Mach deinen Blog zu einem Magazin…

… und verdiene damit Geld.

So die Idee von wondermags.com. Aber ich fange mal von vorne an…

Ich, die ich aus mindestens vier verschiedenen Gründen beruflich letzte Woche nach Nürnberg reisen durfte, nahm an einer Veranstaltung teil, die sich transformingMedia nannte. „Neue Geschäftsmodelle in der digitalen Welt“ war das Thema und das Essen war auch gut. Unter anderem stellte wondermags.com sein Konzept vor, Bloggern die Möglichkeit zu bieten, ihre Beiträge als Online-Magazin zu veröffentlichen. Warum sollte der Blogger das tun? Weil er damit Geld verdienen kann. Der Editor ist leicht zu bedienen, Videos, Fotos und Text können leicht eingefügt werden. Die Konditionen sind fair. Das Unternehmen motiviert und visionär denkend.

ABER… Ich frage mich, ist es wirklich so simple? Denn Fakt ist doch, hätte ein Blog genug Reichweite, gäbe es schon andere Möglichkeiten Geld zu verdienen. Und ohne Reichweite, was nützt das Magazin? Wenn es doch niemand kauft? Und haben Leser wirklich Lust Geld für einen Blog zu bezahlen? Muss dann die Qualität nicht unheimlich steigen? Und hat der durchschnittliche Blogger Zeit für eine solche Qualitätssteigerung? Und wenn jetzt jeder völlig inflationär seinen Blog als Magazin auf den Markt wirft, führt das letztlich nicht zu Dumping-Preisen ähnlich wie auf dem eBook-Markt? Wer verdient dann noch? Auch unter den eBook-Autoren sind es doch nur die ersten Pioniere, die sich erfolgreich durchgesetzt haben (und wenige Ausnahmen), die tatsächlich Geld verdienen. Alle andren starten mit viel Hoffnung ein Projekt nur um in den unendlichen Weiten des digitalen Universums zu verschwinden…

Eine Zukunft bestimmt von Reichweite

Ich muss zugeben, dass ich wondermags.com interessant finde und ein eigenes Magazin durchaus ein kleiner Traum von mir wäre. Aber ich hätte nie die Hoffnung, dass ich das qualitativ gut hinbekommen würde. Überhaupt ist das meine größte Angst, dass irgendwann alle begreifen, wie wenig Ahnung ich von den Dingen habe, die ich tue. Irgendwie bin ich in diese Redaktionswelt so hineingeschlittert, darf mich sogar Diplom-Journalistin nennen. Aber hab ich’s wirklich drauf?

Nun ja… wenn ich eins an diesem Tag in Nürnberg gelernt habe, dann das, dass ich es gar nicht drauf haben muss. Ich muss nicht gut schreiben können, erst recht nicht gut recherchieren. Ich brauche einfach nur eine große Reichweite in den Sozialen Medien und in meinem Blog. Großartig, wa? Dat kann ja noch was werden…

Wieder wünschte ich mir, ich hätte Talent für irgendwas Greifbares. Ein Handwerk. Eine Naturwissenschaft. Etwas Erklärbares, das nicht nur so unbestimmt dahinwabert und nicht abhängig ist von Zufälligkeiten. Wieder wünschte ich mir, ich hätte endlich die zündendte Idee, die mich dorthin bringt, wo ich hin will. Doch das Schlimme ist ja, ich weiß nicht wo ich hin will.

Seit ich vierzehn bin, verdränge ich eine ernsthaft realistische Auseinandersetzung mit meinem Berufsleben. In der Schulzeit dachte ich: Ich wurschtel mich da jetzt irgendwie so durch und dann schreibe ich einen Bestseller und alles ist gut. Im Studium dachte ich: Jetzt studiere ich mal um die Zeit zu überbrücken bis ich eine Idee für meinen Bestseller habe und dann ist alles gut. Später im Studium dachte ich auch: Jetzt habe ich diverse Geschichten geschrieben, aber ich muss immer noch die Zeit überbrücken bis ich einen Verlag gefunden habe und dann ist alles gut. Jetzt im Job denke ich: Das kann ich nicht für den Rest meines Lebens machen, ich schreibe diese eine Geschichte noch, die ich im Kopf habe und dann muss es klappen, so dass alles gut wird. Ich prophezeihe meine Gedanken in zwei Jahren: Ich habe keine Zeit mehr zum Schreiben und mein Leben ist jetzt so, ist alles gut?

Um es kurz zu machen: Das, was wondermags.com verkörpert, ist durchaus in meinem Sinn und entspricht bestimmt auch dem Zeitgeist. Aber sind wir wirklich gut genug? Ist es eine gute Idee laienhafte Magazine online zu vertreiben, statt redaktionell geprüfter Inhalte? Werden die guten Autoren, die sich aufgrund von Qualität, Können und/oder Konsens einmal durchgesetzt haben, nicht ruiniert durch die Möchtegern-Schreiberlinge, weil sie sich preislich anpassen müssen? Jeder Blogger möchte möglichst viele Leser. Aber ist es nicht auch mal an der Zeit sich einzugestehen, dass unsere Reichweite Grenzen hat, dass unsere Hoffnungen ein Ende finden müssen?

Was halten ihr von wondermags.com? Würdet ihr euren Blog in ein Magazin umwandeln? Glaubt ihr, das hätte Erfolg? Oder wie schätzt ihr den Markt ein? Denkt ihr auch, dass mit all den Hobby-Autoren Qualität verloren geht?



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