Kulinarisches | Improvisierte Rheinische Tapas: Apfel-Speck-Bruschetta mit Rosmarin und gefüllte Eier

Von Rheintopf @rheintopf

Diese Woche bin ich gefühlt rund um die Uhr unterwegs gewesen. Beruflich durch die halbe Republik gereist, und privat auch ständig auf Achse. Die Einkäufe sind dabei auf der Strecke geblieben – und so folgt am heutigen Sonntag (endlich Zeit, mal wieder in Ruhe zu kochen) der ernüchtete Blick in den fast leeren Kühlschrank.

Fast leer – aber nicht ganz! Denn ich finde darin: Eine großes Stück Lardo di Collonata, zwei Eier, Butter und einen halben Topf Schmand, im Gefrierfach noch ein paar Scheiben Baguette. Sodann im Vorratsregal einen Apfel, Zwiebeln, und ein Gläschen Gewürzsalz speziell für Eier.

Voller Vorfreude krempele ich mir die Ärmel hoch und spucke (natürlich nur symbolisch) in die Hände: Improvisieren ist jetzt gefragt!

Den Lardo die Collonata haben mir vor kurzem die Genusshandwerker geschickt, ein Düsseldorfer Online-Versandhandel für hochwertige, besondere Lebensmittel. Wie dieser Lardo, für den weißer Schweinespeck mit Meersalz und frischen Kräutern in einer Marmortruhe eingelegt und langsam gereift wird. Seit ein paar Tagen bereits liegt der Lardo in meinem Kühlschrank – nun habe ich also endlich Gelegenheit, damit zu kochen!

Die Idee: Das Baguette soll zu Bruschetta verarbeitet werden. Statt die gerösteten Brotscheiben wie sonst übllich mit Olivenöl zu beträufeln, möchte ich sie mit Lardo-Würfeln belegen, die Tomaten durch eine Apfel-Zwiebelmischung ersetzen, Rosmarin soll den Geschmack abrunden.

Und siehe da: Es funktioniert! Der leicht rauchige Geschmack des Lardo in Verbindung mit den Äpfeln und Zwiebeln erinnert mich ein bisschen an den Geschmack von Himmel und Ähd – und somit beschließe ich, den Snack künftig als “Rheinische Tapas” mit internationalem Einschlag zu servieren.

Rheinische Tapas Nr. 1: Apfel-Speck-Bruschetta mit Lardo di Collonata

Zutaten für 4 Bruschetta:

  • 4 Baguette-Scheiben
  • 80 g Lardo die Collonata
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 1 Apfel
  • 1 Zwiebel
  • 1 TL Butter
  • Salz & Pfeffer

Und so geht’s:

  1. Den Lardo di Collonata von der Speckschwarte befreien und in feine Würfel schneiden.
  2. Rosmarinnadeln von den Stengeln zupfen und in kurze Stücke schneiden.
  3. Speck und Rosmarin vermischen und die Masse gleichmäßig auf die Baguettescheiben verteilen. Unter dem Grill des Backofens überbacken, bis der Speck eine goldbraune Farbe angenommen hat. Aufpassen, dass das Brot dabei nicht schwarz wird…
  4. Die Brot-Speck-Scheiben herausnehmen und abkühlen lassen.
  5. Apfel waschen, das Kerngehäuse entfernen und den Apfel in feine Würfel schneiden (die Schale lasse ich dabei dran – aber wer das nicht mag, kann den Apfel natürlich auch schälen).
  6. Die Zwiebel schälen und ebenfalls in feine Würfel schneiden, mit den Apfelwürfeln mischen. Die Würfel in einer Pfanne in 1 TL Butter goldgelb anschwitzen. Mit Pfeffer und etwas Salz abschmecken (aber nur sehr dezent, da der Lardo selbst auch gewürzt ist).
  7. Die Apfel-Zwiebel-Masse auf die Bruschetta verteilen und mit ein paar Rosmarinnadeln dekorieren.

Und nun zu den Eiern:

Auch das Gewürzsalz für die Eier habe ich (zusammen mit ein paar anderen Köstlichkeiten) zugeschickt bekommen, und zwar von Viola’s Gewürze und Delikatessen, ein Hamburger Feinkostladen, den es inzwischen aber auch in anderen Städten gibt – unter anderem auch in Düsseldorf in der KÖ-Galerie.

Das Gewürzsalz ist eine Mischung aus Meersalz, Rosenblüten, Lauch, Estragon, rosa Pfeffer, Petersilie und Chili. “Ich will auf’s Ei” steht auf dem Etikett – und das lasse ich mir nicht zweimal sagen! Natürlich könnte ich die Eier jetzt einfach kochen. Mache ich zunächst auch. Aber ein kleines Bisschen raffinierter soll es dann doch werden, und so beschließe ich aus dem Eigelb mit etwas Schmand und einem Schuss Balsamico eine Füllung zuzubereiten.

Rheinische Tapas Nr. 2: Schnelle gefüllte Eier

Zutaten:

  • 2 Eier
  • 2 TL Schmand
  • 1/2 TL rosa Balsamico
  • Gewürzsalz für Eier

Und so geht’s:

  1. Eier in 10 Minuten hart kochen, abschrecken und abkühlen lassen. Dann pellen und längs in zwei gleiche Hälften schneiden.
  2. Die Eigelbe herausnehmen und in einer Schüssel mit dem Schmand und dem Balsamico zu einer glatten Masse verrühren.
  3. Zurück in die Eierhälften füllen, mit Gewürzsalz bestreuen und servieren.

Ich habe eine Schwäche für hartgekochte Eier und diese gefüllten Exemplare finde ich geschmacklich sehr raffiniert. Ob das Gewürzsalz dabei unverzichtbar ist, da bin ich mir zwar nicht so sicher (Salz brauchen die Eier natürlich schon, aber was die Kräuter angeht, bin ich persönlich eher ein Fan von frischen Gewürzen). Optisch wirkt das Ganze jedoch sehr hübsch und wenn man gerade keine frischen Kräuter zur Hand hat, ist das Gewürzsalz sicher eine gute Lösung.

So, jetzt aber genug improvisiert – morgen kaufe ich ein!… ;-)

Alles Liebe aus der schönsten Stadt am Rhein