Mach Dir keinen Stress, bleib ruhig!

Von Wernerbremen


Ihr Lieben, heute Abend möchte ich Euch ein Gedicht von Eugen Roth zu lesen geben:
„Besorgungen“

„Ein Mensch geht eines Vormittages,
gewärtig keines Schicksalsschlages,
geschäftig durch die große Stadt,
wo viel er zu besorgen hat.
Doch schon trifft ihn der erste Streich:
Ein Türschild tröstet: „Komme gleich!
„Gleich“ ist ein sehr verschwommnes Wort,

der Mensch geht deshalb wieder fort,
zum zweiten Ziele zu gelangen:
Vor fünf Minuten weggegangen…

Beim dritten hat er auch kein Glück:
Kommt in acht Tagen erst zurück!

Beim vierten heißt´s nach langem Lauern:
Der Herr Direktor lässt bedauern…“
'
Ein überfülltes Wartezimmer
beim fünften raubt den Hoffnungsschimmer.

Beim sechsten stellt es sich heraus:
Er ließ ein Dokument zu Haus.

Nun kommt der siebte an die Reih:
Geschlossen zwischen zwölf und zwei!

Der Mensch, erfüllt mit Wut zum Bersten,
beginnt nun noch einmal beim ersten.
Da werden ihm die Kniee weich:
dort steht noch immer: „Komme gleich!


Ihr Lieben,

Eugen Roth hat sehr tiefsinnige Gedichte geschrieben, die darauf fußen, dass er die Menschen sehr gut beobachtet hat. 

Wir alle haben schon einmal Ähnliches erlebt wie in diesem Gedicht.
Es gibt Tage, an deren Abend man am liebsten sagen möchte:
„Es wäre besser gewesen, ich wäre heute Morgen im Bett geblieben und hätte die Decke über den Kopf gezogen.“

Damit wir mit solchen Tagen besser umgehen können, müssen wir uns klarmachen, dass es nicht an uns liegt, dass wir nicht schuld sind, wenn es Tage gibt, an denen schienbar alles „schief“ läuft, fast alles danebengeht.

Vielmehr sollten wir uns klarmachen, dass es solche Tage in unserem Leben einfach gibt, sie gehören zu unserem Leben dazu, so wie es Regentage gibt, so wie es Hagelschlag gibt, so wie es Wolken, Sturm und Unwetter gibt.
Wenn wir in die Natur schauen, dann handeln wir richtig!

Wenn wir Regen, Sturm, Hagel, Unwetter, Gewitter, Schneesturm etc. erleben, dann löst das in uns Vorfreude auf schöne Sommertage aus, dann freuen wir uns umso mehr, dass bald oder demnächst die Sonne wieder scheint, und niemand von uns käme auf die Idee, zu glauben, nach den trüben Tagen würde die Sonne nicht zurückkehren.

Dies sollten wir uns an Tagen, an denen uns angeblich alles schiefgeht, klarmachen:
Es gibt solche „schlechten“ Tage, aber sie sollten in uns nur die Vorfreude auf die nächsten guten, schönen, wundervollen Tage auslösen.

Das Gedicht hat Eugen Roth mit der Überschrift betitelt: „Besorgungen“.
Das Interessante daran ist, dass in dem Wort „Besorgungen“ das Wort Sorge steckt.
Sorge ist dann positiv zu bewerten, wenn sie ein „Vor-sorge“ ist, wenn wir z.B. durch Einkäufe dafür sorgen, dass wir etwas zu essen haben.

Sorge aber ist dann negativ zu bewerten, wenn wir uns Sorgen um die Zukunft machen, denn wir wissen ja nicht wirklich, was die Zukunft bringt.
Sorge ist dann schädlich für uns, wenn sie Angst vor der Zukunft enthält und wenn wir bei unseren Besorgungen glauben, wenn etwas schiefgeht, dass wir schuld seien, dass wir nichts taugen, weil uns „ja so häufig etwas schiefgeht“.

Ihr Lieben,

ich wünsche Euch einen sorgenfreien Abend, ein sorgenfreies Pfingstwochenende und ganz viel Freude mit Euren Lieben und Zeit für Euch selbst!

Ich grüße Euch herzlich aus Bremen

Euer fröhlicher Werner

Quelle: Karin Heringshausen