Leben mit Baby: Wie mein Partner zurück stecken muss

Seit der Geburt von Mini-Me ist nichts mehr wie es vorher war. Ich spüre es. Aber auch mein Partner spürt es. Das auch er einige Abstriche machen muss und oftmals zu kurz kommt, wird mir aber jetzt erst bewusst. Oft sah ich mich im Recht oder fühlte mich eingeschränkter als er. In einigen Dingen mag das zwar stimmen, trotzdem haben es Väter auch nicht immer leicht…

Mein stärksten Argument war bisher: Ich stille noch immer so gut wie voll und ich stehe nachts auf. Ich bin 24 Stunden  Mutter. Komme vor 21, manchmal auch 22 Uhr nicht auf die Couch, habe keine 30 Sekunden um alleine aufs Klo zu gehen und bin nicht nur Mutter sondern auch Spielminister, Ärztin, Köchin, Zubettgeh-Kanzlerin, Hausfrau, Gassigängerin und Kuschelabgeordnete. Das war für mich Arbeit genug, an die mein Partner nicht dran kommt. Klar, er geht arbeiten und bringt das meiste Geld mit nach Hause, aber ich verdiene auch Geld und bin nicht von ihm abhängig. Zudem kümmere ich mich um unser Kind und versuche den Haushalt einigermaßen in Ordnung zu halten… Als ich mir in einer ruhigen Minute Gedanken darüber machte, wie mein Leben sich verändert hat, dachte ich erstmals auch über das Leben meines Partners nach.

Irgendwie merkte ich, dass ich ihn in vielen Dingen oft vergas. Ja, dass er sogar oftmals zu kurz kam.

Er geht in der Frühe aus dem Haus und kommt spät am Nachmittag erst wieder nach Hause. Oft muss er aber erst noch in die Stadt fahren, weil ich es vorher nicht geschafft habe. Am Wochenende machen wir hier zusammen so gut es geht die Wohnung, fahren soweit Mini-Me es zulässt mal weg oder gehen einkaufen.

Aber das ist nicht alles. Seine größte Veränderung ist nicht der Tagesablauf oder das er mehr Besorgungen machen muss. Es ist viel mehr, dass ich weniger Zeit für ihn und damit für die Beziehung habe. Das er so gut wie immer zurück stecken muss. Das Kind schreit, ich lasse ihn links liegen und mein ganzen Augenmerk ist auf dem Kind.

Am Ende bemerkte ich, dass man das alles nicht gegeneinander aufwiegen kann und vor allem nicht gegeneinander aufwiegen soll. Jeder Mensch ist verschieden. Dem einen macht dies nichts aus, dem anderen macht das nichts aus. Dem einen fällt das schwer, dem anderen das.

Meine Erkenntnis:

Oft sieht man nur seine Sicht der Dinge. Das ist normal und bis zu einem gewissen Grad auch ok. Trotzdem muss man sich auch in die Lage des/der Anderen versetzen. Ich werde nun öfter versuchen die Arbeit meines Partners anders zu bewerten. Schließlich gibt er sein bestes. Er kann nicht stillen und kann Mini-Me nicht beruhigen. Aber er kann einkaufen, er kann mit Mini-Me spielen und er kann Gassi gehen. Und das macht er alles, so gut er kann…

Habt ihr auch Veränderungen in der Beziehung zu eurem Partner festgestellt?

Alles Liebe!

Eure Nina


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