Laura Jarratt: Skin Deep - Nichts geht tiefer als die erste Liebe

[Rezension]Skin Deep – Nichts geht tiefer als die erste Liebe

Erscheinungstermin:

01. August 2012

Autorin:

Laura Jarratt

Verlag:

Dressler

Preis:

14,95 € (gebundene Ausgabe)

Seiten:

352

ISBN:

978-3-7915-1033-0

Originaltitel:

Skin Deep (Paperback, eBook)

Reihe:

Einzelband

Bewertung

[Rezension]Skin Deep – Nichts geht tiefer als die erste Liebe

Inhalt

Eine unüberlegte Handlung, sich einmal mitreißen lassen und schon hat sich das Leben für die 14-jährige Jenna für immer verändert. Nach einem tragischen Autounfall mit ihrer Clique sind ihre Freundinnen tot und Jennas Gesicht für immer vom Unfall gezeichnet. Gerade so konnte Jenna aus dem brennenden Auto befreit werden, doch was für immer bleibt, was sie bis ans Ende ihres Lebens an den Unfall erinnern wird, sind die furchtbaren Narben in ihrem Gesicht. Monster, so wird sie nicht nur hinter ihrem Rücken genannt, so fühlt Jenna sich auch selbst. Ein einziger Blick in den Spiegel reißt ihr beinahe das Herz aus der Brust, kein Spaziergang in der Öffentlichkeit vergeht, an dem sie von ihren Mitmenschen nicht angestarrt wird.
Bis sie eines Tages auf Ryan trifft, der nicht nur ihre Narben sieht, sondern auch das Mädchen, was sich dahinter verbirgt.

Meinung

‘Skin Deep – Nichts geht tiefer als die erste Liebe’ verspricht tatsächlich, was der Titel verspricht. Die Liebesgeschichte, die Laura Jarratt erzählt, geht wirklich tief, bis ins Herz, selbst beim Leser. Und doch gibt es neben dieser zarten und romantischen Handlung auch noch so viel mehr zu entdecken.

‘Skin Deep’ erzählt die Geschichten von der 14-jährigen Jenna und dem 16-jährigen Ryan. Beide sind sie junge Menschen, die aber trotzdem schon so einiges erlebt haben. Jenna schottet sich aufgrund ihres Aussehens von der Außenwelt ab. Für ihr viel zu junges Leben hat sie etwas viel zu traumatisches erlebt, als dass sich die Welt für sie einfach so weiterdrehen könnte. Laura Jarratt hat mich in den Kapiteln, in denen aus der Sicht des jungen Teenagers erzählt wird, auf eine emotionale Reise mitgenommen. Jenna meidet den Blick in jeden Spiegel in ihrer Umwelt, verschließt sich vor der wahren Welt, doch umso offener zeigt sie sich dem Leser. Die Gefühle, die Laura Jarratt über das Mädchen offenbart sind nicht nur tiefgründig, sondern berühren zutiefst. Diese Anfangskapitel präsentieren sich so intensiv, dass ich mit der Protagonistin mitleiden musste, ich konnte regelrecht spüren, was sie selbst fühlte, dieses Häufchen Elend, was am liebsten gar nicht mehr aus dem Bett aufstehen will. Und plötzlich ist da Ryan und Jenna ändert sich. Hier fangen die fröhlichen, die herzerwärmenden Momente an, die mich das Buch noch mehr haben verschlingen lassen. Genauso, wie ich zunächst mit der jungen Protagonistin mitleiden konnte, durfte ich anschließend an den Freuden ihres Lebens teilhaben. Plötzlich war ich nicht mehr emotional aufgewühlt, sondern habe die Geschichte mit einem Lächeln im Gesicht verfolgen können.

