Luigi’s Mansion 3 im Test – Ein Nerd im Spukhotel

Das erste Mal bin ich wohl mit dem kleinen Bruder des weltweit bekanntesten Klempners und seinen Spukgeschichten vor Jahren auf dem Gamecube eines Freundes begegnet. Da ich nie einen eigenen besessen habe, hatte ich nicht die Möglichkeit die beiden Vorgänger zu spielen und mache mich so recht „jungfräulich" an den dritten Teil der Reihe. Luigis Mansion 3 ist passend zu Halloween in den Regalen gelandet und ich habe mich mit einem Staubsauger bewaffnet in das Hotel begeben.

Damsel in Distress

Luigi’s Mansion 3 im Test – Ein Nerd im SpukhotelNaja, Jungfrau ist vielleicht etwas übertrieben aber es ist, wie es immer ist. Luigi und seine Freunde Mario, Peach und ihre drei Toads, werden auf ein tolles Wochenende im Hui-Hotel eingeladen. Leider stellt sich schnell heraus, dass die Hotel Managerin Sarah Schreck eine große Bewunderin und Anhängerin der Arbeiten von König Buu Huu ist. Mit ihrer Hilfe sperrt der Geist Mario, Peach und die Toads in Gemälde und es ist gerade Angsthase Luigi der sich mal wieder den Geistern entgegenstellen muss, um seine Freunde zu retten. Denn die komplette Hotellerie entpuppt sich als gigantisches Geisterhaus. Bei der Rettung steht Luigi sein treuer Geisterhund Polterpinscher zur Seite und im späteren Verlauf taucht auch der Wissenschaftler Immanuel Gidd wieder auf, der uns mit Rat und Tat zur Seite steht. Eine großartiges Writing darf man dem Spiel nicht abverlangen oder in irgendeiner Art und Weise erwarten. Dagegen ist die Atmosphäre des Spiels im gesamten Paket „on point". Luigi zittert sich durch die Hotelgänge, per Knopfdruck ruft er mit leiser Stimme „Mario", hier und da wackeln Gegenstände oder fallen um. Alles was so ein Spukhotel halt mit sich bringen soll. Erzählt werden die Geschichte und die Geschehnisse mit Text und Zwischensequenzen. Auf eine Synchronisierung der Texte hat man wie in allen Spielen mit Mario und Luigi verzichtet.

Im Verlaufe des Spiels muss Luigi nach und nach alle Etagen des Hotels besuchen. Das macht er mittels Aufzug, denn eine Treppe scheint es nicht zu geben. Dumm nur, dass alle Aufzugsknöpfe entfernt wurden und diese auch noch gefunden werden müssen. Da wir sowieso nicht wissen, wo unsere Freunde sind, müssen wir also jede Etage absuchen. In den meisten Fällen werden die Etagen von speziellen Geistern beherrscht, welche zusätzlich zu dem Etagenthema passen. So gibt es eine Etage welches dem Mittelalter angelehnt ist, einen botanischen Garten und ein Filmstudio. Hier sind einige wirklich schöne Ideen eingebracht worden. Die Spielelemente von Luigi's Mansion 3 lassen sich in zwei Bereiche aufteilen. Zum einen der Kampf gegen die Geister und zum anderen die verschiedenen Rätsel und Suchaufgaben.

Who you gonna Call?

Luigi’s Mansion 3 im Test – Ein Nerd im SpukhotelIm Kampf gegen die Geister setzt Luigi auf Taschenlampe und Staubsauger. Während die einfachen Gegner sich meist mit der Taschenlampe kurz blenden und dann mit einer Art Angelmechanik mit dem Staubsauger fangen lassen, gilt bei anderen Geistern ein wenig mehr Geschick. Um einen Geist zu fangen, müssen wir diesen immer erst betäuben, was grundsätzlich mit einem Aufblitzen der Taschenlampe geht. Dann muss Luigi sich mit dem Sauger an den Geist dran heften und ihn abschwächen. Das funktioniert in dem wir in die entgegengesetzte Richtung mit dem Stick steuern. Ist der Geist geschwächt genug, können wir ihn per Knopfdruck herumschleudern und so seine Lebenspunkte schneller reduzieren. Bei einer Gruppe von Geistern können wir so herumfliegende Geister mit dem herumschleudernden Geist treffen und bereits im Vorfeld schwächen. Im späteren Verlauf müssen wir Geistern erst Schilde oder Sonnenbrillen abnehmen, um sie betäuben zu können. Im Kampf lassen sich die Aktionen der Gegner aber gut erahnen und entsprechende Taktiken durchführen. Durch die verschiedenen Gegenstände kommt aber auch ein wenig Abwechslung in die Kämpfe, was auch über die nur vier verschiedenen Hauptgegnertypen ein wenig hinwegsehen lässt. Vor allem aber die Boss Kämpfe die auf fast jeder Etage auf uns warten, sind aber die wirklichen Highlights im Spiel.

