Lost in Vietnam (2) – Verstopft von Gedanken

Die Küstenstadt Nha Trang galt einmal als das "Nizza des Ostens", lesen wir. Klingt nicht schlecht. Wir wollen auf der Corniche schlendern und den Seewind hören. Auf nach Osten.

Nha Trang - Der Nachtbus braucht sieben Stunden, die Straßen sind nicht gut. Hinter der Fensterscheibe geht die Sonne auf, jetzt ist an Schlaf nicht mehr zu denken, morgens ist es viel zu hell. Die Preisvorstellungen der Taxi- und Motortaxifahrer gehen wild durcheinander. Wir wissen, wo die Straße mit den Hostels ist.

Nha Trang liegt an der Küste des südchinesischen Meers und soll den Charme eines überschaubaren Seebads haben. Wir hielten das für eine gute Idee, nach Saigon mit seinen sieben Millionen Einwohnern erst mal ans Meer zu fahren und zu entspannen.

Ein kilometerlanger Sandstrand säumt die Bucht, am Wasser stehen große Hotels für die meist russischen Gäste, die Nha Trang als billiges Winterquartier nutzen. Der Vergleich mit Nizza: vermessen, weil nicht auch sich heraus gewachsen, weil einfach hochgezogen.

Lost in Vietnam (2) – Verstopft von Gedanken
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Unser Hostel ist sehr austauschbar. New Day Hotel, Blue Sky Hotel, King Hotel, man vergisst die Namen der Unterkünfte sofort. Wir haben ein einfaches Zimmer, zwei Betten, ein Bad mit einem Duschkopf, alles noch akzeptabel sauber, für lächerliche 15 Dollar die Nacht. Es gibt natürlich Wireless LAN, wie in fast allen Touristenorten in Vietnam.

Nachdem wir noch einmal geschlafen haben, laufen wir in der Mittagshitze die Promenade entlang, verschieben das Schwimmen im Meer auf morgen, weil es jetzt zu heiß ist. Wir laufen einfach umher, so als brächte die Bewegung ganz natürlich Ereignisse mit sich, was ja tatsächlich oft so ist. Die Wolken über den Bergen kündigen Regen an.

Lost in Vietnam (2) – Verstopft von GedankenV ietnam in der Regenzeit: Gewitter am Nachmittag.

Wir besuchen ein altes Heiligtum der Cham, einer alten Kultur, die weitgehend vertrieben wurde, und die Long-Son-Pagode mit ihrem 14 Meter hohen weißen Buddha, der unergründlich über den Hafen der Stadt hinwegschaut. In dem kleinen Shop eines alten Mannes hängen E-Gitarren an der Wand, sonst ist der Raum leer bis auf einen Kühlschrank und ein paar Plastikstühle. Wir trinken Coca Cola und schauen hinaus in das Gewitter, das jetzt über die Bucht zieht.

Die Schönheit in der Strandbar erklärt: "I am Russian but I don't like Russian people." Wir bestellen Gin Tonic, als ob nichts anderes schmeckt. "See this guy", sagt sie und zeigt zu einem Mann, "he talked to me like he was my friend." Wir versuchen am nächsten Morgen mit russischen Urlaubern am Strand zu reden, natürlich über Fußball, aber sie können keinen Brocken Englisch, und so gehen uns die Wörter aus.

Vielleicht machen die Russen das richtig: einfach in die Sonne abhauen, nichts erwarten außer braun zu werden und diese Bräune dann als Ausweis für ein gutes Leben in die Heimat tragen. Aber man muss sehr weise oder sehr stumpf sein, um sich einen ganzen Nachmittag auf eine Liege zu legen, ohne zu reden oder zu lesen oder sonst etwas zu tun.

Mit einem Mal habe ich keine Ahnung, was genau ich überhaupt in Nha Trang mache. Es gibt sicher tausend Orte auf der Welt, die gerade schöner wären. Der gleißend weiße Strand, die Hochhäuser, die Shops und Restaurants in den Straßen: eine verwechselbare Küstenstadt mit dem touristischen Reiz einer mit Bausünden verschandelten Ferienagglomeration an der Costa Brava.

Kaffee trinken und reden. Der Tag geht langsam dahin. Noch einen Kaffee und wieder reden. Über "das Leben" und die Befindlichkeiten, die es mit sich bringt, darüber, was gelungen ist, wo man glaubt herzukommen, rein kopfmäßig, wo man gerade steht und hinmöchte. Alles legitim, alles nachvollziehbar. Aber dadurch lässt man das Außen nicht in seinen Kopf und bleibt auf sich selbst zurückgeworfen, man verstopft an Gedanken.

Interesse an der Welt statt Interesse an sich selbst, das ist der Weg, das sollte auch unser Programm für die weitere Reise sein, denke ich, während ich am Strand von Nha Trang sitze und die Zeit sich so träge vorwärts bewegt wie ein Verdurstender in der Wüste.

Vietnam liegt in zwei Klimazonen. Der Süden ist tropisch-feucht, der Norden gemäßigter und kühler. Wer das ganze Land sehen möchte, sollte in den trockenen Monaten von November bis Januar verreisen. In den Sommermonaten bringt der Südostmonsun im Süden des Landes viel Regen, dafür kann es im Winter im Norden frisch werden.

Mit einer Zwischenlandung von Deutschland aus nach Saigon. Emirates fliegt über Dubai, Etihad über Abu Dhabi, Air France über Paris.

Ja. Reisende aus Deutschland müssen das Visum online unter http://visa.mofa.gov.vn bei der vietnamesischen Auslandsvertretung beantragen. Es gibt Single-Entry-Visa für die einmalige Einreise und Multi-Entry-Visa für die mehrfache Einreise.

Übernachtungsmöglichkeiten gibt es für jeden Geldbeutel. In Saigon und Hanoi gibt es luxuriöse Sternehotels, in der Mittelklasse ein großes Angebot. Individualreisende können im ganzen Land auf ein dichtes Netz an einfachen Hostels zurückgreifen, in denen die Übernachtung selten mehr als 15 US-Dollar kostet. Wer sich etwas mehr Komfort gönnen möchte, geht in ein Boutique-Hotel (ab etwa 30-40 US-Dollar pro Nacht).

Vietnam ist ein sicheres Reiseland. Touristen können sich frei bewegen. Taschendiebstähle sind - wie überall auf der Welt - möglich und lassen sich durch einfache Vorsichtsmaßnahmen verhindern.

Vietnam ist immer noch ein sehr günstiges Reiseland. Wer mit wenig Budget reist, braucht nicht mehr als 30 US-Dollar am Tag (10 für Essen, 10 für Übernachtung, 10 für Transport).


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