Kultschrott – Masters Of The Universe

Erstellt am 5. Mai 2016 von Marcel Michaelsen @filmschrott

Passend zum Männertag widmen wir uns heute einem Meisterwerk für das mir einfach die Superlative fehlen. Ein absoluter Knaller gigantomanischen Ausmaßes. Ein nie dagewesener Wahnsinn in Filmform. Ein Kostümfilm der Extraklasse über den man eines Tages Lieder singen und Lobeshymnen verfassen wird. Deshalb beginne ich mit einem Gedicht, das diesem Hammer an Fimkunst nicht ansatzweise gerecht werden wird, aber zumindest ist es ein Anfang:

Der Mond strahlte gar hell,
über dem grauen Schädel,
Prinz Adam setzte schnell,
auf seinem Boot die Segel,
er reiste durch die Welt,
doch kam ab vom Weg,
und wurde dann zum Held,
auf einem fremdem Planet,
er war nicht mehr Adam,
nein er hieß jetzt Er-Mann,
ich bin froh, dass er kam,
denn keiner macht mich mehr an.

MASTERS OF THE UNIVERSE – USA – 1987 – 106 Min.

Nur um hier nichts dem Zufall zu überlassen, haut man die geilsten Effekte direkt mal im Vorspann raus. Diese silbern-glitzernde Schrift vor Regenbogenfarbengewurschtel im Weltall sucht wirklich seinesgleichen.

Bevor das große Abkotzen hier richtig los geht, kurz zum Positiven: Die Kostüme sehen tatsächlich richtig gut aus. Und auch bei den Sets hat man sich nicht lumpen lassen. Dafür gibt es schon mal keine Schrott Award Nominierungen. Für alles andere aber höchstwahrscheinlich schon.

So, dann wollen wir mal: Skeletor kommt angelatscht und hat die Zauberin von Grayskull gefangen genommen und ihre Kräfte vereint.Und seine Ische, die nebenbei Evil-Lyn heißt, um absolut keinen Zweifel daran aufkommen zu lassen, dass die alles andere als nett ist, meint, dass Eternia endlich ihnen gehört. Skeletor muss sie aber korrigieren. Denn Eternia gehört IHM.

He-Man findet das alles gar nicht cool und kämpft auf Dune dem Wüstenplanet gegen schwarze Skeletor-Stormtrooper, die nur ganz knapp am Star Wars Universum vorbeigeflogen sind. He-Man befreit Wilgor den Zwerg, oder Gnom, oder Kobold, oder potthässliches Kackvieh, oder wasauchimmer. Gwildor hat den „kosmischen Schlüssel“ erfunden, der durch Töne den Weg zum ganzen Universum öffnet. Quasi wie der Stab im Spiel Loom … ach, das kennt sowieso keine Sau, also weiter. Durch den Schlüssel konnte Skeletor also Eternia erobern, aber Gwildor hat das Teil irgendwie zurück gekriegt und ist jetzt untröstlich. Denn eigentlich sind die Tenurier eine friedliebende Rasse die sehr vertrauensvoll ist. Man erkennt einen guten Film daran, wenn ein Zwerg die Eigenschaften seiner eigenen Rasse beschreiben muss, damit man was rafft.

Jedenfalls kommen Skeletors Todestrooper vorbei und man flieht in die Höhlen unter Grayskull. In Grayskull hängt die Zauberin in einem Energiefeld von skeletorischer Düsternis rum, das nur der böse Imperator persönlich öffnen kann. Der kommt dann auch angetapert und freut sich seines … äh … Lebens? Denn solange die Zauberin in seinem Energiefeld rumgammelt, hat er auch ihre Kräfte. Und wenn der Mond dann an einer bestimten Stelle steht, öffnet sich das große Auge und alles ist im Arsch, oder so. Wir kennen das.

Etwas Action und He-Man flieht mit dem Vertrauens-Zwerg , Duncan und Teela auf die Erde, einfach weil … so. Und damit ist der Punkt erreicht an dem der ganze Quark hier steil abwärts driftet.

Ein Eimer mit Rippchen bringt Veganerin Teela fast zum kotzen. Eternia scheint einfach ein lahmer Kackplanet zu sein. Nicht mal Rippchen kennen die da. Kein Wunder, dass die sich auf die Erde verpisst haben.

