Ladies first – zumindest manchmal

Mutter zu sein ist eine erfüllende Aufgabe. Toll. In einer Stellenausschreibung würde wohl nach Überstundenbereitschaft, zeitlicher Flexibilität und überdurchschnittlicher Einsatzbereitschaft gefragt, würde man die Stelle ausschreiben. Spätestens bei der Angabe des zu erwartenden Lohns kann man davon ausgehen, dass auch die masochistischte Bewerberin von der Übersendung ihrer Unterlagen absehen würde. Für schlappe 168 Wochenstunden darf man sich am Ende des Monats über ein wenig staatliche Unterstützung und das 4.318te lieb gemeinte Bild freuen. Auch wenn die kleinen Kunstwerke mit Herzen, und Familienaufstellungen mein Herz mitunter höher schlagen lassen, droht unser Kühlschrank eines Tages zu kippen, wenn ich noch mehr kindliche Kleinkunst daran montiere. Irgendwie war es ohne Kinder auch nicht so schlecht. Wenigstens hin und wieder würde ich mal wieder die Vergangenheit aufleben lassen.

Kinderalltag

Allein der Name meines Blogs stellt schon klar, wie ich meine Tage verbringe. Gut, ich hätte es auch Hausfrau-und-Mutter-von-drei-Kindern-die-nebenbei-bloggt.de nennen können, das wäre aber irgendwie sperrig gewesen. Mein Alltag ist also bestimmt von meinen drei Sonnenscheinen. Mein Job ist dabei eigentlich alles. Vom Wecken am Morgen, über den Transport zur und von der Schule, bzw. der Kita, über Hausübungen und natürlich die Verpflegung. Außerdem bin ich (fast) alleinverantwortlich für die Hygiene und das Erscheinungsbild der drei Kinder.

Mama für Alles

Nebenbei sorge ich noch dafür, dass es Ihnen an nichts fehlt, alle Termine eingehalten werden und die Naschlade nie leer wird. Wenn ich das alles erledigt habe und auch die Wohnung sauber und ordentlich ist, dann gehört auch der sportliche und spielerische Ausgleich der Kleinen zu meinen Aufgaben. Natürlich muss ich die Ausrüstung dafür in Schuss halten, Bälle und Fahradreifen aufpumpen und auch sonst für eine reibungslose Funktion sorgen. Abends bringe ich sie nacheinander zu Bett und wenn eines krank ist, oder unruhig schläft, dann bin ich auch in der Nachtschicht zur Stelle.

Nachtschicht

Nachtschichten gehören grundsätzlich auch zum Kinderalltag. Zwar steht mir in allem, was ich so tue, auch mein Mann zur Seite, aber der hat auch noch einen anderen Job. Tagsüber ist er also nicht da und Nachts reagieren Mütter offensichtlich sensibler auf leises Wimmern aus einem der Kinderzimmer, als Väter. Erst wenn ein Kind schrill aufschreit dringt das auch durch den männlichen Gehörgang. Dafür kann man aber keinem Mann einen Vorwurf machen. Frauen schlafen tatsächlich weniger tief. Genau deswegen, damit sie auf Kinder reagieren. Dummerweise bedeutet das aber auch, dass Frauen auch mehr Schlaf brauchen als Männer.

Frau sein

Also verbringe ich meine Tage damit, Mutter zu sein. Das erkennt man auf der einen Seite daran, dass mich drei lautstarke kleine Schreihälse umkreisen, während ich unterwegs bin. Auf der anderen Seite könnte man es auch erkennen, wenn ich alleine unterwegs bin. Ich bin eigentlich keine Frau, die sehr auf ihr Äußeres achtet. Zumindest muss ich nicht jede Woche zum Friseur. Aber zweimal im Jahr wäre nicht schlecht. Ich kann einem bequemen Kleidungsstil durchaus etwas abgewinnen. Hohe Schuhe trage ich nicht und Jeans und T-Shirt sind genau mein Ding. Aber, es gibt ein Aber! Ich würde gerne ab und zu mal wieder Frau sein, statt Mutter.

Ladies first

Meine Garderobe ist, mit wenigen Ausnahmen, sehr eintönig. Es macht einfach keinen Sinn, im schicken Jumsuit von Joop lässig neben dem Sandkasten zu posen, oder in der Designer-Tunika den Wocheneinkauf heimzutragen. Das wäre unpraktisch. Es geht auch nicht darum, mich bei meinem Mutterjob als Frau zu verkleiden. Ich würde einfach mal gerne etwas unternehmen, wo ein solches Outfit perfekt passt. Mal ein nettes Candlelight-Dinner mit meinem Mann, oder einen Brunch in festlichem Rahmen. Vielleicht einen Ball, oder ein Theaterbesuch. Irgend etwas, das rechtfertigt, dass ich mich ein wenig schminke, vielleicht extra zum Friseur gehe und etwas anziehe, das so überhaupt nicht nach Hausfrau und Mutter aussieht.

Nachtschicht 2.0

Früher musste such für eine Nachtschicht niemand übergeben, oder fiebern. Auch war es nicht nötig, dass jemand einen schlechten Traum hatte. Es war völlig ausreichend, dass ich am nächsten Tag ausschlafen konnte. Eine Gelegenheit zum Feiern gab es jeden Tag. Auch hatte ich die passenden Freundinnen dazu. Heute haben fast alle, die ich kenne, selbst Kinder. Für eine durchgefeierte Nacht hat man dann keine große Lust. Kinder sind gnadenlos und auch wenn mein Mann sich bemüht, sie mir vom Leib zu halten, damit ich einmal ausschlafen kann, gibt es doch immer wieder Probleme, die nur ich lösen kann.

Jung genug

Gut, wahrscheinlich habe ich heute schon lange nicht mehr die Kondition, meine wilden Jahre wieder aufleben zu lassen. Ich würde aber gerne einen guten Kompromiss finden. Eines unserer großen Kinder, die bei uns schlafen und dafür sorgen, dass die drei Kleinen gut versorgt sind. Ein Open-End-Abend mit meinem Mann, oder ein paar guten Freundinnen wäre schon ausreichen. Wahrscheinlich würde ich spätestens um 22h beginnen zu gähnen und spätestens um Mitternacht wäre der Abend für mich vorbei, aber das ist immer noch besser, als vor dem Fernseher zu sitzen und auf den nächsten Tag zu warten. Auch wenn ich älter und ruhiger geworden bin, bin ich immer noch jung genug, für einen unterhaltsamen Abend.

Schön sein

Aber es muss nicht immer eine Nachtschicht sein. Ich wäre schon mit einem Anlass zufrieden, zu dem ich mir ein hübsches neues Kleid und einen schönen Mantel dazu kaufen könnte. Zwar würde ich vielleicht nicht ganz so elegant aussehen, wie die Models, die die Mode auf Albamoda präsentieren, aber ich könnte es ja mal versuchen. Zumindest würde ich mir in so einem Teil, ganz ohne Kinder, wahrscheinlich wieder einmal genauso vorkommen. Den lasziven Schlafzimmerblick habe ich auf jeden Fall noch drauf. Spätestens um 22h.


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