Konservative Kapitalismus-Kritik

Von Nicsbloghaus @_nbh

Der maß­geb­lich von den USA und Großbritannien initi­ierte und vor­an­ge­trie­bene Siegeszug der Finanzwirtschaft hat viele Gesellschaften in kri­ti­sche Lagen getrie­ben

Es ist eine kaum über­wind­bare Herausforderung für der­zeit lebende Zeitgenossen, die Verschiedenartigkeit der uns umge­ben­den und auf uns ein­wir­ken­den, von unse­ren Gesellschaften her­vor­ge­brach­ten und diese wan­deln­den Entwicklungen zu erken­nen. In den tief­grei­fen­den und tem­po­rei­chen Dynamiken, die uns und unsere Leben heute prä­gen, gehen kurzfristig-flüchtige, mittelfristig-episodische als auch langfristig-anhaltende Veränderungsprozesse unauf­lös­bare Verbindungen ein. Nur, wenn es gelingt, diese Ebenen geis­tig aus­ein­an­der­zu­hal­ten, kön­nen wir die­sen nüch­ter­nen Befund täti­gen: Die soge­nann­ten moder­nen Gesellschaften sind vom “Kapitalismus”, der nichts ande­res ist als ein mäch­ti­ger gesell­schaft­li­cher Mechanismus, in eine pre­käre Lage getrie­ben wor­den. Möglich wurde dies allein des­halb, weil poli­ti­sche Steuerung oder Gestaltung, poli­ti­sche Zähmung oder Begrenzung, poli­ti­sche Kontrolle oder Korrektur zusam­men­bra­chen.

Erstaunlich, dass Kapitalismus-Kritik in Europa nun dort auf­zu­kei­men beginnt, wo sie am wenigs­tens ver­mu­tet wird. Einen Anfang tat Charles Moore, kon­ser­va­ti­ver Publizist im Vereinigten Königreich, vor kur­zem im Daily Telegraph. Daraufhin zog Frank Schirrmacher, fürs Unkonventionelle abge­stell­ter Mitherausgeber der FAZ, nach.

Beider Ausgangspunkt liegt nahe­lie­gen­der­weise darin, dass sich die poli­ti­schen Strömungen des bür­ger­li­chen Lagers im der­zei­ti­gen Geschehen nicht nur als pas­siv erwei­sen, son­dern dass sie Bedeutung und Tragweite die­ses Geschehens stand­haft igno­rie­ren (dass die­ses für alle ande­ren poli­ti­schen Tendenzen glei­cher­ma­ßen gilt, ver­mag nicht wirk­lich Trost zu spen­den).

Worin liegt die Bedeutung die­ser Versuche, dem der­zei­ti­gen Geschehen geis­tig bei­zu­kom­men? Hören wir O-Töne, zunächst von Moore…

http://www.heise.de/tp/artikel/35/35352/1.html