Mädchentraum Fashion - Das Interview mit der Designerin - Part 2


Als ich mich für das Gespräch vorbereitet habe, habe ich mirnatürlich auch den Internetauftritt von Mädchentraum Fashion angeguckt, umschon mal etwas Vorab-Wissen zu erwerben. (An dieser Stelle: KLICKT! ♥
Dort fand ich einige interessante Facts zu denen ich unbedingt noch etwas mehrwissen wollte. Als Anne Ihr Abitur am heimischen Gymnasium machte, hatte Sieihren Studienplatz an der ESMOD in Berlin schon längst sicher. Mir branntenatürlich die Frage unter den Nägeln, wie ihr so was denn passieren konnte. „Nachdemich einen Sommerkurs in Berlin gemacht habe, konnte ich mich auch direkt füreinen Studienplatz bewerben. Ich hatte das Glück, dass ich nach einemVorstellungsgespräch und einem kleinen Eignungstest die Zusage bekam. Ich habeimmer gute, solide Leistungen bei meinen Zeichnungen gebracht, aber auch daransieht man, dass es nicht darauf ankommt, ob man ultratalentiert ist oder nicht. Es wird viel darauf gesetzt, dassman die Techniken alle noch erlernen kann!“ 

Trotzdem gibt Sie auch zu bedenken, dass so ein Studiumnicht für jeden etwas ist. Angefangen mit 100 Personen in Ihrem Jahrgang, habenkaum mehr 40 den Abschluss gemacht. „Das lag nicht daran, dass die betreffendenLeute schlecht waren!“ stellt sie sofort klar. „Aber man muss sich für diesesStudium aufopfern. Wenn man sich nicht ernsthaft dafür interessiert und mehrmit der Einstellung „Ach Modedesign, das klingt cool, ich mach das jetzt mal“die Sache angeht, dann kann das nichts werden. In meinen 3 Jahren in Berlinhabe ich meine Freizeit fast vollständig aufgegeben. Allerdings wusste ichimmer, wofür. Wenn man sich seiner Sache nicht sicher ist, sollte man sichvielleicht doch umorientieren. Natürlich hat es unheimlich viel Spaß gemacht,weil ich liebe was ich tue, aber es ist auch sehr stressig und man steht unterDruck. Dessen sollte man sich bewusst sein, bevor man ein Mode-Studium beginnt.“An der Modeschule in Berlin entstand ebenfalls die Idee zuWalter, den ich auch auf dem Internetauftritt von Anne fand. „Walter ist eineSchnapsidee aus dem Studium. Ich glaube das war in meinem zweiten Lehrjahr. Ichsollte einen Blazer entwerfen und der Stoff war so flauschig und kuschelig,dass ich beim Zuschneiden immer drauf gelegen hab. Ich sagte zu einerKommilitonin, dass ich daraus unbedingt ein Kuscheltier machen wollte. Daraufsagte Sie nur: „Das machst du doch eh nicht!“ Ich antwortete: „Doch! Er wirdgroße Ohren haben, Knopfaugen, Stummelärmchen und Beinchen und er wird Walterheißen. Am nächsten Tag brachte ich Ihr das Ergebnis mit in die Uni! Seit demTag war Walter unser Studiumsmaskottchen und ich habe seit dem auch wiederviele von Ihnen angefertigt. Das besondere an Ihm ist ja, dass es nie einen einzweites Mal geben wird. Ich benutze zwar manchmal dieselben Stoffe noch einzweites Mal, aber ich ordne sie niemals identisch an. Deswegen ist Walter etwasganz besonderes.“
Und dann wurde auch mir eine ganz besondere Ehre zu Teil. Ich durfte denOriginal-Walterpersönlich kennenlernen. Mittlerweile hat er sogar eineBikerjacke auf der sein Name steht. Leider muss man dazu sagen, ist Walter sehrscheu, weshalb ich kein Foto mit ihm machen konnte, aber das lässt sich mitSicherheit noch nachholen.

Die Frage, wie das mit der Finanzierung klappt, wenn manerst 24 Jahre alt ist und seinen eigenen Laden aufmacht, blieb Anne leider auchnicht erspart. Aber ohne Einwände beantwortete Sie mir meine Frage ganz ehrlichund offen. Alleine daran merkt man schon, wie sehr Sie hinter ihrem Projektsteht und, dass sie wirklich liebt was Sie tut!

Sie selbst sagt von sich, dass sie kein Mensch ist, derhalbe Sachen macht. Außerdem zieht Sie die Sachen, die sie sich in den Kopfgesetzt hat, durch. So auch ihren Traum von einem eigenen Laden.
„Ohne einen Kredit geht es gar nicht! Ich gründe ein Unternehmen, also muss ichinvestieren. Ich möchte ja die Chance haben, mich mit meinem Laden auchirgendwann zu vergrößern. Da dürfen ein Business-Plan und ein gutes Konzepteinfach nicht fehlen! Das ist das A und O. Wenn die Idee wirklich gut ist undman ohne Angst sagen kann, ich lasse mir jetzt einen Kredit geben, dann sollteman es auch durchziehen.“ Aber Anne warnt auch davor: „Wenn man zweifelt, obman so viel Geld je zurückzahlen kann, ob das Konzept wirklich gut ist, ob manauch alles bedacht hat, dann sollte man es, denke ich, lassen. Dann ist manselbst nicht so 100% von der Idee überzeugt, dass man es schaffen kann. Aberdas sollte man sein! Ich kann es nur vor dem Hintergrund der kurzen Zeitspanneseit Anfang des Jahres (vom Entschluss bis zur Umsetzung) beurteilen, aber ichdenke, man muss einfach komplett dahinter stehen, sonst nützen auch die besteIdee und die beste Umsetzung nichts.“


Mädchentraum Fashion - Das Interview mit der Designerin - Part 2
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