Last Days of Summer - Interaktive Story #3

Last Days of Summer - Interaktive Story #3
Montag. Acht Uhr Morgens. Ben war für heute der erste Patient bei Dr. Sachs.
"Ben, ich werde dir gleich das Zytostatikum, eine Art Zellgift, verabreichen, welches das Zellwachstum hemmen und im besten Fall auch die Krebszellen zerstören soll. Genauer gesagt das Mittel Methotrexat. Das habe ich dir ja schon alles bei den vorherigen Sitzungen erklärt. Hast du aber noch weitere Fragen bevor wir anfangen?" Dr. Sachs sah ihn abwartend an. Als Ben nichts sagte, schaute er kurz zu den Eltern von Ben, die ebenfalls im Behandlungszimmer saßen, an. Sie hatten ebenfalls keine Fragen mehr. Man hatte viele Gespräche geführt, viel gefragt und auch bereits mit einer Kinder- und Jugendpsychologen geredet. Bens Mutter zitternde Hand lag in den Händen ihres Mannes, der diese fest umklammerte. Ben schaute nicht zu ihnen herüber. Er hatte den ganzen Morgen kaum ein Wort gesagt. Er hatte Angst. Todesangst. Er wusste, dass er sich gleich elend fühlen würde. So elend, dass es wahrscheinlich die Leere in seiner Brust füllen würde, wo eins Emma ihren Platz hatte.
Emma wachte auf. Montag. Die letzte Ferienwoche hatte begonnen und das ohne Ben. Es war nun zwei Tage her. Zwei lange Tage an denen sie meistens nur an die Decke gestarrt hatte. "Es wird schon vorbeigehen", redete sie sich ein. Sie glaubte ihren Worten, denn sie wusste, dass sie nur etwas Zeit brauchen würde. Die Trennung und das Geständnis von Ben, dass er sie betrogen hätte, war zwar das einzige an das sie denken konnte, aber Emma hatte auch schon andere Verluste überlebt. Vor allem wollte sie nicht, dass eine untreue Liebe ihre Mauern zum Einsturz brachten. Emma war stark. Sie konnte zwar keine zwei Liegestütze machen, aber dennoch war sie nie schwach gewesen. Sie wusste sich zu helfen, denn als Kind einer allein erziehenden und jungen Mutter musste sie es früh lernen. Sie liebte ihre Mutter über alles, aber einfach war es selten gewesen.
Emma zog sich ihre ausgewaschenen Jeansshorts und ein locker sitzendes weißes T-Shirt an. Ein griff zu ihrer Tasche und ihren Schuhen und schon sauste sie an der leeren Küche vorbei und zur Tür hinaus. Sie wollte raus und etwas erleben. Die letzten paar Tage die Ferien genießen.
Die Sonne kitzelte auf ihrer Haut. Es war gerade mal neun Uhr morgens, aber es war dennoch schon so warm, dass man selbst im Stehen schwitzte.
Emma lief durch die Straßen bis sie bei ihrem Lieblingscafé war. Es war ein kleines Café mit einem schattigen Außenbereich. Emma setzte sich und wartete auf eine Bedienung. Sie wollte nur einen schwarzen Kaffee und einen Blaubeermuffin frühstücken.
Die Bedienung ließ sich anscheinend Zeit und so schaute Emma auf die Straße. Für einen Montag Morgen waren viele Fußgänger unterwegs, die sich sichtlich Zeit ließen um an ihr Ziel zu kommen. Es hatte für Emma etwas beruhigendes, dass sich die Welt weiterdrehte, auch wenn es den Anschein machte, dass sie sich langsamer drehen würde. Die Bedienung kam endlich und Emma bestellte sich ihr Frühstück. Ben mochte weder Kaffee noch Blaubeermuffins. Als sie daran dachte, musste sie grinsen. Er verpasste etwas und das gefiel ihr.
"Emma?"
Emma drehte sich um und sah Bens große Schwester Julia. Julia war schon 29 Jahre alt, zwei Köpfe größer als Emma und hatte kurzes blondes Haar. Emma musste schlucken. Das letzte Mal als sie Julia sah, hatte diese Haare bis zu ihrem Po.
"Gut, dass ich dich treffe. Es geht um Ben."
Emma schluckte erneut und verzog ihr Gesicht. Sie verstand nicht was das werden sollte.
"Kann ich mich setzen?", fragte Julia und war bereits dabei ihre Tasche neben dem Stuhl abzulegen. Emma nickte nur kurz und widersetzte sich dem Drang einfach nur `Nein`zu brüllen.
"Emma, es geht um folgendes: Ben hat dich angelogen. Er hat keine andere oder ist dir fremd gegangen." Julia machte eine Pause, denn sie sah, dass Emma ihren Mund geöffnet hatte um etwas zu sagen. Emma sagte allerdings nichts und schloss wieder ihren Mund.
"Oh, Emma. Ben hat...", sie atmete tief durch. "Ben hat Leukämie und glaubt, dass er sterben wird."
Emma verstand die Welt nicht mehr. Was sollte das? Sie hatte tausende Fragen, aber hatte die Fähigkeit verloren ihre Gedanken in Worte zu fassen.
Julia sprach weiter: "Er wollte nicht, dass du es weißt. Er will es immer noch nicht, aber er braucht dich doch gerade jetzt in dieser schlimmen Zeit. Heute hat seine Chemotherapie angefangen und... Ach, er will nicht, dass du ihn ohne Haare siehst oder krank oder im sterben. Ich glaube nicht, dass er stirbt. Das darf man ja auch gar nicht denken. Er glaubt es jedoch und hat sich von allem verabschiedet. Selbst von dir, dabei braucht er dich doch. Er braucht doch einen Grund zu kämpfen..."
Emma sprang auf. Sie schaute sich um und sah, dass die Bedienung gerade ihren Kaffee und den Muffin auf das Tablett stellte.
Als die Bedienung jedoch im Außenbereich angekommen war, saß an dem Tisch nur noch eine weinende blonde Frau. Von dem Mädchen mit den schwarzen langen Haaren war keine Spur geblieben.
Wie geht es weiter?

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