Lost in Vietnam (3) – Tripadvisor 2014 Winner

Hoi An - Die Stadt ist ein kleines Museum. Nur dass es nichts auszustellen gibt. Kaum einer käme auf die Idee, dass die Stadt einmal ein bedeutendes Handelszentrum in Ostasien gewesen ist. Heute gibt es im touristischen Zentrum ein paar verstreute alte chinesische Kaufmannshäuser mit bunt verzierten Giebeln, Drachenfiguren, Ornamenten, Räucherstäbchen, Schreinen und Zierteichen (man kann ein für alle gültiges Besucherticket kaufen), doch ansonsten: vor allem Restaurants, Cafés, Bars, Souvenirläden und unzählige Schneidereien. Alle Touristen lassen sich hier spottbillig Maßanzüge und Kleider schneidern. Wir haben keine Lust, uns vermessen zu lassen.

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Wir laufen durch die Gassen. Die Frage, was eigentlich zu tun wäre. Die Suche nach etwas, von dem wir nicht wissen, was es sein könnte, geht natürlich schief. Nachmittags Einkehr am Marktplatz, das Unbehagen, die Dinge nicht in die Hand nehmen zu können.

Wieder Prasselregen auf dem Asphalt. Die Frauen mit ihren Verkaufsständen auf Rädern haben sofort Plastikcapes zur Hand. Wir tun in Hoi An nichts außer spazieren zu gehen und zu essen. Während diese Tätigkeiten an anderen Orten als Programm völlig genügen, weil eine bestimmte Stimmung existiert, eine Gesamtkomposition wirkt, bleibt Hoi An eine leere Hülle. Dabei spielt natürlich eine Rolle, dass man ungefähr 12 Stunden geflogen und einen halben Tag Bus gefahren ist, um diesen Ort zu sehen.

Im Internet oder auch in persönlichen Gesprächen mit anderen Reisenden ist oft zu hören, dass Hoi An die Stadt sei, die "uns am besten gefallen hat". Vielleicht liegt es daran, dass abends am Ufer des Thu Bon Lichter in Lampions entzündet werden, und dies als eine recht "bezaubernde" Atmosphäre wahrgenommen wird. Wir wissen es nicht.

Wir sitzen abends am Fluss und schauen dem Treiben zu. Auf der kleinen Insel an der anderen Uferseite stehen viele Bars, die stark gemischte Drinks ausschenken. Immer wieder: Muskelshirts und Hot-Pants, der Dresscode der selbstvergessenen Hedonisten. Sie sind hier nicht unwillkommen.

Hoi An, so scheint es, existiert nämlich allein zu dem Zweck, dass Touristen mit flüchtiger Aufmerksamkeit hindurchschlendern und Geld ausgeben. Es ist völlig austauschbar, was in den zahlreichen Restaurants angeboten wird: Spaghetti, Pizza, Baguettes, Croissants, Burger und - das natürlich auch - echte "Vietnamese cuisine", die selbstverständlich nie so gut ist wie die tatsächliche echte vietnamesische Küche, die man zum Beispiel in einer Seitenstraße von Saigon findet.

Die Vietnamesen in Hoi An haben sich das Geschäft gut aufgeteilt. Man wird vermittelt, einer ruft kurz irgendwo an, sofort ist alles in die Wege geleitet: die Wäsche, der Ausflug in die Marmorberge, die Leihfahrräder, das Flugticket. Hoi An ist eine gut funktionierende Tourismusmaschine, eine saubere Kalkulation. Der Reisende nimmt voll und ganz die Rolle des Konsumenten ein, in Deutschland würde man sagen: des Verbrauchers (ein schreckliches Wort). Eine Stadt wie ein Freizeitpark für den Backpacker-Pauschaltourismus, der sich in ganz Südostasien ausbreitet.

