Lieber Hater, was hast du dir dabei gedacht? Kinder und Beleidigungen im Internet

Wenn ich eines für Hater empfinde, dann ist es Mitleid.Ich frage mich: Warum hat jemand Zeit und Lust, sich Inhalte anzusehen, die er nicht mag, Videos von Menschen zu gucken, die er anscheinend zutiefst zuwider ist.Mich würde es traurig machen, andere menschen dumm oder hässlich zu nennen, da ich selbst auch nicht von anderen Menschen so genannt werden möchte - was bringt es mir auch, was ist der Vorteil daran, andere Menschen schlecht zu reden?
Ich selbst gebe nichts darauf, was andere Menschen sagen - in meiner Realschulzeit war ich eine Außenseiterin, eine bewusste Außenseiterin, weil ich mit meinen Mitschülern im zarten Alter von 12 nicht Mitsaufen und Kotzen wollte, keine Lust hatte, mit 13 Jahren einen 30jährigen Freund zu bumsen, der sich dann auch noch im Haus meiner Eltern einquartiert. Ich war es also von Jugend an gewohnt, anders zu sein und meine Freunde vom Chor, von den Pfadfindern und aus meiner Clique feierten das, anders zu sein und nicht jeden Kuhdorfmist mitmachen zu müssen.An der nächsten Schule war ich dann übrigens Klassenbeste und beliebt, ich hatte ab der Höheren Handelsschule, auf dem Gymnasium und im Studium immer eine tolle Zeit - ich war und bin anders, natürlich, ich bin einzigartig und das ist toll -  und immer wieder bekomme ich zu hören, wie cool das ist, dass ich jahrelang gekellnert habe, am Theater gearbeitet habe, weit gereist bin und eigene Theaterstücke geschrieben und inszeniert habe.
Aber jeder ist anders - Hate, das ist Gewalttätigkeit mit Worten - Hate kann Menschen töten oder kaputt machen. Hate schafft Wunden, die man von außen nicht sieht - und doch Spuren in Menschen hinterlässt - ein Leben lang. Und daher sollte man keinen einzigen Hatekommentar im Internet kleinreden oder ignorieren.
Lieber Hater, was hast du dir dabei gedacht? Kinder und Beleidigungen im Internet
Hater sind wie ein Pickel am Kinn - unangenehm und leider gibt es sie immer wieder, kein Youtuber oder Blogger ab einer gewissen Größe lebt haterfrei.
Aber an meinem Titel könnt ihr lesen, dass ich mich schon öfters nach dem "Warum?" frage, denn ehrlich - ich war ein Kind, das hat mal Mist gebaut, sich auch mal geprügelt, Briefchen geschrieben und das alles noch vor dem Zeitalter der Smartphones.
Ehrlich gesagt kann ich mir gar nicht vorstellen, wie schlimm das sein musst, dass du heute eine WhatsApp Gruppe mit allen deinen Mitschülern ab der 5. Klasse hast, dass das neuste iPhone ein Muss ist, bereits für Grundschüler ein Statussymbol und das du immer und überall Mist bauen kannst, während wir unsere Telefonstreiche noch in Telefonzellen machten und statt Fakeprofile Fakeliebesbriefe schrieben.
Das Hater kommen und gehen, ist bei mir gar nicht so oft - ich habe anscheinend auch keine hartnäckigen Hater, die immer wiederkommen. Im Gegenteil: Bei mir findet sich oft die Hotelgruppe der "Löscher". Nebenbei gibt es auch andere Sorten, z. B. "Copy and paste", die "Aufmerksamkeitsgeilen", die sich dann freuen, dass man auf dem Kommentar reagiert, die "Meine Freundin hatte das Handy" und die "Argumentierer" - die alle zu beschreiben würde hier aber jeglichen Rahmen sprengen.
Löscher, das heißt: 
  • Hater schreibt Kommentar
  • Ich reagiere dann irgendwann - ich lösche natürlich keinen Hate, manche Hater schreien dann Zensur! Und die meisten Youtuber und auch #NichtEgal empfehlen, sich damit auseinander zu setzen. Ich frage also nach dem Warum, habe aber bis heute keine sinnvolle Antwort bekommen - wahrscheinlich, weil die Autoren der Kommentare meist so jung sind, dass sie selbst nicht bewusst reflektieren, warum sie so handeln, wie sie handeln.
