Marius, acht Jahre alt, beschreibt möglichst genau eine Kuh ;-)

In einer Großstadt in Deutschland sind die großen Ferien zu Ende und die frisch gebackenen Schüler der dritten Klasse strömen in ihr Klassenzimmer und es ist ein riesiges ‚Hallo’ und ganz viel Freude zu spüren, da sie sie wieder treffen. Die acht- bis neunjährigen Kinder sind sich alle nun stolz bewusst, nicht mehr zu den ganz Kleinen an der Grundschule zu gehören und freuen sich sogar auf den Unterricht, als ihre Lehrerin, kurz nach dem Klingeln zum Stundenbeginn, hereinkam. Auch sie lässt die Schüler erst einmal plappern, um dann auf das Thema ‚Ferien’ zu kommen. Die Finger fliegen hoch, denn jeder hat irgendwas zu diesem Thema zu sagen. In der zweiten Stunde nun, sollen die Kinder einen Aufsatz über ihre Ferien schreiben, doch um die Aufgabe zu präzisieren, sollen sie nur von einer Sache berichten und möglichst nicht abschweifen.

Marius schreibt

Marius ist ein äußerst sachlicher kleiner Kerl, ein Math-As, im Deutschen zwar gut, aber der emotionale Aufsatz, nun, der ist nicht so ganz sein Metier. Doch auch er setzt sich jetzt konzentriert mit seinem Ferienthema auseinander, war er doch mit den Eltern und seiner kleinen Schwester auf einem Bauernhof, na, und da gibt es eine Menge zu beschreiben.

Am Nachmittag darf die Lehrerin dann folgendes von Marius lesen:

Kuh Gezeichnet

Die Kuh

Die Kuh ist ein Säugetier und ein Haustier. Sie hat sechs Seiten. Links und rechts, oben und unten, hinten und vorn. Sie ist überall mit Rindsleder bezogen. Hinten hat sie einen Schwanz und einen Püschel dran, damit jagt sie die Fliegen fort, dass sie nicht in die Milch fallen.

Vorn ist der Kopf, damit die Hörner darauf wachsen können und Platz haben. Die Hörner braucht die Kuh zum Stossen und sie hat ein großes Maul zum Brüllen. Unten an der Kuh hängt die Milch heraus. Die wird niemals alle und ist zum ziehen eingerichtet. Wenn die Leute daran ziehen, kommt die Milch. Die Milch wird immer mehr. Die Kuh hat einen feinen Geruch und man kann sie schon von der Ferne riechen, denn das machen der Wind und die gute Landluft. Der Mann von der Kuh ist der Ochse. Er sieht genauso aus wie die Kuh, nur hängt unten keine Milch dran. Darum ist der Ochse auch kein Säugetier. Der Ochse ist ein ganz böses Schimpfwort, das nur mein Vater sagen darf. Die Kuh kriegt jedes Jahr ein Kalb, wie sie es macht, weiß ich auch nicht. Das Kalb ernährt sich durch Nuckeln. Die Kuh lebt vom Gras, Kartoffelschalen und Butterblumen. Wenn das Futter gut ist, macht sie gute Milch und Sahne. Wenn es donnert, wird die Milch sauer. Dann gibt es Joghurt. Die Kuh braucht nur wenig Futter. Was sie einmal gegessen hat, isst sie öfters, weil sie alles zweimal kaut, bis sie satt ist. Wenn sie einmal runterschluckt, dann rülpst sie und dann hat sie das Maul wieder voll.