessern. Gewalt ist keine Qualität des Zivilisationsprozesses. Gewalt ist der Teil unserer Instinkte, der sich noch nicht entschieden hat, ob er Mensch sein oder Tier bleiben will. Das unreflektierte Grunzen, dass sich wie ein Orkan über den eben noch friedlich scheinenden Geist legt, macht aus der gesellschaftlichen Weide einen Schweinestall.
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