Mangelndes Feedback ist frustrierend

Erstellt am 18. Juli 2015 von Markuswaeger @markuswaeger

Nicht zum ersten Mal möchte ich mich – muss ich mich – über das Thema Rezensionen und Feedback auslassen, denn es nagt mir am Herzen und frustriert mich. Ich denke es muss thematisiert werden und wieso nicht von mir, da es mich betrifft und in gewisser Weise betroffen macht.

Wir alle informieren uns wohl regelmäßig oder zumindest gelegentlich in Foren, auf Plattformen und bei Anbietern über das was Kunden über ein Produkt schreiben und wie sie es bewerten – ob es um Reisen, Hotels oder Bucher geht.

Die Meisten von uns wissen auch, dass es nicht jeder Anbieter dem Zufall überlässt, wie seine Produkte bewertet werden. Manche – ich hoffe die meisten – bemühen sich so gute Produkte anzubieten, dass die Qualität für gutes Feedback sorgt. Das ist das was auch ich versuche, ganz abgesehen davon, dass ich ohnehin nicht glücklich wäre, wenn meine Bücher nicht das Beste wären was ich schreiben könnte. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass Einige ihrem Glück auch nachhelfen, und dass es sogar Anbieter gibt die gegen Auftrag lobhudelnde Rezensionen veröffentlichen.

Rezensionen in Auftrag zu geben wäre das Letzte was ich machen würde. Vorher höre ich auf zu schreiben und suche mir eine andere Aufgabe für meinen Lebensunterhalt.

Der Versuch jedoch sich mit einer ehrlichen Haut in einem Mitbewerberfeld zu behaupten, in dem es bekanntermaßen nicht alle so genau nehmen mit der Authentizität von Kunden-Feedback, hat etwas Zermürbendes. Wenn du siehst, wie Mitbewerber bei Amazon Dutzende Rezensionen in vergleichsweise kurzer Zeit einfahren, während deine Bewertungen nur schleppend vom Fleck kommen, gibt es dir zu denken. Die Felle schwimmen davon.

Sind deine Bücher schlechter? Wenn dem so wäre, wäre es Zeit mit dem Schreiben aufzuhören. Wozu denn, wenn meine Sachen mit der Qualität der Mitbewerber nicht mithalten können? Dabei glaube ich doch gerade mit »Grafik und Gestaltung« und »Die kreative Fotoschule« Besonderes vorgelegt zu haben.

Dass es viele Leser gibt die sagen und schreiben wie toll sie meine Werke finden erlebe ich häufig; gedankt sei’s, denn es freut natürlich und spornt an. Natürlich bitte ich dann um eine kurze Rezension – bei Amazon, weil da einfach die Reichweite am größten ist und der Wettbewerb stattfindet.

Dass der Bitte nicht alle nachkommen ist klar. Doch wie wenige es tun ist frustrierend – ich würde sagen es bewegt sich im unteren einstelligen Prozentbereich. Was dabei besonders schmerzt, ist, dass sogar bei näheren Bekannten (Freunden) der Anteil jener die sich fünf Minuten Zeit nehmen gering ist.

Ich weiß: Reine Nachlässigkeit. Dieses Wissen tröstet aber nur bedingt, wenn du im Mitbewerberfeld den kürzeren ziehst.

Es gibt auch jene, die sich via E-Mail an mich wenden, mir schreiben wie toll sie mein Buch finden und dann themenspezifische Fragen anschließen. Ich beantworte Fragen immer gerne, das wird jeder bestätigen können, der mir schon einmal eine über meinen Blog sandte –auch völlig unabhängig von irgendwelchen Büchern.

Natürlich bitte ich da, wenn mit einem Lob für eines meiner Werke eingeleitet wird, um die Weiterverbreitung des positiven Feedbacks. Dass das dann aber tatsächlich gemacht wird ist selten. Was soll ich daraus schließen? Nehmen? Gerne! Geben? Keine fünf Minuten!

Und dann sind da noch die Rezensionsexemplare die Verlage verteilen. Ich war zunächst nicht begeistert, Leser mit Büchern zu versorgen und sie um Rezensionen zu bitten. Das hat für mich schon einen Hauch von gekaufter Meinung.

Ich schreibe den Empfängern dieser Exemplare immer, dass mir eine ehrliche Meinung wichtig ist. Diese Vorgehensweise stellt für mich einen Kompromiss dar, sich einem Markt zu stellen, in dem nicht jeder mit fairen Mitteln kämpft. Leider musste ich die Erfahrung machen, dass nur etwas 25%–30% jener die aufzeigen und sagen, »gerne nehme ich ein kostenloses Rezensionsexemplar«, dann auch tatsächlich eine schreiben.

Mag ja sein, dass sie meine Bücher schlecht finden und deshalb nichts schreiben. Womit mir wieder bei einem Grund wären das Schreiben zu lassen, obwohl ich gerne schreibe und an die Qualität meiner Bücher glaube.

Ich bin natürlich Niemandem im Einzelnen böse, wenn er es nicht schafft eine Rezension zu verfassen. Ich weiß, wie es ist keine Zeit zu haben. Ich für meinen Teil lehne deshalb aber in der Regel Rezenionsmaterial ab – nicht nur wenn es um Bücher geht. Dass aber eben Viele sehr rasch dabei sind ein Gratisexemplar von irgendwas einzusacken, es aber mit ihrem Anteil an der Vereinbarung nicht besonders genau nehmen, damit wären wir wieder bei der Frustration. Ein Rezensionsexemplar wird zum Rezensieren vergeben!

Ganz allgemein muss sich jeder überlegen, wo es hinführt, wenn sich am Markt vor allem Jene durchsetzen, die es mit fairen Mitteln nicht so ernst nehmen. Es werden wohl in der Regel auch jene sein, die mit geringstem Aufwand zu maximalem Gewinn zu kommen versuchen – viel Aufwand für gute Qualität werden sie eher meiden wenn sich der Gewinn auch durch gekauftes Kunden-Feedback erzielen lässt.

Ich weiß, dass gute Arbeit Aufwand bedeutet und einen Wert darstellt. Ein Grund, weshalb ich immer schon gerne für Share- und Donationware bezahlt habe und weshalb ich auch immer wieder einmal Spenden an Entwickler, Journalisten und Newsportale überweise. Und natürlich weiß ich auch wie wichtig ehrliches Feedback von Kunden ist, weshalb ich auch immer Rezensionen schreibe, wenn ich von einem Produkt angetan bin.

Natürlich soll dieser Artikel auch eine Aufforderung an meine Leser sein Rezensionen zu schreiben. Aber natürlich nur wenn sie fair und ehrlich ist und ihr findet, dass die Bücher es verdient haben.