Man sollte den jungen Menschen mehr zutrauen…

zum Beispiel das Hinterfragen. Juliana am Telefon. Sie studiert Politik in Sachsen-Anhalt. Statt aufzuräumen, erzähle ich mich fest. Sie hat eine Hausarbeit über die AFD geschrieben. So viel lässt sich sagen, ihre Partei ist es nicht. Wir diskutieren über verhärtete Positionen versus Dialogbereitschaft. Ich erzähle von meiner derzeitigen Literatur. Die Kinder wollen zum Shoppingtempel. „Nun wenn das euer Sinn des Lebens ist.“ „Bleib cool Mama, wir müssen zum Friseur.“  Julianas Kinder sind im Kindergarten, meine beschließen sich selbst zu betreuen.

Juliana:

„Wir kommen im Sommer zu euch an die Küste, dann debattieren wir weiter und du lernst meine Jüngste endlich mal kennen. Ein Energiezwerg. „Sehr schön, dann sind unsere Drei ja beschäftigt. Sie lieben Babysitten! Weißt du noch als Adriana(3) Annas(11) Handy gewaschen hat?“ Ja und später hat sie(3) die Harfennoten übermalt mit Edding.“

„Ach lass mal, das hört auch später nicht auf. Anna(14) hat gestern einen Antistressball gebastelt, mit Kleber und Weichspüler. Und dann draufgedrückt. Die blaue Masse war überall. Im Essen, auf den Fliesen und auf den Klamotten. Es ist mir unbegreiflich, wie du es schaffst als Mutter von zwei Kindern, zu studieren. Ich hab mir Kershaw vorgenommen. Das Projekt wird stetig torpediert. “

Auf dem Weg zum Shoppingtempel hält der Postbote mich an und gibt mir ein Päckchen durchs Bullifenster. „Speer und das deutsche Trauma.“



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