Leserrezension zu "Erwartung" von Jussi Adler-Olsen

Mayersche

Korruption und Mord in den höchsten Regierungskreisen ist das Thema dieses Krimis und in bewährter Weise verknüpft der Autor mehrere Handlungsstränge miteinander. Wieder einmal stehen Carl Morck vom Sonderdezernat Q und seine Mitarbeiter im Zentrum des Geschehens. Zugleich wird die traurige Geschichte eines angeblichen Zigeunerjungen Marco erzählt, der von seinem selbsternannten Clanoberhaupt zum Stehlen dressiert wurde wie die anderen Kinder auch.
Marco will aus diesem Leben ausbrechen und stolpert bei seinem Fluchtversuch ausgerechnet über eine Leiche. Dass diese einem Regierungsmitarbeiter gehört, weiß er nicht. Noch weniger, dass dieser Mitarbeiter einer ziemlich üblen Geldwäsche auf der Spur war. Es geht um viele Millionen, die über ein Entwicklungsprojekt in Afrika veruntreut wurden.
Carl Morck gelingt es zunächst nur langsam, mit Hilfe seiner ungewöhnlichen Assistenten Rose und Assad sowie des unerwünschten Neuzugangs im Dezernat Gordon, diese Fäden zu entwirren. Allerdings wird Marco als Zeuge und Verräter inzwischen von seinem Clan und einigen Drahtziehern des Millionendeals gejagt. Sogar bezahlte Killer werden auf ihn angesetzt. Morck will den Jungen unbedingt vorher finden und retten.
Dieser Krimi von Jussi Adler-Olsen gefiel mir durch seine Menschlichkeit und Einfühlsamkeit, trotz der vielen durchaus grausamen und gewalttätigen Szenen. Der Autor beschreibt das Leben und die Gefühle des heimatlosen Jungen so aufrichtig, als hätte er das alles selbst durchlebt. Als Sympathieträger stiehlt der Protagonist Marco Jameson in diesem Fall dem Ermittler Carl Morck die Schau. Fünf von fünf Punkten.

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