Kritik an FIFA nach WM-Vergabe

Am Donnerstag gab der Fußball-Weltverband FIFA die Austragungsländer der Fußball-WM 2018 und 2022 bekannt. Mit Russland als Veranstalter der Fußball-WM 2018 und Katar als Gastgeber der WM 2022 haben die FIFA-Funktionäre nicht nur für Überraschung gesorgt. Die internationalen Reaktionen auf die Kür der beiden Außenseiter schwanken zwischen vorsichtiger Kritik und offener Ablehnung. Einen großen und dunklen Schatten hat die Korruptionsaffäre auf die FIFA-Entscheidung geworfen.

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 Photo: fdecomite

Inmitten einer ausgewachsenen Korruptionsaffäre scheint es beinahe schon höhnisch, dass sich der Fußball-Weltverband FIFA so offen für das große Geld und für die Milliarden aus den neuen Fußball-Märkten entschied. Dass es bei der Entscheidung um Geschäfte mit den beiden Öl- und Gasimperien ging und neben den Siegern Russland und Katar vor allem einer gewinnt, nämlich FIFA-Präsident Joseph Blatter, wird von der internationalen Presse als Fakt angesehen.

Mit Katar und Russland wählt die FIFA nicht nur zwei Länder, die noch nie eine Weltmeisterschaft ausgerichtet haben, mit Osteuropa und dem Mittleren Osten betrat sie komplettes WM-Neuland. Interessant ist dabei, dass die Evaluationsberichte der FIFA nur nebensächlichen Charakter gehabt zu haben scheinen. Russland war das einzige Land, in dem die FIFA-Inspektoren ein hohes Risiko bei den Flugverbindungen feststellten, und Katar erhielt gar als einziger Bewerber das Prädikat ‘hohes Risiko’. Während die Russen dennoch schon seit Tagen als Favorit gehandelt wurden, kam die Entscheidung für das winzige Emirat Katar doch als Überraschung. Der winzige finanzstarke Wüstenstaat am Persischen Golf, der lediglich eine Million Einwohner zählt und kleiner ist als Hessen, muss die Fans bei 50 Grad im Schatten in teuren, vollklimatisierten Stadien unterbringen, Fußballkultur ist dort quasi nicht existent.

Entscheidung als Rückzahlung für Blatters Wahlkampf

DFB-Teammanager Oliver Bierhoff sah Katar „nicht als optimale Lösung“, da die Stimmung im Land ein wichtiger Faktor für das Gelingen einer WM sei. Doch nicht nur der mangelnden Fußballkultur wegen wird die Kür Katars kritisiert. Blatter soll die Vergabe an Katar persönlich gelegen kommen. Angeblich unterstützte der Emir von Katar seinerzeit den Wahlkampf des FIFA-Präsidenten und es gibt Gerüchte denen zufolge er dem Emir die WM 2022 für dessen Unterstützung zugesichert habe.

Nicht weniger kritisch wird die Kür Russlands gesehen, die uns nun 2018 mit einer „WM der langen Wege“ das Gegenstück zum Zwergenstaat Katar beschert. Im Vorfeld gab es ein hübsches Theater von Regierungschef Putin, der demonstrativ nicht nach Zürich angereist war, angeblich aus Solidarität zur FIFA, die objektiv und „ohne irgendeinen Druck“ entscheiden solle. Er kritisierte die „Schmutzkampagne“ gegen die Mitglieder der FIFA und sprach von einem „skrupellosen Wettbewerb“ – ein klarer Seitenhieb auf Mitbewerber England, wo die Medien die korrupten Machenschaften der Funktionäre aufgedeckt hatten. Mit der Kür Russlands sicherte sich Blatter nun die elf russischen Stimmen für seine Wiederwahl.

Wer der FIFA ans Bein pinkelt …

Die FIFA-Entscheidung wird als Rechnung für Englands Kritik gesehen. Das „Mutterland des Fußballs“ schied bereits im ersten Wahlgang aus und erhielt nur zwei der 22 Stimmen. Eine Blamage für die fußballbegeisterten Engländer, deren Dossier von den FIFA-Inspektoren sehr gute Noten erhalten hatte. Diese Entscheidung ist kaum nachzuvollziehen und scheint die direkte Quittung für die englische Pressefreiheit zu sein – ein Problem, das die FIFA nun wohl für 2018 ausgeschlossen hat.

Magdalena Ehnes bloggt zur Europa League und zum DFB-Pokal

 


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