Kritik - Drachenzähmen leicht gemacht 2

Kritik - Drachenzähmen leicht gemacht 2

"This is Berk. Life here is amazing. Dragons used to be a bit of a problem. But now they've all moved in." - 

In orientalischen und westlichen Schöpfungsmythen gilt der Drache immer als Sinnbild des Chaos. Man stellt sich ihn immer zu als menschenfeindliches Ungeheuer, vor, das die Götter verspottet, das fruchtbringende Wasser zurückhalten und nebenbei Sonne und Mond verschlingen möchte. Der Drache muss immer zu einem Helden oder Gott im Kampf überwunden und getötet werden, damit die Welt weiterbestehen kann. In der asiatischen Mythologie hingegen wird der Drache als Wesen angesehen, dem überwiegend positive Eigenschaften hinzu addiert werden müssen.  Der Drache kann Regen- und Glücksbringer, also ein Symbol der Fruchtbarkeit sein. Und darüber hinaus den Stolz eines ganzes Imperiums beziehungsweise des herrschenden Kaisers repräsentieren.  In "Drachenzähmen leicht gemacht 2", der Fortsetzung zu Dreamworks Animations-Überraschungshit aus dem Jahre 2010, verschmelzen diese gegensätzlichen kulturellen Auffassungen nun im Kampf um die Seele unserer Welt, also zwischen Gut und Böse miteinander. Ein gewisser Platz für moralische Grautöne bleibt im Kampf zwischen Ying und Yang letzten Endes nicht übrig. Aber bedeutet großes Kino nicht, sich von den üblichen, einfachen und dramaturgischen schwarz-weißen Schemata zur Abwechslung einmal richtig lösen zu können? Denn obgleich die griechische Tragödie in "Drachenzähmen leicht gemacht 2" vordergründig betrachtet Einzug erhält, wenn sich eine liebgewonnene Person für den nun leicht erwachsen gewordenen Helden opfern muss, damit dieser weiterleben und seine Bestimmung erfüllen kann, muss das "Böse" am Ende dann doch wieder besiegt werden. Und somit darf sich alles erzählerische für das Publikum dann doch noch in den letzten Minuten im entsprechenden Wohlgefallen auflösen. Damit es weitergehen kann. Von wirklich großem Kino kann mit "Drachenzähmen leicht gemacht 2" am Ende also nicht die Rede sein, Dean DeBlois fehlt am Ende von kurzweiligen 105 Minuten Laufzeit der Mut, seinen Helden im Gegensatz zu den Animationsfilmen ähnlich gelagerter Genres und erzählerisch nahezu gleichwertiger Kaliber wirklich verwundet zurück und den Schurken zur Abwechslung einmal entkommen zu lassen. Somit wurde eine Chance vergeben, das Drago Bludvist (der durch die deutsche Synchronisation fürchterlich übersetzt wurde, aus ihm wird nicht Drago Blutfaust, sondern Blutwurst, wie albern, aber verschmerzbar) wirklich zu einem Schurken-Ikone heranreifen hätte können, der dann nicht so schnell von der sprichwörtlichen Matte geputzt wird, sondern erst in späteren Episoden besiegt wird. Den Hicks  nur dann hätte bezwingen können, in dem er wirklich zum etwas größeren wird. Indem er die entsprechenden Grenzen überschreitet. Die entweder zum schlechten führen, das ist nun mal der Stoff aus dem die wirklichen Tragödien sind. Oder die am Ende doch noch gutes verheißen. Aber Dean DeBlois wählt am Ende dann lieber wieder den konservativsten aller erzählerischen Wege und macht seinen kleinen Ansatz der griechischen Tragödie am Ende schnell wieder vergessen. Und daher kann sich sein Animationsherzenswerk "Drachenzähmen leicht gemacht 2" am Ende niemals von den eigenen narrativen, auferlegten Happy-Sommer-Blockbuster-Mainstream Fesseln befreien, obgleich es innerhalb dieser Parameter einiges, aber eben auch nicht alles richtig macht.  Kritik - Drachenzähmen leicht gemacht 2

"I'm sorry, Dad. I'm not the chief that you wanted me to be and I'm not the peacekeeper I thought I was. I... don't know..." - 

