Langes Triathlon Trainingswochenende: hitzig, aufregend und entspannend zugleich

Nicht immer ist Zeit für ein komplettes Triathlon Trainingslager. Lange Wochenenden sind für mich jedes Mal eine großartige Möglichkeit, kleine Trainingsspitzen in meinem alltäglichen Plan einzubauen. Ein weiterer Schritt ist nun in Richtung Ironman Frankfurt getan, den ich unbedingt gebraucht habe und das nächste lange Wochenende wartet bereits. Hoffentlich mit genauso herrlichen Trainingsmomenten wie vergangenes Wochenende, mit all den unglaublichen und schönen Erlebnissen.

Zugegeben, das wilde Brandenburg hat mich die letzten Tage nicht nur ein Mal staunend zurückgelassen! Heinz Sielmann hätte sicher seinen Spaß gehabt, wenngleich mir einiges etwas Sorge bereitete. Vor allem wenn es darum geht, ausgerechnet dort Schwimmen zu wollen, wo Schlangen ihr Unwesen treiben, sich Schildkröten in Ufernähe auf aus dem Wasser ragenden alten Ästen sonnen, riesige Greifvögel schwer beladen mit ihren Schwingen wie in Zeitlupe vom Wasser abheben... und als Krönung Badegäste von monströsen Welsen zu berichten wissen! Aber letztlich siegte die Überzeugung, dass ich schließlich ruhig genau dort ein paar Bahnen ziehen könne, wo auch Schwanenküken ihre ersten Tauchübungen machten!

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Das MyGoal Team* hatte sich wieder alle Mühe gegeben, dass ich mich an den freien Tagen und trotz Arbeit am Brückentag nicht langweilte und zugleich auch nicht bei der Hitze übernahm. Das passiert schon mal sehr gern, wenn man etwas mehr Freizeit hat, als sonst üblich und die Sonne ungezügelt vom Himmel lacht. Das Thema Regeneration spielte dementsprechend eine untergeordnete Rolle.

In den Donnerstag sprang ich regelrecht hinein, weil ich ein Intervalltraining auf der Tartanbahn nachholen musste, zu dem ich in der Woche leider nicht kam. Dafür holte ich schon Stabi- und eine Yogaeinheit vor. Wie die letzten fünf Monate auch, ist bei mir aktuell immer wieder Improvisation angesagt. Intervalle zeichneten dann auch direkt die Radeinheit aus. Dafür wurde es am Freitag zusammen mit der leider notwendigen Arbeit etwas ruhiger. Ich habe einfach am frühen Morgen nur eine der geplanten Rollentrainings mit harten Intervallen absolviert. Der Rest des Tages war eher entspannt und zum Abend familiär, was letztlich eine tolle Regeneration für den Kopf war.

Ein Highlight jagte am Wochenende aber das nächste. Das begann mit einem langen Lauf extrem gequält sehr sehr früh. Aber wer als erstes am See sein möchte, muss eben auch schon mal zeitig aus dem Bett fallen. Von Miracle Morning war da leider absolut keine Spur. Manchmal haut das ja super hin. Mit einem Matcha Latte hellwach aufstehen, draußen hinsetzen und erst einmal entspannt in den Tag starten, um dann ein gutes Training zu absolvieren. Stattdessen eilte ich durch mein Morgenritual und eierte mit dicken Beinen los. Zum Glück aber wirklich so früh, denn die 2,5 Stunden wären sonst wohl eine Tortour bei der Wärme geworden. Nach einer guten halben Stunde wurde ich dann auch lockerer und genoss das Alleinsein in den Wäldern bis zu dem Punkt, als ich um eine Ecke schoss und mich plötzlich eine Frau ankreischte. Eine Szene wie aus einem schlechten Film. Ich starrte sie an, ihr Hund war reichlich irritiert. So wie ich übrigens auch. Sie muss im Gehen geschlafen haben, anders war das nicht zu erklären. Mir fehlten die Worte, vermutlich war auch ich noch nicht so wach. Als sie etwas verunsichert lachend meinte, dass ich sie so unfassbar aufgeschreckt habe. Was ich so früh am Morgen denn durch den Wald schleiche (Schleiche! Schleiche! Also, SCHLEICHEN, sagte sie!)? Aufgrund fehlender Worte lächelte ich nur müde und eilte(!) weiter. Wenig später hatte ich noch eine kurze Unterhaltung mit einem Reh und Hasen... es war absolut windstill, wo ich entlang lief. Niemand und nichts schien mich an diesem Tag wahrzunehmen.