Luigi’s Mansion 3 im Test – Ein Nerd im SpukhotelLuigis Fähigkeiten sind recht breit gefächert. Er kann mit seinem „Staubsauger" sowohl saugen als auch blasen und Saugnäpfe verschießen. Mit der Taschenlampe kann er Aufblitzen oder per Knopfdruck nicht sichtbare Gegenstände und Türen aufdecken. Diese versteckten Gegenstände lassen sich zwar häufig in Spiegeln sehen, aber im realen Raum fehlen sie. Solche netten Kniffe laden immer wieder ein die Räume genauer zu erkunden, um wirklich alles zu finden. Ansonsten bestehen die meisten Rätsel aus Schalter-, Kisten- und Plattformrätseln und setzen die Beherrschung der verschiedenen Fähigkeiten von Luigi voraus. Gerade für die Rätseleinlagen würde aber noch ein neues Element in Luigi's Mansion 3 eingefügt. Fluigi! Zwar hatte der schleimige Klon bereits einen Koop Auftritt in dem 3DS Spiel von 2018, ist er jetzt aber zentraler Bestandteil des Spiels. Vor allem für die Rätsel benötigt Luigi häufig einmal Hilfe, denn Fluigi kann durch seine festflüssige Form durch Gitter hindurch schlüpfen und so Schalter erreichen, an die Luigi nie herankommen würde. Allerdings mag der grüne Glibber Freund überhaupt kein Wasser und löst sich darin auf. Zusätzlich kann er Luigi auch mit zusätzlicher Saugkraft unterstützen und so können die beiden gemeinsam Gegenstände aus dem Weg räumen. Hier gilt allerdings ein wenig Feingefühl. Per Druck auf den Analogstick wechseln wir den Charakter. Hat der vorher gesteuerte Charakter gerade etwas angesaugt oder weggestoßen macht dieser das auch weiterhin, so dass man entsprechend unterstützen kann. Wahlweise geht das aber auch, wenn wir einen zweiten Spieler vor dem Bildschirm haben. Dann übernimmt einer die Kontrolle von Fluigi. So kann jederzeit ein zweiter Spieler mit einsteigen und man kann auf Geisterjagd gehen.

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Geld regiert die Welt

Luigi’s Mansion 3 im Test – Ein Nerd im SpukhotelAber was genau lässt sich denn überhaupt finden? Naja, hauptsächlich Geld, in gefühlt jeder Sofaritze und jedem Kissen ist ein Schein oder Taler versteckt. Auf jeder Etage lassen sich zusätzlich fünf besondere Edelsteine finden und ein besonderer Buu Huu Geist. Was wir damit machen? Gelinde gesagt nichts. Das Geld können wir in drei Dinge investieren. Goldene Knochen, Kristallhinweise und Buu Huu Hinweise. Ersteres lässt Polterpinscher auftauchen, sollten wir einmal im Kampf all unsere Lebenspunkte verlieren und belebt uns wieder. Die anderen beiden Einkaufsgegenstände sind Hilfen auf der Suche nach den Sammelgegenständen. Alle kaufbaren Elemente vereinfachen also lediglich das Spiel. Man kann getrost an allem Geld der Welt vorbei gehen oder verfällt der Gier und saugt jedes noch so kleines Bisschen auf. Hier hätte ich mir doch ein wenig mehr Sinnhaftigkeit gewünscht, was vielleicht aber auch daran liegt, dass man durch viele Spiele bereits so konditioniert ist alles zu sammeln was nicht bei Drei auf dem Baum ist, weil man ja bestimmt später etwas damit anfangen kann.

3D Steuerung ist der Graus

Luigi’s Mansion 3 im Test – Ein Nerd im SpukhotelDie Steuerung ist wohl insgesamt das gewöhnungsbedürftigste an dem ganzen Spiel. Schon damals kann ich mich daran erinnern, dass ich so gar nicht mit der niedrigen Seitenansicht und der Steuerung im dreidimensionalen Raum zurechtkam. Lag vermutlich aber auch daran, dass ich den Speicherstand meines Freundes gespielt habe und nicht von vorne anfangen konnte. In Luigi's Mansion 3 gibt es eine gute Einführung in die Steuerung und in die ganzen verschiedenen Fähigkeiten des Geisterjägers. Und trotzdem habe ich aufgrund der Steuerung den ein oder anderen Bildschirm-Tod erlitten. Tod ist aber auch etwas hart ausgedrückt, kinderfreundlich wie das Spiel sein möchte, schläft Luigi vor Angst ein und statt Game Over steht auf dem Bildschirm Gute Nacht. Beim Zielen gibt es die ein oder andere Hilfe, aber das war es dann auch.

Für ein Spiel aus dem Hause Nintendo typisch, sieht auch Luigi's Mansion sowohl im TV-Modus als auch im Handheld Modus absolut fantastisch aus. Der Detailgrad des Hotels mit den Spiegelungen, dem Schattenwurf und den Lichteffekten ist für die Hardware beeindruckend und braucht sich vor Großproduktionen der anderen vorherrschenden Konsolen nicht zu verstecken. Hier passt wirklich alles in das für Nintendo typische Bild. Animationen, Details, Effekte. Das Spiel lief während meiner gesamten Spielzeit butterweich und auch die Temperatur der Konsole hielt sich in Grenzen. Die insgesamt 17 verschiedenen Etagen sind abwechslungsreich gestaltet und die Erkundung der „Level" macht wirklich Spaß. Auch soundtechnisch ist das Spiel detailverliebt. Aufzugsmusik, die bei längerer Zeit von Luigi mitgesummt wird, großartige Effekte und Setting orientierte Musik werten die Stimmung des Spiels noch einmal ordentlich auf.

Fazit:

Luigi's Mansion bedarf keinerlei Vorkenntnisse der alten Teile. Nichts desto trotz, hat man die anderen Teile im Vorfeld gespielt, weiß man was man hier bekommt. Mit rund 15 Stunden für die Hauptstory und bestimmt noch einmal vier bis fünf Stunden, um alle Rätsel im Hotel zu lösen und die restlichen Sammelgegenstände zu finden, bekommt man hier für rund 50 € ein Paket für Groß und Klein. Die Minispiele sind zwar ein nettes Gimmick, aber das war es dann auch. Schön ist einfach das auch ein Freund, der zu Besuch ist mit in das Spiel einsteigen kann.


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