Loma: Musik als Möglichkeit

Loma: Musik als MöglichkeitLoma
"Loma"

(Sub Pop)
Jede Rezension braucht eine gute Geschichte - diese hier ist gut, aber auch etwas traurig: Jonathan Meiburg, Gründer und Sänger der texanischen Indierockformation Shearwater, hat nicht viel Zeit gebraucht, um sich für die Musik von Dan Duszynski und Emily Cross zu begeistern. Weit reisen mußte er dafür auch nicht, schließlich tourten die beiden unter dem Namen Cross Record im Vorprogramm seiner Band und irgendwann kam er dann mit der Idee um die Ecke, neue Stücke für eine gemeinsame Produktion zu schreiben - die Geburtsstunde von Loma. Dem Debütalbum, das nun erschienen ist, muß man sich mit etwas Geduld nähern, die Stücke sind weit davon entfernt, sich dem Zuhörer auf Anhieb zu erschließen, keine Hits, keine Ohrwürmer, nichts, was man im Vorbeigehen mal einfach so mitnehmen kann. Die drei mischen hier düsteren Folk, Elektronika und Krautrock, eingängige Melodien zwar, aber vertrackte Rhythmen, mal mit wuchtigen Drums, mal fragil und zerbrechlich. Ein treibender, durchgängiger Beat wie bei "Dark Oscillations" und "Relay Runner" ist eher selten zu hören, vieles wirkt gedämpft und eigentümlich distanziert.

Und irgendwann gelangt man dann zum Song "I Don't Want Children", den Cross mit zarter Stimme (die nicht selten an Leslie Feist erinnert) singt, der Text voll bitterer Gedanken: "I don't want children, even though if I did, I would want them from you", es folgt einer Reihe trauriger Vorausblicke in eine Zukunft, von der man ahnt, daß es keine gemeinsame sein kann. Und dazu paßt dann die Nachricht, die man gerade in einem Feature bei NPR lesen konnte, daß nämlich Cross und Duszynski während der Arbeit an ebenjener Platte mehr und mehr Zweifel an ihrer Beziehung kamen, der Abschluss der Aufnahmen markiert so auch die Trennung ihrer Ehe und Duszynskis Ausstieg bei Cross Record. Natürlich gibt es für solche Fälle genügend trostreiche Sinnsprüche, nachdem jedem Ende auch ein Anfang innewohne (der hier Loma heißt). Schmerzlich bleibt es allemal und manifestiert sich letztlich auch in den großartigen, zweifelnden Schlußakkorden von "Shadow Relief" und "Black Willow", dem Eingeständnis, der Erkenntnis, daß man nicht weiß, wie es jetzt weitergehen soll. Diese Musik ist eine Möglichkeit. http://lomatheband.com/
13.06.  Hamburg, Hafenklang
18.06.  Berlin, Musik und Frieden
19.06.  Dresden, Beatpol
21.06.  Wien, Arena

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