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Mit den Kilometern in den Beinen konnte der Tag später einfach kein anderes Ende nehmen als am Strand, im kalten Seewasser und auf dem SUP! Ich musste erst einmal etwas runterkühlen und planschte mit den unerschrockeneren Kindern ein wenig. Fast wie ein Eisbad. Meine Muskeln dankten es mir sofort. Es stand aber noch ein Schwimmtraining auf dem Plan, das ich natürlich nicht einfach so in einem für mich fremden See ganz allein absolvieren konnte. So ein SUP hat schon einen echten Vorteil. Man kann das Gewässer auskundschaften und sich zumindest ein wenig mit den Bedingungen vertraut machen. Eine Paddellänge tief war der See etwa 5m vom Schilf entfernt. Das reichte mir, um nicht mit den Händen durch den Morast zu schaben. Es gibt ja wirklich nichts Widerlicheres!

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Als ich so da draußen für mich war, war es fast so, als hätte mein Körper schon all die Anstrengungen der letzten Tage vergessen. Mein Kopf war frei und ich genoss auf dem so ruhigen See mal schnell und mal ganz langsam zu paddeln. Auf der Gegenüberliegenden Seite entlang des Ufers an kleinen Stränden hatten sich Angler breit gemacht, die mich alle samt von oben bis unten musterten und wenig amüsiert über meine Anwesenheit waren. Die ganze Szenerie mit ihnen war aber auch ein klein wenig gespenstisch. Sie in ihren Tarnklamotten im Schatten mit unglaublicher Ausrüstung. Ich kenne Wettkampfangeln als Sport aus der Familie und weiß genau, mit was man da zu rechnen hat. Das sah aber alles etwas spooky aus! Also paddelte ich komplett zur anderen Seeseite und erfreute mich dort an purer Einsamkeit und Stille. Wenn nicht gerade ein Flugzeug von dem Fiasko Flughafen BER über einen hinwegrauschte. Ansonsten war es eher so, als wäre ich im Amazonas unterwegs. Laute Vogelstimmen wohin man hörte. Haubentaucher, die ihre Beute präsentierten. Enten und Gänse, die ihre Jungen beschützten. Eine Schwanenfamilie, die sich durch nichts stören ließ und Schildkröten! Ja, Schildkröten. Ich meinte noch direkt nach der Ankunft, dass es ja ziemlich witzig sei, dass ein Stein auf einem Ast im Wasser wie eine aussehen würde. Aber bei meiner Runde musste ich feststellen, dass tatsächlich zwei Schildkröten dieses Brandenburger Gewässer als Heimat hatten!

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Eine so groß wie ein Pastateller und eine noch größer wie so ein halber Autoreifen. Die kleine war so flink und stürzte sich mit einem Tempo in die Tiefe, wenn ich vorbei kam, wie ich es von keiner Schildkröte bisher gesehen hatte. Sie ist jedes Mal wie verrückt auf einen Baumstumpf geflitzt und hat sich von dort aus mit einem Bauchklatscher ins Wasser geworfen. Die große, etwas langsamer aber nicht minder scheu, tauchte ebenfalls ab, sobald sie jemanden kommen sah. Beide sonnten sich, wenn keine Gefahr von Schlauchbooten, Kindern auf Luftmatratzen oder wilden Stand Up Paddler drohte. Unfassbar!

Nachdem ich meine SUP Runde gedreht und mental und körperlich entspannt hatte, tauschte ich mich noch mit einigen anderen SUP Board Besitzern aus. Über das Für und Wider der eigenen Bretter hätten wir sicher noch mehr sagen können, aber das Schwimmtraining wartete noch auf mich. Endlich!

