Mad Catz M.O.U.S.9

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Veröffentlicht am 5. Juni 2013 | von Florian Kraner

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Mad Catz M.O.U.S.9

Mein Verhältnis zu PC-Zubehör im gehobenen Preissegment ist seit jeher ein angeschlagenes. Gerade Mäuse sind ja im Grunde kaum mehr als Halterungen für einen kleinen, billigen Lichtsensor, nachdem es nun also die Möglichkeit gibt einmal eine „Profimaus“ zu testen, will ich mich gerne näher mit der Glamour-Welt des Luxus-PC-Zubehörs auseinandersetzen.

Selbst ich, mit meinem minimalistischen Nutzungsansatz, habe im Laufe des letzten Jahres eingestehen müssen, dass die steigende Komplexität moderner Spiele mit drei Mausknöpfen nicht mehr zu beherrschen ist. Komplexe Spiele wie das auf der Militärsimulation basierende Day Z oder der E-Sports Hit Dota 2 haben mich dazu gebracht aufzurüsten und aus diesem Blickwinkel heraus ist die Ausstattung der neuen Mad Catz M.O.U.S.9 erfreulich. Gleich zehn Knöpfe und zwei Mausräder hat das Gerät zu bieten – zugegebener Maßen auf den ersten Blick eine interessante Angelegenheit.

 Track on Glass Avago 8020 sensor
 Dank Bluetooth-Smart-Technologie und USB Nano Dongle direkt mit dem Gerät verbindbar. (Die direkte Verbindung (ohne Nano Dongle) ist derzeit lediglich bei Geräten möglich, die unter Windows 8 laufen und über eine Bluetooth 4.0 LE Schnittstelle verfügen)
 10 Meter Funkreichweite
 120Hz Pollingrate/ 8ms Responserate (bei Anschluss über den Dongle)
 Batterielaufzeit (1 x AAA ) von bis zu einem Jahr – je nach Gebrauch
 Glatter, reibungsarmer PTFE Mausfuß
 Anpassbare Handballenablage in vier Stufen (0mm, 5mm, 10mm und 15mm)
 Maße: Länge – 105 mm (min) 125 mm (max) x Breite – 65 mm x Höhe – 38 mm
 Gewicht: 138 g (mit Batterien)
 10 programmierbare Tasten
 Inklusive Reise-Beutel
 Blaues LED zeigt Verbindungs- und Batterienstatus an
 990 DPI (nicht anpassbar)

 12 Tasten, 10 davon frei programmierbar (die linke und rechte Maustaste ist nicht programmierbar)
 “Precision Control” setzt die Cursorgeschwindigkeit herab, solange die Taste gedrückt ist – praktisch für Situationen, in denen mehr Kontrolle benötigt wird (beim Zeichnen in Photoshop).
 Die “Precision Control” Taste kann über die Software mit einer zusätzlichen Funktion belegt werden (z.B. einem Programm-Makro)
 Der Bluetooth Verbindungs-Status wird durch das blaue LED angezeigt.
 Wenn keine Verbindung vorliegt, blinkt das LED einmal pro Sekunde auf.
 Bei aktivierter Verbindung pulsiert das LED für 6 Sekunden.
 Das LED wechselt 60 Sekunden nach einer Änderung des Verbindungsstatus in den Energiesparmodus und wird erst bei wiederholter Änderung des Verbindungsstatus aktiviert.
 Ein schwacher Batteriestatus wird ebenfalls über die LED angezeigt – bei 5% oder geringerer Batteriekapazität pulsiert das LED alle zwei Sekunden.

Die Maus ist neben der im Gaming Bereich äußerst erfolgreichen R.A.T.-Serie für die allgemeine PC-Nutzung ausgelegt und bietet mit dieser Ausstattung jede Menge Möglichkeiten um die Nutzung von Software effizienter zu machen. Computer-Affinität hin oder her, in meinem Tätigkeitsfeld arbeite ich mit vielen Programmen zu tun, deren Nutzeroberflächen sich äußerst komplex gestalten, von 3D-Software, über Video-Programme zu Programmieroberflächen ist da jede Möglichkeit ein paar Shortcuts zu umgehen willkommen. Ein besonders angenehmes Feature ist der Button für „Precision Control“, der es erlaubt den Cursor per Knopfdruck langsamer und genauer zu machen. Als jemand, der gelernt hat, mit der Maus genauere Skizzen und Zeichnungen zu machen als mit dem Bleistift, ein willkommenes Feature. Auch im Gaming-Bereich ist das sicherlich eine Bereicherung, um zum Beispiel die Genauigkeit beim Zielen zu erhöhen.

