Mädchen sind keine Indianer - Ein Schulaufsatz aus dem Jahr 1960

Mädchen sind keine Indianer - Ein Schulaufsatz aus dem Jahr 1960
Ihr Lieben, 
ich wurde gebeten, den folgenden Schulaufsatz noch einmal auf dem Blog zu veröffentlichen, eine Bitte, die ich gerne erfülle:
Wenn ich den folgenden Schulaufsatz aus dem Jahr 1960 lese, bin ich Gott von Herzen sehr dankbar, dass sich die Zeiten inzwischen sehr verändert haben und dass ich das Zeitalter der Gleichberechtigung noch erleben durfte:

Mädchen sind keine Indianer - Ein Schulaufsatz

Deutsch-Hausaufgabe:
Gibt es Unterschiede zwischen Mädchen und Jungs?
"Mädchen sind keine Indianer. Indianer kennen nämlich keinen Schmerz und dürfen deshalb nicht weinen. Mädchen weinen aber oft gerne. Jungs weinen eigentlich nie und wenn, dann zeigen sie es keinem, weil es peinlich ist.

Überhaupt haben die Mädchen mehr Gefühl als die Jungen und mehr Haare, die sie lang wachsen lassen. Jungs sind praktischer. Kurze Haare machen wenig Arbeit. Meine große Schwester steht jeden Morgen eine Stunde vor dem Spiegel, ich gar nicht. Da verändert sich ja doch nichts. Bei ihr eigentlich auch nicht - aber sie macht das trotzdem. Mädchen können halt nicht logisch denken.

Jungs wachsen später Haare im Gesicht und auf der Brust. Mädchen wachsen Brüste. Deshalb haben sie auch im Sommer immer obenrum was an. Vielleicht schämen sie sich, weil sie auf einmal anders aussehen.

Jungs brauchen nur eine Hose, auch wenn es heiß ist. Mädchen tragen oft keine Hosen, sondern Röcke. Vielleicht weil sie so stolz auf ihre Beine sind? Aber dann könnten sie ja auch kurze Hosen tragen. Ich glaube, die Frauen kommen alle aus Schottland. Deshalb müssen sie Röcke tragen.

Wenn Mädchen älter werden, fangen sie an, sich im Gesicht zu bemalen. Den Mund rot, die Augen blau und die Backen orange. Jungs machen das nur an Karneval und dann aber richtig bunt. Mädchen sind eitel, sagt mein Papa.
Manche Jungs wollen auch wie die Mädchen sein. Die stechen sich dann auch Löcher in die Ohren. In die stecken sie glitzernde Knöpfe rein. Ich finde das doof. Sie sollten froh sein, daß sie Jungs sind. Jungs dürfen nämlich hinterher bestimmen. Das finde ich gut. Gott hat zuerst den Adam gemacht und dann aus seiner Brust die Eva geschnitten. (Vielleicht wachsen Frauen deshalb Brüste?!)

Der Mann war also als erster da. Deshalb darf er bestimmen. Jungs können besser Fußball spielen und auch alle großen Politiker sind Männer. Wer wichtig ist, tragt nämlich eine Krawatte. Und Frauen machen das nicht. Sogar der liebe Gott ist ein Mann. Dem müssen alle gehorchen. Der braucht keine Krawatte, der hat einen Bart. Unfair finde ich, daß Frauen nicht arbeiten brauchen. Die sitzen nur in der Wohnung rum und kümmern sich um die Kinder. Wenn der Mann dann nach Hause kommt, fangen sie Streit an. Deshalb kommen manche Männer auch nicht mehr nach Hause.

Jungs müssen die Mädchen beschützen, weil sie stärker sind. Jedes Mädchen braucht einen Jungen. Männer helfen gerne. Deshalb tun sie sich hinterher mit einer Frau zusammen und beschützen sie. Das nennt man "Miteinander-Gehen". Manche Männer machen das auch mit mehreren Frauen. Die sind dann besonders stark. Jungs sind einfach besser als Mädchen. Wenn der Klapperstorch zu Männern kommen würde, dann könnten wir die Frauen abschaffen.

Carsten B. (Klasse 3b)
- Ohne Note -

Anmerkung der Lehrerin:

"Lieber Carsten, bitte sage Deinen Eltern, dass sie mal zu mir in die Sprechstunde kommen sollen."

Seid ganz lieb gegrüßt von Eurem lächelnden humorvollen Werner

Mädchen sind keine Indianer - Ein Schulaufsatz aus dem Jahr 1960

Das Bild wurde von Karin Heringshausen zur Verfügung gestellt


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