Männer ansprechen – wie das wohl so ist…?

Kinners, endlich gibt es mal wieder ein Schreibthema. Haben uns eine ganz schöne Weile nicht gelesen, wa? Na macht nichts, jetzt bin ich ja da :-) Heute soll es um Männer gehen (ich weiß, das tut es selten), und zwar im Detail darum, diese wundersame Spezies in freier Wildbahn anzusprechen. In meinem Leben, habe ich (im nüchternen Zustand) noch niemals nie einen Mann angesprochen, könnt ihr euch das vorstellen? Wenn ich jetzt so drüber nachdenke muss ich fast sagen “Hut ab vor mir selbst”, dass ich das so kontinuierlich durchgezogen habe. Bestimmt habe ich mal einen nach Feuer gefragt oder nach dem Weg, nur irgendwas flirtmäßiges kam wohl noch nie, oder wenn überhaupt nur sehr selten in Momenten der Unzurechnungsfähigkeit, über meine Lippen. Da braucht ihr gar nicht so schmunzeln, vor allem nicht ihr Männer da draußen, die meinen, mit Sprüchen à la “Hab meine Nummer verloren, gibste mir deine?” könne man die Frauenwelt für sich gewinnen. Kann man(n) nicht. Aber gut, das soll hier nicht das Thema sein. Männer anzusprechen ist für mich tabu (bis jetzt), aber warum eigentlich?

ANGST!

Warum…? Nun ja, dafür wird es wohl viele Gründe geben. Beginnen wir doch mal mit dem ersten und wichtigsten: Ich habe Angst. Angst, dass der Mann sich wegdreht. Angst, dass er mich auslacht. Angst, eine Abfuhr zu bekommen. Angst, mich zu blamieren… Angst eben. In meiner Vorstellung passiert es im Moment noch nicht, dass ich auf einen Mann zugehe, ihn anspreche und er sich mir freudig zuwendet, lacht, flirtet und mich ein paar Jahre später heiratet. Fühle ich mich nicht heiß und liebenswert genug? Nun ja, im Grunde schon, nur wenn ich mich in Münchens Single-Ladies-Kreisen so umsehe, könnte ich wohl noch ein bisschen mehr Selbstliebe vertragen um nicht depressiv zu werden. Die sehen alle so unglaublich gut aus und sind schlank und wahnsinnig gut gekleidet. Ich bin dafür schlau, was wohl in meiner Vorstellung noch ein kleines bisschen an Attraktivität und  Präsenz gewinnen darf.

Na los, mach mal!

Tabu ist das Ansprechen der männlichen Gattung auch deswegen, weil die bestehende Angst nur zu oft gepaart ist mit freundlichem, aber stetigen Druck von außen. Menschen, die mich mögen, meinen  es gut mit mir und geben mir Tipps, wen ich denn mal ansprechen könnte. “Schau mal der da an der Bar, der wäre doch was für dich!” sagen sie dann, und auch wenn sie es ziemlich sicher sehr lieb meinen, kommt bei mir doch das Gefühl der Notwendigkeit an, mir einen Partner zu vermitteln. Nun bin ich ein Mensch, der ziemlich gerne Dinge selber entscheidet (vor allem die Dinge, bei denen es um mich und zukünftige Ehemänner geht), und reagiere somit auf jeden Vorschlag erst mal mit Ablehnung. Dazu kommt, dass eben diese vorgeschlagenen Ansprech-Opfer meistens nicht wirklich mein Typ sind. Zudem muss ich ehrlich sagen, kann ich mir Angenehmeres vorstellen, als quasi den ersten Mann meines Lebens vor den prüfenden Augen meiner Freunde anzusprechen. Geht’s nämlich schief, bekomme ich Mitleid wo ich keines will, klappt es, kann ich sicher sein, in meiner Hochzeitsrede Worte wie “wenn ich dich nicht geschickt hätte…” zu hören. Will ich auch nicht. Ich kann das alleine. Zumindest will ich es alleine können – dauert halt ein bisschen.