  • Es kommen weitere Beleidigungen
  • Es kommt irgendwann eine Löschankündigung
  • Die Kommentare sind weg und ich die Löscher glauben, dass sie dadurch sicher sind, anonym agiert zu haben

Lieber Hater, was hast du dir dabei gedacht? Kinder und Beleidigungen im Internet
Warum ich dieses Beispiel heute einmal als eines von vielen herausgreife?Weil es sich um ein Kind handelt, dass wirklich bewusst und wissentlich handelt, anscheinend aber mit dem Halbwissen lebt, dass so etwas keine Konsequenzen hat und sich dabei um Kopf und Kragen redet, mir gar mit einer Anzeige droht - warum, hat das Kind mit dem Usernamen adidas Love nicht beantwortet und ich bin mir auch relativ sicher, dass bereits dieses Konto gelöscht sein wird und man nichts mehr von dem User oder der Userin hört oder sieht.
Dass das ein Kind ist? Keine Frage - ich glaube nicht, das ein Mensch aus meiner Generation so leichtfältig mit dem Internet umgehen würde. Gerade zwischen 2002 und 2009 gab es in meiner Heimat immer wieder Fälle, in der Kinder und Jugendliche durch Beleidigende Websites, Posts, Bilder oder Videos von der Schule geschmissen wurden und Strafen erhalten - heute habe ich irgendwie das Gefühl, dass das Thema nicht mehr so ernst genommen wird wie damals, denn Hate - das geht immer und überall.
Lieber Hater, was hast du dir dabei gedacht? Kinder und Beleidigungen im Internet
Ich empfinde keinen Hass gegenüber leiten, die mich halt hässlich oder dumm oder Sonstiges finden. Es verletzt mich auch nicht mehr - als ich 2009 mit Youtube anfing, da habe ich das alles megaernst genommen und fühlte mich mega angegriffen, jedes Mal - heute ist das anders, da heutzutage man ja leider echt von einer Haltekultur reden kann - Facebook ist vorne mit dabei, aber auch Youtube ist eine der Hateplattformen im Netz, auch unter Onlinemagazinen wird kräftig gehatet.Was soll das denn eigentlich?Die Hater fühlen sich sicher und anonym im Netz, sie denken, dass sie hier ihre Meinung, ihren Frust (?) in die Welt herausschreien können - ohne Konsequenzen.Und wenn Papa fragwürdige Kommentare bei Facebook postet, warum sollten Tochter oder Sohn es ihm nicht gleichtun? Hate kennt keine Altersgrenze - weder nach oben noch nach unten.
Ein ehemaliger Kommilitone hatte das Hobby, einfach Fremde unter Videos zum Thema Nationalsozialismus zu beleidigen und anzugreifen,  wenn er einen schlechten Tag hatte. Einfach so. Warum, fragt ihr euch? Naja, so richtig konnte er das auch nicht beantworten. Hatte er viel Zeit, machte er stattdessen Sport, um sich abzureagieren, aber wenn man zwischen zwei Univeranstaltungen oder Uni und nebenjob nur wenig Zeit hat, kann man ja den Dampf dort digital bei Youtube ablassen, meinte er zu mir und ließ mich damit verständnislos zurück.
Lieber Hater, was hast du dir dabei gedacht? Kinder und Beleidigungen im Internet
Weiterhin stehe ich allein mit der Frage nach dem WARUM?Und es gibt wohl so viele Antworten wie Hater, wir können nicht in ihre Seelen blicken und vielleicht sind sie sich selbst gar nicht bewusst nach der Intention, die sie dazu bringt, ein Hater zu werden.Es können eigene Probleme sein, ein schwieriges Umfeld - und es kann genauso sein, dass das Kind keinerlei Probleme hat, alles ist super, dem kind geht es gut, aber anscheinend herrscht Langeweile - also warum nicht einfach Menschen provozieren, wenn man sich im Internet doch sicher fühlt?Wir können aber auf keinen Fall Pauschalisieren und sagen: "Du bist eh nur ein dummes Kind" oder "Du bist nur neidisch" schreiben.