In Hoi An zeigt sich auch die "TripAdvisorisierung" der vermeintlichen Individualreiseziele. In jedem Schaufenster hängt ein "certificate" als angebliches Qualitätsprädikat, basierend auf Bewertungen des modernen Globetrotters, der das nächste Hostel unterwegs auf seinem iPad bucht. Man wundert sich: Da ist wieder ein Guest House "Trip Advisor 2014 Winner", was immer das heißen soll. Das inflationäre Ausstellen der womöglich selbstgedruckten Empfehlungen hat den Effekt, dass sie ihre Werbewirkung völlig verlieren. Der Herr an der Rezeption unseres Hotels bittet uns trotzdem, ihn persönlich auf TripAdvisor mit Namen zu erwähnen.

Was man bedauert: dass das Authentische irgendwie fehlt, ohne dass man genau sagen könnte, was damit gemeint ist. Dabei komme ich mir vor wie eine alberne Figur: auf der Suche nach einem ursprünglichen Reiseabenteuer in einer über alle Maßen kitschigen, konfektionierten Stadt. Einzig sehenswert sind die alten chinesischen Handelshäuser. Mein Ärger über meine eigene Anspruchshaltung.

Wir sind keine Entdecker auf dieser Reise. Wir folgen dem Touristenpfad nach Norden, und für etwas anderes sind wir entweder zu unwissend oder zu bequem. Und was wäre auch dagegen einzuwenden? Wir folgen der Masse, so findet man schnell Gesellschaft. Am Ende sind wir auch nur zwei vergnügungssüchtige Europäer mit etwas zu empfindsamen Gemütern, die mit jeweils 600 harten Dollar in der Tasche die Devisenarbitrage in einem aufstrebenden, aber immer noch verhältnismäßig spottbilligen Schwellenland ausnutzen, um sich in der Abendsonne in eine diffuse Wohlfühllaune zu trinken.

Dennoch: Wehmut. Eine ungreifbare Unzufriedenheit meinerseits.

Unser Fokus richtet sich auf das nächste Ziel der Reise: Hanoi, das Zentrum des Nordens. Wir hoffen, dort so etwas wie Ursprünglichkeit zu finden, eine Konservierung des alten Vietnams, das noch nicht - wie die Boomtown Saigon - auf dem Weg ist, ein neues Bangkok zu werden.

Vietnam liegt in zwei Klimazonen. Der Süden ist tropisch-feucht, der Norden gemäßigter und kühler. Wer das ganze Land sehen möchte, sollte in den trockenen Monaten von November bis Januar verreisen. In den Sommermonaten bringt der Südostmonsun im Süden des Landes viel Regen, dafür kann es im Winter im Norden frisch werden.

Mit einer Zwischenlandung von Deutschland aus nach Saigon. Emirates fliegt über Dubai, Etihad über Abu Dhabi, Air France über Paris.

Ja. Reisende aus Deutschland müssen das Visum online unter http://visa.mofa.gov.vn bei der vietnamesischen Auslandsvertretung beantragen. Es gibt Single-Entry-Visa für die einmalige Einreise und Multi-Entry-Visa für die mehrfache Einreise.

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es für jeden Geldbeutel. In Saigon und Hanoi gibt es luxuriöse Sternehotels, in der Mittelklasse ein großes Angebot. Individualreisende können im ganzen Land auf ein dichtes Netz an einfachen Hostels zurückgreifen, in denen die Übernachtung selten mehr als 15 US-Dollar kostet. Wer sich etwas mehr Komfort gönnen möchte, geht in ein Boutique-Hotel (ab etwa 30-40 US-Dollar pro Nacht).

Vietnam ist ein sicheres Reiseland. Touristen können sich frei bewegen. Taschendiebstähle sind - wie überall auf der Welt - möglich und lassen sich durch einfache Vorsichtsmaßnahmen verhindern.

Vietnam ist immer noch ein sehr günstiges Reiseland. Wer mit wenig Budget reist, braucht nicht mehr als 30 US-Dollar am Tag (10 für Essen, 10 für Übernachtung, 10 für Transport).


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