Die Maus ist mit Smart-Bluetooth ausgestattet, eine Technologie die die Kommunikation mit dem PC optimiert und damit für längere Batterie-Zeiten sorgt, leider aber zu herkömmlichen Bluetooth-Interfaces inkompatibel ist. Ich bin grundsätzlich kein Freund von Wireless-Geräten, allerdings kann ich mich mit der Tatsache anfreunden, dass ein kleiner handlicher Bluetooth-Dongle an der Unterseite integriert ist, wodurch das Gerät mobil und flexibel bleibt wie eine normale Kabel-Maus, die ja ohnehin auch einen USB-Slot in Anspruch nimmt.

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Weniger erfreulich ist die Software, die zum Programmieren der Maus angeboten wird. Da wird einfache Konfiguration versprochen, per Drag and Drop können Funktionen auf die Tasten gelegt und Profile an Programme geknüpft werden. Doch ist die Umsetzung äußerst minderwertig, was bedeutet, das für meine Nutzung jede Menge Funktionalität verloren geht. Schwierig genug, überhaupt herauszufinden, warum etwas nicht klappt. Zum Beispiel folgt das Gerät dem entsetzlichen Trend die mittlere Maustaste, die heutzutage in das Mausrad integriert ist, extrem unhandlich zu machen. Nicht nur dass der Anschlag viel zu groß gerät und der Knopf zu viel Druck benötigt, hat man das Mausrad auch noch mit Noppen versehen, die das wiederholte Klicken extrem unbequem machen.

Kein Problem eigentlich, so denke ich, denn es gibt ja auch einen bequemen Zusatz-Mittelbutton, das lässt sich sicher einfach umgestalten. In der Umsetzung der Software ist es aber so gelöst, dass z.B. der mittlere Mausknopf nicht per Events angesteuert werden kann, es gibt kein „Anschlagen“ und „Loslassen“, sondern es können ausschließlich ganze Klicks verwendet werden, Ziehen wird dadurch unmöglich gemacht und tatsächlich gelingt es mir nicht Dota 2 (in dem dem mittleren Mausknopf die Kamera-Kontrolle zugewiesen ist) in irgendeiner Weise spielbar zu machen. Grundsätzlich könnte ich mich nun eventuell schlau machen, mir das Konfigurationsprotokoll der Maussoftware ansehen, die Konfigurationsdateien von Dota 2 durchforsten – praktisch ist es aber einfach so, das ich mir von einem Gerät in dieser Preisklasse wirklich mehr erwarte. Immerhin ist es problemlos möglich alle denkbaren Makros auf die Tasten zu verweisen, wodurch sich der verblüffende Schluss ergibt, dass die Mad Catz M.O.U.S.9 für Anwendungen beinahe besser geeignet ist als zum Gaming.

Ganz anders sieht es allerdings auf der Hardware-Seite aus. Der Prototyping-Look des Designs ist schon ziemlich sexy, kein Wunder dass sich derartige Design-Elemente heutzutage bereits in den teuersten Luxus-Autos wiederfinden. Die Maus besteht aus hochwertigen Kunststoff- und Metallkomponenten und ist mit einer konfigurierbaren Handballenfläche äußerst ergonomisch. Die Buttons selbst sind klar erkennbar gestaltet, sodass die neuen Kommandos sich sehr schnell einprägen. Zwar will man mir weiß machen, dass die Auflösung des Sensors größer sein könnte, ich merke aber beim Arbeiten nichts außer geschmeidiger Präzision – man hat den Kompromiss getroffen, weil dieser Sensor selbst auf Glasflächen funktioniert. Eine gute Wahl, wie mir scheint.

Als Fazit bleibt mir ein zweiseitiges Urteil zu fällen. Einerseits ist die Mad Catz M.O.U.S.9  hochwertig verbaut und es ist eine Freude sie zu benutzen, auf der anderen Seite bin ich von der Software enttäuscht. Ich verstehe ohnehin schon nicht, dass man in einer solchen Preisklasse nicht spannendere Features wie analoge Buttons vorfindet – das es mir aber auch noch schwierig gemacht wird, ganz alltägliche Vorgänge abzuwickeln, finde ich sehr bedenklich. Im Vergleich mit anderen Produkten hält das Gerät einem Vergleich aber locker stand, ganz überzeugt bin ich vom Dasein gerade in diesem Preissegments aber dadurch nicht.

http://www.madcatz.com/products/gamesmart/

Tags:GearMad Catz


Über den Autor

Mad Catz M.O.U.S.9

Florian Kraner Aufgabenbereich selbst definiert als: Pixel-Fachmann mit Expertenausweis? Findet ”Das Fürchterliche muß sein Gelächter haben!” zutreffend.



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