Das Korallenbäumchen (Solanum pseudocapsicum), auch Jerusalemkirsche genannt, ist ein immergrüner Zierstrauch aus Südamerika. Seine weißen, sternförmigen Blüten bilden rote, orangefarbene oder gelbe Beeren. Sie sehen hübsch aus, sind aber nicht zum Essen geeignet. Mit einem hellen Platz, gleichmäßig leicht feuchter Erde und einem frostfreien Winterquartier gelingt die Korallenbäumchen-Pflege.
Botanisch gehört die Pflanze zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae). Korallenbäume der Gattung Erythrina gehören dagegen zu den Hülsenfrüchtlern (Fabaceae). Auch „Korallenstrauch“ wird für unterschiedliche Pflanzen verwendet. Der botanische Name Solanum pseudocapsicum schafft Klarheit.
Korallenbäumchen: der passende Standort
Die roten Beeren sind dekorativ, aber nicht zum Verzehr geeignet.
Stelle die Pflanze hell und geschützt auf. Volle Sonne bis Halbschatten passt. Im Zimmer ist ein heller Fensterplatz geeignet. Steht die Pflanze in der warmen Jahreszeit sehr sonnig, achte auf Blattfall und rücke sie bei Bedarf etwas aus der direkten Sonne. Vermeide pralle Sommersonne. [1][3][4]
Im Sommer kannst du das Korallenbäumchen als Kübelpflanze nach draußen stellen. Such dort einen geschützten Platz und hole es vor dem ersten Frost wieder herein. [3][4]
Korallenbäumchen gießen
Halte die Erde gleichmäßig leicht feucht und vermeide Staunässe. Ein gut durchlässiges Topfsubstrat unterstützt den Wasserabzug; die RHS empfiehlt eine torffreie, lehmhaltige Topferde. Prüfe vor dem Gießen die Oberfläche des Substrats und das Topfgewicht: Ist die Oberfläche trocken und der Topf leichter, gieße gründlich, bis etwas Wasser aus den Abzugslöchern läuft. Lass den Wurzelballen dabei nicht vollständig austrocknen. [1][2][4]
Lass den Topf vollständig abtropfen und leere Übertopf oder Untersetzer anschließend aus. Steht Wasser längere Zeit am Topfboden, bekommen die Wurzeln zu wenig Luft. Im Sommer und in warmen Räumen trocknet die Erde schneller aus; in einem kühlen Winterquartier brauchst du meist seltener zu gießen. Verlass dich daher nicht auf einen festen Wochenplan, sondern kontrolliere die Erde regelmäßig. [2]
Korallenbäumchen düngen
Während der Wachstumszeit kannst du einen handelsüblichen Flüssigdünger für Zimmerpflanzen geben. Richte dich nach der Dosierung auf der Packung und dünge nicht in trockenes Substrat. Im Winter, wenn das Wachstum nachlässt, dünge seltener oder pausiere vorübergehend. Richte dich nach Licht, Wachstum und Produktetikett. [2]
Korallenbäumchen umtopfen und schneiden
Topfe bei Bedarf im Frühjahr um, wenn der Wurzelballen den vorhandenen Topf ausfüllt. Wähle ein Gefäß mit Abzugslöchern, das nur etwas größer ist. So gehst du vor: [2][5]
- Ziehe die Pflanze vorsichtig aus dem Topf und prüfe den Wurzelballen. Sind Wurzeln dicht um den Ballen gewachsen oder treten sie aus den Abzugslöchern, ist ein Umtopfen sinnvoll.
- Lockere stark verschlungene Wurzeln vorsichtig. Entferne weiche oder faulige Stellen mit einer sauberen Schere.
- Setze den Ballen in einen nur wenig größeren Topf mit frischer, durchlässiger Topferde. Fülle die Zwischenräume auf, ohne den Stamm tiefer einzugraben.
- Gieße einmal gründlich an und lass überschüssiges Wasser ablaufen.