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Die erste Freiwassereinheit in einem heimischen See. Der Duft und Geschmack der braunen Brühe ließ zu Wünschen übrig. War mir auf dem SUP gar nicht so aufgefallen. Da staunte ich immer wieder nur über die weißen Flocken der Pappeln, mit denen es zeitweilig so aussah, als würde es schneien. Ich glaube, keins der letzten Schwimmtrainings verging nur annähernd so schnell wie dieses. Ich rauschte zwei Mal von links nach rechts und schon waren meine geplanten zwei Kilometer vorbei.

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Für den absoluten Lacher sorgt ja immer mein Forerunner 935! Jedes Mal wenn der Unterschied der Wasser- zur Lufttemperatur sehr hoch ist, gibt es nach dem Auftauchen sofort eine Unwetterwarnung. Ich habe alle Töne ausgeschaltet, aber dieser lässt sich scheinbar nicht abwählen. Also fast mit Pauken und Trompeten vibriert und piepst er... Ich planschte zum Abschluss noch ein wenig in meinem Sailfish umher und genoss es, mich einfach treiben zu lassen. So wie kurz vorher auf dem SUP. In dem Tümpel trifft dann so auch Ozeanblau auf Rostbraun. Nach dem Schwimmtraining lag ich noch ein wenig im Wasser herum, schaute irgendwann auf meine frisch lackierten Nägel und dachte mir so, dass wenn das Wasser schon nicht so herrlich blau wie auf Fuerteventura war,...

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Einen herrlichen Abschluss bildete die erste längere Radausfahrt durch Brandenburg am Wochenende. Zwar sorgte die unglaubliche Abreisewelle der Gäste des Pokalfinales und Kirchentages für absolutes Chaos um Berlin, aber zum Glück war immer die andere Richtung betroffen, als die Seite die ich mit meinem Fuji nutzen musste.

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So ließ sich dann auch die Sommerwärme sehr gut ertragen. Einzelne Stücke führten herrlich durch dicht bewachsene Wälder, die wunderbar Schatten spendeten. Aber ich genoss auch die Abschnitte entlang von Felder, auf denen neben verschiedenen Getreidesorten Mohn- und Kornblumen blühten. Ich liebe die Mischung aus lohfarbenen Feldern und rot und blau blühenden Blumen. Mancherorts war ich wieder für Kilometer ganz allein und da bekommt man dann schon mal selbst einen Schreck, wenn plötzlich neben einem am Straßenrand ein riesiger Storch entlang schreitet... Der obligatorische Abstecher zur Familie, die schon mit einer kleinen Stärkung wartete, war die perfekte Abwechslung, die diesen Ausflug einfach herrlich abrundete!

Zurück wählte ich dann eine Abschnitt, den ich so liebe, weil er entlang eines kleinen Baches, zahlreicher Pferdekoppeln inklusive einem Esel, an zwei Seen, über einen Deich und mittlerweile Unmengen von Kreisverkehren führt. Nach dem kühlen Frühling hat die Natur ordentlich aufgeholt und mittlerweile erinnert die Szenerie bei diesen Wetterbedingungen eher an Spätsommer als an Mai.

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Sonntagabend habe ich dann reichlich platt auf der Couch all meine Erlebnisse mit dem Slendertone Optimum an den Beinen zu Papier gebracht. Naja, eigentlich ja in meine App gehackt, um euch davon zu berichten. Habt ihr vielleicht ähnliches erlebt? Oder habt ihr einfach mal nur die schönen Sommertage genossen? Was plant ihr über das nächste lange Wochenende, das ja mit riesigen Schritten auf uns zukommt.

Falls ihr Tipps für ein gelungenes Trainingslager zu Haus benötigt, schaut euch gern meinen entsprechenden Beitrag „Langes Triathlon Trainingswochenende: hitzig, aufregend und entspannend zugleich 10 Tipps für ein erfolgreiches Triathlon Trainingswochenende" an.

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