Zum Beispiel verzichten Script und Regie auf eine erzählerische Exposition des aktuellen Widersachers, der einfach nur in die Erzählung hinein gedrückt wird, also nach einer bestimmten Zeit einfach wie aus dem Nichts hervor ploppt. Drago Bludvist hegt zwar ein Motiv, warum er die Welt an sich hasst und zum Untergang verdammen möchte. Dennoch erweist sich diese als etwas dünn ausformuliert. Die Hybris des Menschen ist halt wieder einmal Schuld am aufkeimenden Hass auf die Natur. Diese lässt sich halt nicht zur kontrollierenden, zweiten Kraft degradieren. Der selbstsüchtige Mensch kann wieder einmal halt nicht die erste Geige im eigenen Universum spielen. Und um allem daraus schlechten resultierenden Einhalt zu gebieten, braucht es natürlich Hicks, der von einem Überraschungsgast erst auf den richtigen, idealisierten Weg gebracht wird, der ihm zeigt, wie man in Harmonie mit sich und anderen lebt. Und welchen Platz der Mensch in der Natur wirklich hat. Erzählerisch originell ist das nun mal alles nicht, wenn das "Avatar" typische Hohelied auf die Natur erneut angestimmt wird. Nein, am Ende ist das viel zu einfach gestrickt. Und daher riecht Dean Deblois Animationskracher am Ende einfach eine Idee zu sehr nach einer Anbiederung an den Mainstream beziehungsweise an halt alle Zuschauergruppen. Unterstrichen wird dieser stereotype, kalkulierte Blockbuster Geruch auch von in der grob gestrickten Rahmenhandlung auftauchenden Figuren, auf die man lieber hätte verzichten können. Wie zum Beispiel die Klischee-Blondine als Sidekick, die den Wert ihres Schwarms nur an dessen Schlagkraft festmachen darf. Und genauso nervtötend wie ihre restlichen Kumpanen agiert, die von der Natur auch nicht gerade mit einem Übermaß an Intelligenz gesegnet sind, was den erwachsenen Tonfall, ja die Seriosität des hier besprochenen Animationsfilms konterkariert und ärgerlicherweise entsprechend mindert. Haben wir es beim auftauchen des blonden Sidekicks zudem mit einer satirischen Abrechnung auf oder eher einer Anbiederung an diverse (High)Society-IT-Girls von heute mit obligatorischen Smartphones in der Tasche in und außerhalb des Kinos zu tun, die "Drachenzähmen leicht gemacht" bei Sichtung in hippe Sphären hieven?  Darüber darf man sich am Ende gerne streiten, eine eindeutige Antwort auf diese Frage dürfte aber jedem schwer fallen.  Kritik - Drachenzähmen leicht gemacht 2

"And with Vikings on the backs of dragons, the world just got a whole lot bigger." - 

Zu gute halten muß man Dean Deblois aber, das er trotz allem zu Grunde liegenden Konservatismus und den angesprochenen, inszenatorische Schwächen "Drachenzähmen leicht gemacht 2" munter, also sehr Action orientiert, Tempo geladen, also einfach routiniert inszeniert hat. Und aus so manchen auf das Publikum einstürzenden Momenten ein entsprechendes Maß an Emotionalität heraus zu kitzeln vermag. Die Figuren und deren Schicksale bleiben dem Publikum also nicht fremd. "Drachenzähmen leicht gemacht 2" offenbart sich somit alles andere als langweilig, sondern im Rahmen der eigenen Möglichkeiten als gut bis solide als auch charmant nachwirkend. Den wieder auftauchenden knuffigen, Herz erwärmenden Figuren sei am Ende dafür gedankt. Und somit wird am Ende der Absturz ins qualitative Mittelmaß vermieden...Einige verrückte Ideen, wie z.B. die durchgeknallten, zur Ablenkung vom Bösen als Waffe eingesetzten Schafe mit irrem Blick leisten am Ende auch ihr übriges dazu..."Drachenzähmen leicht gemacht 2" überzeugt also mit einem gewöhnungsbedürftigen, weil schrägen, letzten Endes aber dann sehr eigenständigem Humor...

Kritik - Drachenzähmen leicht gemacht 2

Fazit: Sehr sehenswert, total okay, nicht mehr und nicht weniger...Für den Einmal-Gang ins Kino und den späteren Heimkino-Abend reicht die gebotene Qualität von "Drachenzähmen leicht gemacht 2" am Ende allemal aus. Dean Deblois Animations-Actioner macht trotz Schwächen dann doch einfach nur Laune... Wertung: 7.5/10 Punkte


 

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