OH MEIN GOTT! Es ist Monica Geller-Bing aka Gale Weathers aka die Tussi aus Cougar Town. Sie heißt hier Julie und hat ihre Eltern bei einem Flugzeugabsturz verloren aber mit dem Schlüssel von Gwildor einen neuen Freund gefunden. Ihr Stecher ist zufälligerweise Musiker und geht übelst steil an dem kosmischen Musikschlüssel. Durch sein Rumgefummel an dem Teil kann Skeletor diesen natürlich lokalisieren und schickt jetzt die besten Männer, die Evil-Lyn auf die Schnelle auftreiben konnte, zur Erde, um den kosmischen Notenschlüssel zu holen. Da hätten wir: Das Messer aka Blade, nur original mit Augenklappe und einem Flügel am Ohr – leider nicht gespielt von Wesley Snipes. Saurod ein Reptil das extra für den Film geschaffen wurde, da die tausend vorhandenen Charaktere des He-Man Universums offenbar nicht ausreichten. Das wilde Biest aka Beast Man, der zumindest nicht komplett verkackt wurde hier. Und natürlich Karg, der ebenfalls extra für den Film geschaffen wurde und aussieht wie ein Hexenmeister, der in ein Fass Pudding gefallen ist. Was soll ich sagen? Eine äußerst kompetente Truppe … sieht anders aus.

Julies Stecher will das tolle Instrument mal kurz Charlie zeigen und just diesen Moment der Ruhe für Julie nutzen die skeletoriaischen Verfolger, um mal in der Sporthalle vorbei zu schauen. Julie flieht und läuft natürlich He-Man in die Arme. Wie jeder gute Beschützer drückt er ihr erst mal eine Laserknarre in die Hand und macht dann die Verfolger fertig. Highlight dabei ist der gar nicht mal so schlechte Schwertkampf gegen Das Messer, der in erster Linie nicht scheiße ist, weil er nur 10 Sekunden dauert. Man hat also den Kämpfern nicht wirklich Zeit gegeben, das zu verkacken.

Charlie hört Jimi Hendrix und ist damit schon jetzt mein Lieblingscharakter in diesem Sammelsurium an seelenlosen Klappspaten. Kevin geht dann zurück, aber Julie ist weg. Also muss er mit den Bullen mitfahren und … Moment mal, ist das etwa Mr. Strickland aus Back To The Future? Was will der denn jetzt mit einer Null wie Kevin anfangen?

Skeletor ist jetzt echt angepisst, weil seine Leute einfach zu dämlich sind. Also killt er das Reptil mit dem doofen Helm und schickt Evil-Lyn mit den anderen zurück zur Erde, um jetzt mal voran zu machen.

Detective Strickland und die Null kommen just in dem Moment nach Hause, als Julie anruft. Die sagt, sie kommt dann gleich vorbei, um das Ding abzuholen, mit dem Strickland gerade seinen Spaß hat. Das klang jetzt perverser als es ist. Strickland nimmt den Schlüssel mit und dann kommen die skeletorsischen Armeen vorbei und legen ihm ein Hundehalsband um, dass ihn zwingt, die Wahrheit zu sagen. Evil-Lyn ist also voll im Bilde und haut ab. Und sie hat ihr Halsband vergessen.

He-Man und die Gang kommen vorbei und man macht sich auf die Suche nach Detective Strickland im Einkaufszentrum. Die bevorstehende Laserwaffenaction ist unausweichlich und Strickland ist langsam echt kacke drauf. Und weil das alles noch nicht scheiße genug ist, muss man natürlich auch noch Halluzinationen der toten Mutter bei Julie einbauen, weil das immer so unfassbar lahm ist, dass man es gar nicht in Worte fassen kann. Julie lässt sich natürlich von der Mutter bequatschen und bringt ihr den Schlüssel. Natürlich ist es gar nicht die tote Mutter, sondern Evil-Lyn. Mal ernsthaft: Wie unglaublich scheißdoof kann eine Tucke bitte sein? Hier werden ganz neue Dimensionen der Dummheit offen gelegt. Charakterzeichnung stand beim Drehbuchschreiben ganz oben auf der Liste, das steht mal fest.

Dann öffnen die bösen ein Tor mit dem Schlüssel und Skeletor kommt auf die Erde. Und jetzt die Frage: Wozu brauchen die eigentlich diesen bekackten Schlüssel? Evil-Lyn, Beast Man, Reptile aus Mortal Kombat und die anderen Pappnasen haben es zusammen mit einer ganzen Armee von Troopern auf die Erde geschafft. Einfach so. Wieso ist Skeletor nicht direkt mitgegangen? Die Scheiße hier ergibt keinen Sinn.

Aber egal, denn He-Man fliegt auf einem Hoverboard – diese ganzen BTTF Anlehnungen können doch kein Zufall sein – durch die Gegend und ballert Sturmtruppen weg. Und holt den Schlüssel wieder.

Derweil umstellt Skeletor mit seiner Armee von Motorradfahrern die anderen Luschen und wartet auf He-Man, damit er sie retten kommt. Der muss sich dann in die Sklaverei unter Skeletor begeben, damit der nicht alle Menschen killt. Die kehren also zurück nach Eternia und da der Schlüssel zufällig inne Fritten ist, können Gwildor, Duncan und Teela nicht zurückkehren.

