Magna-Wachen gesondert erhältlich

Ich muss sagen, dass ich “The Soft War” – den dritten Teil der Onderon Geschichte – für den bisher besten dieser Quadrologie halte. Dabei tue ich mir jedoch ein wenig schwer dies auch rational zu begründen, denn diese Folge enthält (so wie ihre beiden Vorgänger) recht wenig von dem, was für mich eine wirklich starke Clone Wars Folge ausmacht:  eine Menge Action und/oder eine Geschichte, die einen eher mehr als weniger großen Einfluss auf die Saga im Ganzen hat.

Vielleicht liegt es aber daran, dass die Story nach den beiden ein wenig behäbigen ersten Folgen nun langsam ins Rollen kommt. Die verschiedenen Puzzle-Stücke, die man uns in den vergangenen 45 Minuten vorgelegt hat, beginnen sich in diesen 22,5 nun langsam zu einem größeren Ganzen zusammenzufügen.

Steela und ihre Rebellen-Gang haben es durch wiederholte und zunehmend heftigere Anschläge auf Einrichtungen der Separatisten geschafft, die volle Aufmerksamkeit des Möchtegern-Königs Sanjay Rash zu erringen.

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Der König erblickt seinen Feind

Rash ist eine seltsame Figur. Auf der einen Seite ist er eitel und arrogant, gleichzeitig jedoch auch enorm feig. Er versteckt sich hinter den zahlreichen Truppen, die Dooku ihm geschickt hat, behandelt den Droiden Kalani, der ihm eigentlich auf die Finger schauen soll und den menschlichen General Tandin aber wie billige Lakaien, ohne zu erkennen, dass er von Dookus Gnade vollständige abhängig ist. Er behauptet dem Volk von Iziz gegenüber, dass er nur ihr Bestes und ihren Schutz will und ich bin nicht sicher, ob er seine eigenen Worte nicht auch tatsächlich glaubt. In vieler Hinsicht ist er die Karikatur eines Königs, so wie Inspektor Tan Divo die Karikatur eines Polizisten war und ich bin nicht sicher, ob für solche Figuren ein Platz im SW Universum ist.

Apropos Kalani: wie nicht anders zu erwarten ist er ein militärischer Hardliner, der glaubt mit Gewalt alles lösen zu können. Trotzdem fehlt es ihm an der Verschlagenheit und kalten Brutalität eines Grievous. Bisher kein wirklich beeindruckender Charakter und ich gehe nach wie vor davon aus, dass er die kommende Episode nicht “überleben” wird.

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Dookus neues Spielzeug

Ansonsten hat Saw für Lux immer noch nicht viel übrig, wiewohl es gerade Lux ist, der sich dafür einsetzt, Saw (der offensichtlich immer noch darunter leidet, nicht zum Anführer der Rebellen gewählt worden zu sein) aus den Händen der Separatisten zu retten. Und ausgerechnet seine eigene Schwester spricht sich dagegen aus.

Und wie schon auf der Erde im Mittelalter zeigt sich auf auf Onderon, dass immer dann, wenn die Chance besteht, dass Köpfe rollen, die Massen zusammenlaufen. Denn zu Dendups’ (der für mich wiederum den Prototypen des alten, weisen Königs darstellt, so als wäre er als Löwenherz geradewegs einer Robin Hood Geschichte entsprungen) geplanter Hinrichtung ist ganz Iziz auf den Beinen.

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Wir wollen Blut sehen!

Ein wenig anachronistisch wirkt die Elektroguillotine: diese benötigt, um ihr Werk zu tun die Energie der Stäbe von zwei Magna-Wachen. Wenn ich mir ein solches Ding zulege, sind diese Droiden dann dabei, oder muss mann die extra kaufen?