Ein Formschnitt ist nicht zwingend. Bei mehrjähriger Kultur kannst du zu lange oder aus der Form wachsende Triebe leicht einkürzen. Ein regelmäßiger starker Rückschnitt ist für das Korallenbäumchen nicht erforderlich. [1]
Korallenbäumchen vermehren
Du kannst das Korallenbäumchen durch Aussaat oder halbverholzte Stecklinge vermehren. Für halbverholzte Stecklinge eignet sich der Spätsommer bis zum Herbst. Wähle einen gesunden Trieb des aktuellen Jahres, dessen Basis bereits fest und dessen Spitze noch weich ist. Verwende ein sauberes, scharfes Werkzeug. [1][6]
Ein einfacher Ablauf: Kürze den Trieb auf etwa 10 bis 15 Zentimeter, schneide knapp unterhalb eines Blattknotens und entferne die unteren Blätter sowie die weiche Triebspitze. Stecke ihn in feuchtes, gut drainierendes Anzuchtsubstrat. Stelle den Topf hell, aber ohne direkte Sonne. Eine transparente Abdeckung oder ein Anzuchtkasten hält die Luft feucht; lüfte regelmäßig und achte darauf, dass das Substrat feucht bleibt, aber nicht im Wasser steht. [6][3]
Schädlinge und Krankheiten
Blattläuse, Spinnmilben und Grauschimmel können auftreten.
Das Korallenbäumchen ist nicht immun gegen Schädlinge. Kontrolliere besonders junge Triebe und die Blattunterseiten. Blattläuse sitzen oft in Gruppen an Triebspitzen oder Knospen; gekräuselte Blätter und klebrige Beläge können auf einen Befall hindeuten. Bei Spinnmilben sind feine helle Sprenkel auf den Blättern und später zarte Gespinste typische Zeichen. Kontrolliere die Blattunterseiten bei Verdacht mit einer Lupe. [1][7][8]
Bei einem ersten Befall trenne die Pflanze von anderen Zimmerpflanzen und kontrolliere sie regelmäßig. Kleine Blattlauskolonien lassen sich vorsichtig abstreifen oder abspülen. Feuchte Luft und das Abspülen der Blätter können Spinnmilben ungünstigere Bedingungen schaffen, beseitigen sie aber nicht allein. Grauschimmel erkennst du an einem grau-braunen, pelzigen Belag; entferne abgestorbene oder betroffene Pflanzenteile vorsichtig und verbessere die Luftzirkulation. [8][7][9]
Korallenbäumchen überwintern
Das Korallenbäumchen ist nicht winterhart. Hole es vor dem ersten Frost herein und stelle es hell und frostfrei auf. Geeignet ist ein heller Platz am Fenster oder ein Wintergarten, sofern dort kein Frost droht. Schütze die Pflanze vor kalter Zugluft und stelle sie nicht in eine dunkle Ecke. Eine trockene Ruhephase braucht es nicht: Gieße auch im Winter, wenn die obere Erdschicht abgetrocknet ist. In einem kühlen Raum braucht die Pflanze weniger Wasser, während ein warmer, trockener Wohnraum das Substrat rascher austrocknen lassen kann. Lass den Topf nach dem Gießen gut abtropfen und leere das Restwasser aus. [3][4][2]
Ist das Korallenbäumchen giftig?
Ja. Die Beeren und weitere Pflanzenteile sind nicht zum Verzehr geeignet. Stelle den Topf außer Reichweite von Kindern und Haustieren. Die ASPCA führt Solanum pseudocapsicum als giftig für Hunde, Katzen und Pferde. Bei möglichem Verschlucken wende dich an eine ärztliche oder tierärztliche Stelle. [3]
Häufige Fragen zur Korallenbäumchen-Pflege
Ist das Korallenbäumchen winterhart?
Nein. Das Korallenbäumchen ist frostempfindlich und braucht ein helles, frostfreies Winterquartier.
Warum verliert mein Korallenbäumchen Blätter?
Zu viel Sonne, zu viel Wasser und auch ein ausgetrockneter Wurzelballen können Blattfall auslösen. Prüfe Standort und Feuchtigkeit und passe das Gießen an. [3][4]
Warum bildet die Pflanze drinnen keine Früchte?
Für die Fruchtbildung müssen die Blüten bestäubt werden. Im Haus kann eine manuelle Bestäubung helfen: Streiche mit einem kleinen weichen Pinsel über die Staubblätter und tupfe anschließend die nächste Blüte an. [3]
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