Low: Der Reiz des Alltäglichen

Low: Der Reiz des AlltäglichenLow
„Ones And Sixes“

(Sub Pop)
Was soll man sagen: Da lassen also, selten genug kommt es vor, Mimi Parker und Alan Sparhawk im Zuge der unerlässlichen Plattenpromo die neugierige Öffentlichkeit in’s Seelen- und Arbeitsleben blicken, blättern ihr aktuelles Songbook durch und am Ende? Ist von Drama, erschütternden Verwerfungen oder einzigartigen Grenzerfahrungen so gar nichts zu hören, geht es doch nur um das alltägliche Kleinklein, das Brecht mal treffend „die Mühen der Ebene“ genannt hat. Parker und Sparhawk bilden seit mehr als zwanzig Jahren den kreativen Nukleus der Band und führen, wenn man den Aufzeichnungen glauben darf, zusammen mit ihren zwei Kindern im Teenageralter ein recht beschauliches, unaufgeregtes Leben. Dass sie aus diesem wenig spektakulären Dasein einen Sound destillieren, der mit Emotion, Anmut und großen Gefühlen nicht geizt, der seit mittlerweile zehn Alben herzerwärmende Melodien im Übermaß bietet, mag man kaum glauben.
Doch wie auch schon beim ähnlich berauschenden „The Invisible Way“ werden auch bei „Ones And Sixes“ vertraute Jedermann-Themen in eine bestechende Klangkulisse verpackt: Das Altern, die Einsamkeit im Neben- und Miteinander, die Schwierigkeiten, den Gegenüber zu verstehen, auch wenn man sich schon über Jahrzehnte zu kennen glaubt. Einmal mehr nutzt die Band dazu klassische und elektronische Instrumente gleichermaßen, wieder gelingt es ihnen, Stücke wie „Gentle“ und „No Comprende“ so auszubalancieren, dass sie einen packen und so schnell nicht mehr loslassen. Mal pocht ein Computer seinen dunklen Beat dazu, an anderer Stelle drängt sich eine Ry-Cooder-Gitarre ins gleissende Finale. Platz ist hier für alles – den konventionellen Folk („No End“) und den sonnigen Pop („What Part Of Me“), selbst eine so wuchtige Post-Rock-Nummer wie „Landslide“ mit ihren neun Minuten Spiellänge oder der sphärische Downbeat von „DJ“ wirken nicht deplatziert.
Diese Aufgeschlossenheit ist dann auch ein wichtiger Erfolgsfaktor ihrer über Jahre andauernden Karriere, zudem überrascht es kaum, dass Parker und Sparhawk ihre Inspiration an eher ungewohnter Stelle: „There are some extremes in hip-hop and I feel like it’s one of the genres that’s really pushing things. They’ve really been leading the way forward over the last couple of years”, so Sparhawk kürzlich zum Netzportal DIY. Den eigenen Einfluss würden sie selbst in aller Bescheidenheit wohl weniger hervorheben wollen, das Statement dürfte ähnlich simpel ausfallen wie Sparhawks Kommentar zum Lauf der Dinge: “Anybody who’s been in a relationship will understand that dynamic: there’s give and take, there are times when you are your best and there’s times when you are your worst. And if you can make it work, it’s still going to be ugly, it’s still going to be difficult. Sometimes you look back and say ‘Wow, I have no idea what we were doing’, and it’s a complete hell riot but it was totally worth it.” Manchmal sind es eben die einfachen Sachen, die bleiben. Wie diese Platte. http://www.chairkickers.com/
12.10.  Köln, Gebäude 9
13.10.  Hamburg, Knust
17.10.  Berlin, Lido
19.10.  München, Ampere

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