Laufgeschichten: der schwarze Mann

Von Eiswuerfelimschuh @eiswuerfelimsch

Unerwartet taucht er auf! Besonders an den kurzen Tagen, die im Herbst beginnen und sich scheinbar quälend lang bis ins Frühjahr hineinziehen. Während man selbst mit quietschbunten Laufsachen, Reflektoren an Schuhen, Socken, Hosen, Shirts und Jacken, einem Blinklicht und neonfarbenem Cap ausgestattet ist, ist er Minimalist. Er taucht am liebsten in der Dämmerung und bei richtig trübem Wetter auf, wenn man absolut nicht damit rechnet – der schwarze Mann.

Man läuft dahin, vielleicht schon seit ein oder zwei Stunden, freut sich auf das warme Zuhause während die Sonne am Horizont versinkt oder noch lange nicht aufgehen möchte. Man träumt dahin und hat Mühe dem Weg zu folgen und plötzlich steht er da – taucht hinter einer Ecke ganz unerwartet auf, steht mitten auf der Straße, springt aus dem Gebüsch und man fragt sich wie er dahin gekommen ist.

Der schwarze Mann verfolgt vermutlich die Devise schwarze Sachen passen immer, nur leider nicht zu dieser Jahreszeit. Wenn das Hündchen der Nachbarin einem mit Halsblinkern um die Beine springt, sollte es für jeden Läufer Zeit sein, selbst in Sachen ‘Gesehenwerden’ aufzurüsten.