Handelt es sich tatsächlich um eine Beleidigung oder eine Verleumdung?Ausreden wie "meine Freundin hatte das Handy" gilt übrigens nicht - die IP kann eindeutig ein Endgerät ausmachen, da du sicher entweder von zuhause aus Internet nutzt oder ein Handy nutzt, kann man es also genau auf dich zurückführen - dazu hat die Polizei ja die Möglichkeit bei einer Straftat wie dieser. Auch die Ausrede "Ich bin kein Kind, du kannst mich nicht bestrafen", wie ich sie im Fall von adidas Love hörte, ist schlichtweg nicht war - bei Youtube kann man klar und deutlich erlesen, dass ein Nutzer bei der Anmeldung bestätigen muss, dass er/sie mindestens 13 Jahre alt ist - ist man jünger, macht der User sich strafbar bzw. für die Eltern (keine Rechtsberatung!) ist das eine Verletzung der Aufsichtspflicht - zwar müssen Eltern ab einen gewissen Alter ihre Kinder nicht mehr komplett überwachen, was die Nutzung von Internet angeht - sagen wir, ab einem Alter von 13 sollte das Kind genug Wissen über Recht und Unrecht im Internet haben, um selbstständig Youtube zu nutzen. Sollte das Kind aber Straftaten begehen, z. B.  illegal online streamen, illegal Filme oder Musik downloaden oder eben Beleidigung, dann können die Eltern zu Verantwortung gezogen werden.
Die schwierige und in Deutschland nicht rechtlich eindeutige Phase für Hater ist das Alter zwischen 13 und 14 - da natürlich Facebook und Youtube aus den USA stammen, kann man sich nach dort geltenden Recht ab spätestens 12 Jahren (je nach Bundesstaat) strafmündig ist.Strafmündigkeit beginnt in Deutschland mit dem 14. vollendeten Lebensjahr - unter 14 kann man zwar nicht verurteilt werden, dies bedeutet allerdings keine Narrenfreiheit für die User - denn das Familiengericht kann dennoch Maßnahmen einleiten, unter anderem wegen Verletzung der Aufsichtspflicht, die dann für den Schaden der Kinder haften. Dahingehend wird es allerdings Zeit, dass unser Gesetz überarbeitet wird, da inzwischen fast jeder Grundschüler bereits ab einem Alter von 10 Jahren über ein Smartphone verfügt und dann teils auch unerlaubterweise auf Instagram, Youtube, Facebook oder anderen Plattformen unterwegs ist.
Das die Userin adidas Love übrigens schrieb, sie käme aus England, käme ihr nicht zu Gute: In Großbritannien ist man ab dem 10. Lebensjahr bereits strafmündig. 
Was ich euch empfehlen, wenn ihr im Netz mit Hate konfrontiert werdet:
  1. Antwortet nicht sofort, am besten setzt ihr euch mit einer zweiten Person zusammen und bespricht, wie ihr auf den Kommentar reagieren wollt, um nicht impulsiv und gefühlsgeleitet zu handeln.
  2. Ignoriert oder löscht den Hate nicht - genau darauf sehen es einige hater ab, gelöscht zu werden und dann laut ZENSUR!!! oder FEHLENDE MEINUNGSFREIHEIT! zu schreien - "Ich sag nur meine Meinung" ist ja ohnehin eine der beliebtesten Ausreden für Hater. Gebt Ihnen also die Möglichkeit, sich zu äußern und selbst zu reflektieren.
  3. Wenn es nicht anders geht, kann man auf jeder Plattform die Beleidigung auch melden und den  User blockieren. Dies würde ich allerdings erst empfehlen, wenn ihr mit dem User Kontakt aufgenommen habt und es wirklich nicht anders funktioniert - ich mache so etwas vor allen Dingen bei Copy und Paste Hatern, die im großen Stil unter viele Videos immer wieder einen beleidigenden Kommentar mit genau selben Inhalt schreiben - bei denen stellt sich auch die Frage, ob es vielleicht sogar Social Bots sind.
  4. Fans bitten, sich nicht einzumischen - ich weiß, es ist natürlich verführerisch, wenn man eine Fanbase hat und diese dann den Hater zurückbeleidigen. Aber hey, ich möchte nicht, dass meine Zuschauer am Ende auch eine Anzeige bekommen, weil sie meinen, mich verteidigen zu müssen. Ich bin alt genug, und ich kann für mich selbst sprechen - daher brauch ich keinen, der auf mich aufpasst oder für mich spricht - auch, wenn das lieb gemeint ist.
  5. Auf den Inhalt schauen - denn "Dein Video ist mies" kann ja auch durchaus mal berechtigt sein und bei so etwas kann man auch einfach neckisch mit "Wenn es dir nicht gefällt, bist du herzlich dazu eingeladen, keines meiner weiteren Videos zu gucken." antworten, gerne mit Smiley.
  6.  Nehmt am besten den Hate mit Humor. Ich meine, ist euch dadurch ein Schaden getan, dass ein völlig fremder Mensch euch dumm oder hässlich oder sonst was findet?
  7. Nicht einschüchtern lassen oder auf alles vertrauen, was User im Internet so schreiben 
Lieber Hater, was hast du dir dabei gedacht? Kinder und Beleidigungen im Internet
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