Liebe Community, mir ist etwas klar geworden!

Liebe Community,
in den vergangenen Monaten ist auf allen Seiten viel gesagt worden. Es wurde kritisiert, verteidigt und extrem viel beleidigt. Und das ist verdammt schade. Nicht, dass diskutiert wird, nein, sondern die Art, wie wir es tun.

Jeder von uns hat seine eigene Meinung und für diese hat auch jeder seine eigenen Gründe und das sollte respektiert werden. Immer. Das heißt nicht, dass man mir beispielsweise nicht sagen darf "Hey, ich finde du redest hier gerade totalen Bockmist!", im Gegenteil, ich begrüße sogar Kritik, würde ich ohne sie schließlich nicht immer wieder dazu angehalten werden, mich selbst zu hinterfragen. Was ich nicht begrüße sind Beleidigungen. Niemand ist ein schlechter Mensch, weil er Buch X gelesen und Gefallen daran gefunden hat, ebenso wie niemand schlecht ist, weil es ihm da eben anders geht.

Liebe Community, mir ist etwas klar geworden!

Warum ich das schreibe? Weil Ramona, Franzi und ich gestern einen Beitrag online gestellt haben, in denen wir unsere Sichtweise versuchen zu erklären, in der Hoffnung, diese Richtig vs Falsch Debatte in die Richtung einer offenen Diskussion zu lenken und was ist passiert? Wir wurden kritisiert. Doch nicht hier auf unseren Blogs, wo wir es direkt mitbekommen hätten, sondern auf Twitter. Ohne uns zu markieren. Ich habe gestern den ganzen Tag damit verbracht, die Tweets, die sich auf meinen Beitrag bezogen, zu finden und dann dort darauf reagiert, aber darauf will ich gar nicht hinaus. Sondern darauf, dass wir in unseren Beiträgen offen um Austausch bitten und statt uns direkt zu sagen, dass man der Meinung ist, wie hätten Dünnschiss geschrieben, geschieht das irgendwo, wo wir es gar nicht unbedingt mitbekommen! Darüber hinaus wird schon wieder beleidigt und ich verstehe einfach nicht, wieso wir es verdammt nochmal nicht hinbekommen einfach mal zuzuhören, eine andere Meinung hinzunehmen und zu akzeptieren, dass man eben unterschiedliche Sichtweisen hat?! Menschenskinder, das kann doch nicht so schwer sein!

Meine Bloggerkolleginnen Ramona und Franzi dienten dieses Wochenende als Zielscheibe für jeden, der beleidigen wollte und das tut mir unendlich leid für sie und das völlig unabhängig davon, ob ich ihre Meinung teile oder nicht. Ich hingegen hab mich wirklich austauschen können und dafür möchte ich an dieser Stelle Aurelia und Lena noch einmal ganz herzlich danken. Wir werden sicherlich auch weiterhin nicht über alles gleicher Meinung sein, aber das war ja auch nie das Ziel. Der Austausch mit ihnen hat mir gezeigt, dass es möglich ist, auch bei heiklen Themen zuzuhören, offen für die andere Seite zu sein und sachlich zu diskutieren und darüber bin ich wahnsinnig froh.

Gezeigt haben mir diese Diskussionen außerdem zwei Dinge. Zum einen, dass wir von völlig unterschiedlichen Diskussionen gesprochen haben und dadurch viele Missverständnisse entstanden sind. Missverständnisse, die die Fronten verhärtet, das Feuer entfacht und zeitweise zu Worten geführt haben, die unter die Gürtellinie gingen. Zum anderen, dass solche Diskussionen nicht auf Twitter, sondern auf Blogs gehören, um die Möglichkeit zu haben, wirklich miteinander zu reden, anstatt aneinander vorbei. Und das ist so wichtig (wie man jetzt ganz aktuell wieder sieht)! Es ist wichtig, dass wir uns zuhören und mit den Meinungen des anderen arbeiten und nicht gegen sie!

Also, liebe Community, lasst uns den Austausch zurück auf unsere Blogs holen, wo man ausführlich und nachvollziehbar diskutieren kann und sorgen wir dafür, dass man auf unseren Blogs auch von mobilen Geräten bequem mitdiskutieren kann (vielen Dank für den Hinweis, Aurelia!). Und wenn der Austausch da ist, lasst uns auch die andere Meinung begrüßen und wenn wir sie nicht verstehen, nachfragen, wie es zu dieser Sichtweise kam. Keine Sorge, dadurch werden wir nicht zum Verräter an unseren Standpunkten, aber wir können eventuell andere besser verstehen und sehen, dass unser Gegenüber wegen seiner anderen Sicht auf eine Sache nicht gleich ein schlechter Mensch ist, der die Augen vor allen möglichen Dingen verschließt und Probleme verherrlicht.

Abschließend noch eins: vergesst nicht, wie viel Macht Worte haben. Vergesst nicht, was Worte anrichten können. Vergesst nicht, dass hinter dem Bildschirm immer noch ein Mensch aus Fleisch und Blut sitzt. Danke.