Lust auf Kunststoff? – Ballonpille gegen Übergewicht

Es gibt den Magenballon ja nicht seit gestern. Und dass Magensonden nicht die angenehmste Art sind, den Tag zu verbringen, muss man nicht betonen.

Nun gibt es für all jene, die dick, aber nicht sehr dick sind, die Möglichkeit, eine 3cm große Ballonpille hinunterzuwürgen, die in ihrem Magen aufgepumpt wird und so den Platz echter, guter Nahrung einnimmt. Gleich drei davon kann man hintereinander schlucken, so Thomas Hinterleitner, der freundlich von seiner Homepage lächelt und verspricht, dass die Gesundheit der Patienten im Mittelpunkt steht. Das bedeutet nicht, dass er die Patienten gratis den Ballon schlucken lässt, auch nicht die Probekapsel, welche die Patienten schlucken müssen, um feststzustellen, wer es überhaupt schafft.

Seine 20 Musterpatientinnen (man beachte, dass Herr Hinterleitner die Ballons diesem Artikel nach bisher nur an Frauen verfüttert hat und Männer entweder nicht ungesund dick sind, sich nicht so leicht überreden lassen oder sonstwie ungeeignet sind, als Versuchsobjekte) haben stolze 8 bis 12 Kilos verloren. Solange der Ballon drin war, jedenfalls. Und wie lange halten die Plastikblasen? Drei Monate, mehr Garantie gibt es nicht. Dann müssen sie über Magensonden herauszgezogen werden. Die Schluckmethode verschafft gegenüber dem alten Verfahren also nur den Vorteil, dass einmal das Würgen durch die große Pille und nicht durch die Sonde hervorgerufen wird.

Die alten Risiken bleiben bestehen:

+ Übelkeit

+ Dehydration

+ Der Ballon kann reißen und die Plastikstücke zu Darmverschluss führen

Bei den “alten” mit Flüssigkeit gefüllten Ballons konnte man am farbigen Urin erkennen, ob ein Ballon gerissen war. Bei den Luftblasen ist das nicht so einfach möglich.

Zudem, Plastik soll ja nicht unbedingt die beste Nahrung sein. Und bei nur drei Monaten Garantie befürchten die Hersteller offenbar selbst auch, dass die Magensäure erfolgreich daran nagt.

Immer noch Appetit auf so einen Ballon?