Laufen und Saufen– was der Alkohol bewirkt

Laufen und Saufen– was der Alkohol bewirkt Alkohol ist ein Genussmittel, ohne den viele nicht leben wollen – mich eingeschlossen! Außerdem wird „mäßigem Alkoholkonsum“ eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Die Franzosen machen es uns vor: das Achterl Rotwein am Tag erhöht die Lebenserwartung. Auf der anderen Seite ist Alkohol ein Zellgift, das zu gravierenden Schäden führen kann.
Die Dosis macht das Gift! 
So wie in vielen Bereichen des Lebens, ist die Dosis ausschlaggebend, ob es dem Körper bekömmlich ist oder schadet. Wasser zum Beispiel ist für uns auch lebensnotwendig, kann in Extremfällen aber auch töten! Heute möchte ich versuchen, die Auswirkung des Alkohols auf Läufer in all ihren Lebenslagen zu beschreiben. Ob es mir gelingt?

Saufen beim Laufen! 

Vor gar nicht einmal so langer Zeit tranken Marathonläufer Bier bei den Labestationen. Sie meinten, dass es ihnen wertvolle Energie gibt und den Körper mit den nötigen Mineralien versorgt. Bald ist man aber draufgekommen, dass der Alkohol die Gefäße erweitert (Herz muss mehr arbeiten), den Elektrolythaushalt verändert (Kreislaufprobleme), den Kohlenhydratstoffwechsel fordert (Unterzuckerung), ganz abgesehen davon, dass Alkohol das Zentralnervensystem beeinträchtigt (Reaktionszeit, Urteilsvermögen,…). Wenn schon etwas unter Belastung trinken, dann soll es ein echtes Sportgetränk sein!

Saufen nach dem Laufen! 

Bereits vor wenigen Wochen hab ich schon einmal die Auswirkung des Alkohols auf die Regeneration beschrieben. Auch wenn das kühle Bier nach dem Laufen eine Wohltat sein kann, der Alkohol verzögert die Regenerationszeit und das Training am nächsten Tag wird negativ beeinflusst. Der Wasserhaushalt wird aus dem Gleichgewicht gebracht und die Wiederauffüllung der Glykogenspeicher dauert länger. Für Läufer ist die wichtigste Mahlzeit, die nach dem Training. Es soll eine regenerationsfördernde Maßnahme sein und keine, die sie hemmt!

Laufen nach dem Saufen! 

Wenn du einmal etwas über den Durst getrunken hast, dann kann das Laufen den Kater verkürzen. Eine entspannte, nicht allzu lange Laufeinheit regt den Kreislauf an und die vermehrte Durchblutung lässt den Körper schneller erholen. Der Restalkohol wir dadurch zwar nicht schneller abgebaut, doch das subjektive Empfinden wird besser. Der Alkohol davor hat aber seine Narben in der Leistungsfähigkeit hinterlassen! Wenn du nach der Zechtour sogar ein intensives Training planst, wird dein Körper und Kreislauf wohl nicht ganz mitspielen wollen.

Saufen ohne Laufen! 

Ohne tiefer in die Problematik des (exzessiven) Alkoholkonsums einzugehen, möchte ich nur die allgemeinen Auswirkungen des Alkohols aufzählen. Dass diese „legale Droge“ in unserer Gesellschaft oft missbraucht wird und Abhängigkeiten entstehen, soll an anderer Stelle diskutiert werden. Alkohol hat jedenfalls auch eine Auswirkung auf nicht laufende Menschen! Neben den bereits erwähnten Auswirkungen auf den Körper liefert Alkohol auch eine Menge Energie! Zum Beispiel hat ein Viertel Wein oder ein Krügerl Bier mehr als 200kcal. Diese Energie wird vollständig aufgenommen und gespeichert, ohne dass der Körper ein Sättigungsgefühl bekommt. Jeder kennt die Situation nach einer durchzechten Nacht: Kohldampf macht sich breit und beim nächsten Würstelstand wird gierig eine Burenwurst verdrückt! Dabei hat man während der Nacht Unmengen an Kalorien in flüssiger Form aufgenommen. Alkohol ist oft ein unterschätzter Faktor beim Übergewicht!

Saufen durchs Laufen! 

Zum Abschluss stelle ich jetzt mal eine These auf, die mir schon länger durch den Kopf geht. Vielleicht gelingt es einem Leser ja, diese Vermutung auch wissenschaftlich zu belegen! Läufer sind tendenziell suchtanfällig. Beim Laufen werden angeblich auch Glückshormone ausgeschüttet, und deshalb suchen sie immer wieder den neuen Kick. Wenn nun so ein Läufer immer wieder läuft, um seine Sucht zu stillen, dann steigt die Gefahr, dass er in ein Übertraining kommt. Läuft dieser auch Wettkämpfe, dann wird er seine Leistung daraufhin nicht optimal steigern können. Was heißt: Wenn jemand gerade durchs Laufen mit dem Trinken beginnt, dann könnte es auch an den ständigen Misserfolgen bei Wettkämpfen liegen? Sei es durch Übertraining oder an der falschen Selbsteinschätzung. Hmm! Aus Frust sozusagen.

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