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So köpft man in Star Wars Universum

Ein eindeutiger Regiefehler ist Donos Behauptung gesehen zu haben, wie Saw und Dendup gefangen genommen wurden, denn dies hat sich erstens weit außerhalb ihres Sichtfelds und zweitens hinter einem Strahlenschild abgespielt. Gut, es soll nichts Schlimmeres passieren, trotzdem interessant, dass so etwas durch die “Qualitätskontrolle” geschlüpft ist.

Zu den stärksten Szenen dieser Folge zählten für ich jene kurzen Momente, in denen Lux Steela wie ein verliebter Gockel anstarrt, bevor sich diese umdreht und “Don’t look at me like that.” sagt und ihn wegschickt. Lux geht, nicht jedoch ohne sich noch einmal verzweifelt nach Steela umzudrehen. Wobei auch die Rebellin alles andere als glücklich über ihre Antwort ist.

Ich mag diese Szene, nicht weil ich sie für so romantisch halte, oder weil ich unbedingt will, dass Lux und Steela zusammenkommen, sondern weil ich sie für eine Animationsserie und speziell für Star Wars ziemlich unerwartet und “erwachsen” daherkommt und weil sie sowohl von der Ästhetik als auch vom schauspielerischen her echt gut gemacht ist.

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Da hat sich wohl jemand verknallt…

Für den kommenden Abschluss dieser Geschichte habe ich noch die folgenden Wünsche:

Mehr Action: die Bühne für den großen Endkampf ist bereitet und nun will ich Rebellen, Jedi und Klone gegen hunderte und tausende Droiden kämpfen sehen.

Die Geburtsstunde der Rebellion: im Vorfeld zu dieser Geschichte war zu hören, dass wir in ihr die Genesis der Rebellen-Allianz erleben werden. Abgesehen von der mehr oder weniger vagen Aussage Obi-Wans, dass die Ausbildung von Rebellen zur Selbsthilfe eine Strategie für die Zukunft sein könnte haben wird davon jedoch noch nicht viel gesehen. Immerhin haben die Jedi in vergangenen Staffeln auch den Lurmen und den kleinen Felucia Schildkröten auf ähnliche Art und Weise geholfen, waren dies auch Geburtsstunden der Rebellion?

Eine Lösung für Lux: ich hätte das Thema Lux Bonteri gern vom Tisch. Entweder soll er in der kommenden Folge den Löffel abgeben oder mit Steela zusammenkommen und auf Onderon bleiben. Aber ich habe eigentlich eine Lust mehr, dass er und Ahsoka in der kommenden Staffel erneut irgendwo aufeinander treffen, sich wieder mehr oder weniger verliebt anschauen und wieder passiert nichts. Es ist klar, dass Ahsoka und er hier und jetzt nicht zusammenkommen und dieses on-off wird langsam langweilig. Lasst den Armen sterben oder lasst ihn glücklich werden, aber seine Mission sollte auf Onderon enden!

Was es sonst noch zu erwähnen gibt:

  • General Tandin sieht aus wie der jüngere, etwas übergewichtige Bruder von Gilad Pellaeon
  • Nicht überall haben die Jedi einen schlechten Ruf: König Dendup blüht richtig auf, als er erfährt, dass Jedi auf Onderon sind
  • Warum Tandin Rash am Ende wieder gehen lässt erschließt sich mir nicht, der Kerl hätte doch eine gute Geisel abgegeben (auch wenn Dooku vermutlich keinen Finger gerührt hätte, um ihn zu befreien)
  • Auch ist etwas seltsam, warum sich die Super-Kampfdroiden am Ende von den unbewaffneten Einwohnern von Iziz so einfach aufhalten lassen anstelle sie einfach niederzumähen. Aber vermutlich wäre das einfach zu brutal gewesen und andererseits war die Folge zu diesem Zeitpunkt auch schon fast zu Ende und man hatte keine Zeit mehr für ein Gemetzel…

Die obigen Bilder und noch viele mehr gibt es wie immer auf meiner Flickr Seite.