Doch Laura Jarratt belässt es nicht bei einer zutiefst einsamen Figur. Vielmehr zeigt sie, dass es in unserer Welt verschiedenste Ursachen für Einsamkeit und Traurigkeit geben kann. Vielleicht ist der Grund für Ryans Gefühle nicht so ergreifend, wie der von Jenna es aber sehr wohl ist, doch lässt die Autorin auch in den Kapiteln, in denen Ryan seine Geschichte erzählt, nicht weniger Raum für Emotionen. Ryan kennt nur ein Leben auf dem Hausboot. Mit seiner psychisch kranken Mutter reist er von einem Ort zum anderen, hat noch nie eine Wohnung von innen gesehen oder ist nicht wie unsereins mit einem Fernseher oder einer anständigen Küche gesegnet. Ryan weiß noch, was harte Arbeit bedeutet, er weiß aufgrund seines einfachen Lebensstils die kleinen Dinge im Alltag zu schätzen. Und genau das zeichnet seinen Charakter in der Geschichte aus. Durch seine eigenen Erfahrungen, wird er zu einem unheimlich sanften jungen Mann, den sich jedes Mädchen insgeheim erträumt. Er macht Jenna nicht nur zu einem offeneren und selbstbewussteren Menschen, sondern versucht immer und überall sein bestes zu geben. Und trotz dieser positiven und liebevollen Eigenschaften, hatte ich zunächst, wenn auch nur für wenige Kapitel, einen weniger guten Eindruck von ihm. Vielleicht ist es gerade sein ungewöhnlicher Lebensstil, seine Frustration darüber,  der ihn anfangs als Frauenaufreißer und Casanova schlechthin entwickeln lässt. Sein Verhalten gegenüber Frauen, besser gesagt Mädchen, war für mich eher abstoßend, als dass ich anfangen konnte, Sympathie für ihn zu entwickeln.

In ‘Skin Deep – Nichts geht tiefer als die erste Liebe’ gibt es insgesamt drei Hauptthemen. Offensichtlich eine Liebesgeschichte zwischen zwei jungen Menschen, die gerade wegen der beiden unheimlich tollen Charaktere zu berühren vermag. In diesem Buch gibt es so viele ‘Hach-Momente’, die zum Schwärmen einladen und einen daran erinnern, wie intensiv und prägend die erste wahre Liebe sein kann. Und obwohl das Buch keine hohe Seitenzahl aufweist und ich davon ausgegangen bin, dass sich die Liebesgeschichte unrealistisch schnell entwickelt, so war gerade das nicht der Fall. Laura Jarratt gibt den beiden Protagonisten genug Zeit, sich kennenzulernen, Gründe zu finden, um den anderen lieben zu lernen. Zwei Unbekannte treffen aufeinander, sie unterhalten und treffen sich, es entsteht eine Freundschaft, aus der schließlich mehr wird. Eine Geschichte, wie sie im wahren Leben tatsächlich hätte passieren können.
Genauso gefühlvoll und mitreißend habe ich in diesem Buch das Thema Familie empfunden, was sich aber aufgrund der verschiedenen Verhältnisse der Hauptfiguren stark unterscheidet. Laura Jarratt geht im Bezug auf Jennas Unfall nicht nur auf die Konsequenzen für die Protagonistin ein, sondern stellt auf dramatische Weise dar, dass sich eine gesamte Familie aufgrund eines Schicksalsschlags unabwendbar verändern kann. Doch neben diesen Veränderungen schweißt es eine Familie genauso stark zusammen.
Im Laufe der Handlung wendet sich das Blatt erneut und Laura Jarratt kombiniert die ohnehin schon umwerfende Liebesgeschichte weiterhin mit einem Kriminalfall. Ich selbst hatte das nicht erwartet, doch trübt das meinen Eindruck auf die Geschichte keineswegs. Denn nicht nur, dass sich dieser Handlungsstrang als äußert spannend und unvorhersehbar erwiesen hat, darüber hinaus hat er auch die Liebes- und Familiengeschichte auf positive Art und Weise vorangetrieben.

Fazit

‘Skin Deep – Nichts geht tiefer als die erste Liebe’ ist genauso intensiv, wie ich es mir vor dem Lesen vorgestellt hatte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Protagonistdn, der mir nicht sofort so gut gefallen hat wie die Protagonistin, kam ich nicht mehr umhin ins Schwärmen zu geraten. Das Buch erzählt eine Liebegeschichte, wie sie das Leben schreibt, eine zarte und unschuldige Liebe, die zum Träumen einlädt.

Leseprobe

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