Lesen Jungen schlechter als Mädchen

Von Buchstabenspiel

Lesen Jungen schlechter als Mädchen? Dieser Frage soll im Folgenden auf den Grund gegangen werden.

Tatsächlich wird in Studien regelmäßig festgestellt, dass in vielen Ländern es eine „Leselücke“ zwischen Mädchen und Jungen gibt. Mädchen schneiden bei der Lesekompetenz meist besser ab als Jungen. Aber es wurden auch Studien gemacht, die zeigen, dass Laut die Unterschiede auch mit dem Stereotyp selbst zu tun haben könnten. Denn Psychologen konnten in einem Experiment zeigen, dass männliche Schüler in einem Lese-Test besser abschneiden, sofern sie diesen für ein Spiel halten. Interessant. 

Doch kann man mit einfachen Thesen wie, Mädchen lesen gern oder Jungs können mit Büchern weniger anfangen, einer Erklärung näher kommen? Das Stereotyp scheint von Statistiken, wie zum Beispiel der Pisa-Studie, gestützt zu sein. Mädchen schnitten durchgehend in allen Ländern besser ab und waren Jungen voraus. Woran liegt das? Glauben Jungen das Stereotyp und befolgen es? In Frankreich hat man den Test zu Erfassung der Lesefähigkeit verändert und einmal als Test präsentiert und einmal als Spiel. Und siehe da, beim Spiel erzielten Jungen gleich gute Ergebnisse. 

Heißt das, dass Lesen als weiblich verstanden wird, und Jungen womöglich von der unbewussten Erwartung, schlechter als die Mitschülerinnen lesen zu können, auch tatsächlich im Test schlechter lesen? Dafür sprechen die Ergebnisse des Versuchs in Frankreich. Leistungsunterschiede von Kindern könnten von Stereotypen stärker geprägt sein, als wir glauben. 

Lesen ist stark weiblich konnotiert. Dieses Bild sollte gezielt geändert werden. Lesen ist menschlich und das sollte gezeigt werden, dann können Jungen und Mädchen gleichermaßen lesen genießen. 


Einsortiert unter:Eltern, Informationen, Jugendliche, Lehrende