Strickland hat Verstärkung rangeholt, aber irgendwie ist niemand mehr zum bekämpfen da.

Julie gammelt das Bein weg, weil sie von Skeletor mit einem Zauber getroffen wurde. Nur die Zauberin von Grayskull kann sie retten. Ist klar.

Da alle Melodien vom Schlüssel gelöscht wurden, muss Gwildor die Melodie herausfinden, die sie nach Hause bringt. Kevin erinnert sich rein zufällig an die Melodie, weil er sie ein mal gehört hat und der absolute Obermusiker ist, der niemals eine Melodie vergisst. Gwildor braucht noch ein paar andere technische Sachen, die rein zufällig Duncan immer in der Tasche hat und man nimmt die Melodie neu auf.

He-Man darf so lange dann erst mal vor Skeletor im Dreck kriechen und wird von Blade mit seiner Laserpeitsche gepeitscht. Warum der Messerexperte eine Peitsche hat, wird nicht ausreichend erklärt.

Julie sieht aus als hätte sie einen feuchten Traum, während Gwildor auf einem Keyboard rumdudelt.

In seiner großen Hologramfrühjahrsansprache an die Nation erklärt Skeletor, dass er jetzt der Meister des Universums ist. Der König des Alls. Der Kahuna des Kasperletheaters. Der Gott vom Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Zum Beweis durchströmt ihn irgendein gelber Scheiß und dann mutiert er zu einem Mayakönig, der sich auf den Kinderfasching verirrt hat. Was zur Hölle ist das für ein Kostüm? Da ist wohl doch noch eine Nominierung bei den Schrott Awards drin.

Strickland ist mit seiner Schrotflinte am Start und will die Zurückgebliebenen verhaften, weil die nicht einfach so in der Fußgängerzone Musik spielen dürfen, oder so. Genau in dem Moment werden sie aber natürlich alle nach Eternia direkt ins Wohnzimmer von Skeletorgott gebeamt und die Laserwaffenaction kann mal wieder losgehen. Strickland geht nebenbei mit seiner Pumpgun steil und stellt damit das absolute Highlight dieses Films dar. Mit einer Pumpgun ballern kann der Typ einfach.

He-Man erledigt die ganzen Oberschurken, die extra für diesen Film entwickelt wurden und wirft dann Statuen um, einfach weil er es kann. Und dann schwingt er an einem Vorhang durch die Gegend, einfach weil das in den Achtzigern so üblich war. Und dann schnappt er sich sein Schwert, einfach weil er die Macht hat. Man erkennt übrigens eine gute Umsetzung direkt daran, dass selbst die Catchphrase des Helden vergeigt wird. Bravo, das muss man erst mal hinkriegen.

Es folgt das große Duell zwischen He-Man und Skeletor dem Inka-Gott. Zur Feier des Moments hat auch jemand das Licht ausgemacht und hat alle anderen nach Hause geschickt, damit niemand den beiden das Rampenlicht stiehlt. Nach etwas lahmen Gekloppe verwandelt sich Skeletor vom Gott zurück zum … nun ja … Skelett und fällt anschließend einen achttrilliarden Meter tiefen Schacht runter.

Strickland beschließt in Eternia zu bleiben und der neue Schlossherr von Castle … wie heißt eigentlich die Bude von Skeletor? Ich tippe mal auf Schloss Skeletor. Also das übernimmt jedenfalls Strickland.

Gwildor schickt Julie und die Null Kevin nach Hause. Ich schätze, dass die plötzlich am Tag vom Tod der Eltern auf der Erde auftauchen, stelle ich einfach mal nicht in Frage. Julie klaut also die Flugzeugschlüssel und alle lebten glücklich und zufrieden auf Schloss Strickland.

Tja, ich sage ja immer, dass ich es eigentlich ganz cool finde, wenn man Vorlagen nicht eins zu eins übernimmt und stattdessen auch etwas eigenes einbaut, um nicht einfach nur eine Kopie abzuliefern, die keine Sau braucht. Man kann es allerdings auch übertreiben. Denn der Quark hier hat mit He-Man nun wirklich gar nichts mehr gemein, außer den Namen. Dadurch wird das ganze für He-Man Fans zu absolutem Bullshit. Für alle Neulinge ist es aber auch Schwachsinn, weil die Charaktere nicht mal im Ansatz erklärt werden, und man eben schon das Grundwissen durch die Cartoonserie voraussetzt. So hat man also wirklich komplett an allen vorbeigearbeitet, die das Teil hier ansatzweise hätten gut finden können.

Trotz allem ist der Quark zumindest unterhaltsam, nur eben auch einfach nicht gut. Mir gefällt es aber, denn … ICH HABE DIE MACHT …des Schrotts.