Was ist daran so schlimm?

Ich hole mal ein kleines bisschen aus. Anfang des Monats durfte ich einem Seminar beiwohnen. Unter anderem habe ich hier gelernt, dass wir Situationen, in denen wir zum Beispiel Angst empfinden, ein ganz bestimmtes Bild vor Augen haben. Dieses Bild ist ein ziemlich schlechtes Bild, sonst hätten wir ja keine Angst davor. Einer, der zum Beispiel Flugangst hat, sieht vielleicht ein Bild von einer abgestürzten Maschine mit vielen toten Menschen, oder ähnlich grausamen Szenarien. Wenn ich mir mal so überlege, welches Bild ich vor Augen habe, wenn ich mir vorstelle, einen Mann anzusprechen, ist es eher ein Schwarzweißfilm, in dem ich auf den Mann an der Bar zugehe, ihm auf die Schulter tippe, und er einfach nicht reagiert. Je mehr ich tippe, desto mehr dreht er sich sogar noch von mir weg. Wenn ich nun also einen Mann sehe, der mir gefällt, spielt sich sofort diese Szene in meinem Kopf ab. Dass ich daraufhin nicht mehr so viel Elan habe, den Mann anzusprechen, ist für mich eine logische Schlussfolgerung.

Neue Bilder

Nun gilt es also, dieses schlechte Bild irgendwie so zu verändern oder überspielen, dass das Gefühl nicht mehr doof sondern super ist. Ziel ist somit, dass ich mich in einer solchen Situation nicht mehr ängstlich, sondern gut fühle. So haben wir irgendwann im Kurs auch gelernt, wie wir einen Menschen in Trance versetzen können (gemäß dem Fall, er möchte das :-) ). Man fängt an mit Sätzen wie “du bist in Sicherheit” oder “du kannst mir vertrauen” und geht dann über zu Aussagen wie “je tiefer du atmest, desto mehr kannst du dich entspannen” und so weiter und so fort. Just in dem Moment, als wie die Übung beendet hatten, dreht mein Trainer sich zu mir um, grinst mich breit an und sagt: “Carrie! Das ist die Lösung für dein Problem!” Einfach mal in einer Bar auf einen Mann zugehen, ihm sanft die Hand auf die Schulter legen und mit den Worten “Du bist in Sicherheit und kannst mir vertrauen…” das Gespräch eröffnen. Wenn er dann noch nicht schreiend weggerannt ist, könnte ich noch ein “Je länger meine Hand auf deiner Schulter liegt, desto gewillter bist du, mir deine Telefonnummer aufzuschreiben…” hinterherschieben. Der Gedanke an dieses Szenario lässt mich lachend auf dem Boden liegen!! Natürlich würde ich das niemals in echt so machen, doch die Vorstellung es zu tun ist zum Brüllen komisch. Wenn ich mir nun also vorstelle, einen Mann anzusprechen, denke ich an die Hand auf der Schulter, muss lachen und fühle mich gut statt ängtlich. Klingt einfach – kann es ja auch sein.

Ziel ist es wohl, irgendwann dann nur noch innerlich zu lachen, ich nehme nämlich fast an, dass es für einen Mann befremdlich sein könnte (muss nicht), wenn eine Frau im Begriff ist, ihn anzusprechen, und sich stattdessen einfach nur kaputtlacht. Oder vielleicht ist eben genau das ein guter Opener, wir wissen es nicht. Ich für meinen Teil werde das irgendwann wenn mir danach ist mal testen, und danach live berichten, wie es gelaufen ist. Denn wenn wir mal ehrlich sind, ist das Schlimmste, was uns passieren kann eine Abfuhr, und die bekommen wir auch zu genüge, wenn wir online nach Dates suchen. Und da, wie wir wissen, müssen wir auch nicht daran sterben. Wahrscheinlich ist es also alles halb so wild :-)

xoxo_Carrie_2

 

photo credit: Tjook via photopin cc


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