Können Smartphone-Apps bei der Verfolgung von Coronaviren helfen?

Die Menschheit ist weltweit mit einer anhaltenden COVID-19-Pandemiekrise konfrontiert. Überall auf der Welt unternehmen die Regierungen große Anstrengungen und treffen eine große Anzahl von Entscheidungen, um die Ausbreitung des COVID-19-Coronavirus zu verlangsamen und zu stoppen. Einige davon haben bereits Notstand ausgerufen und strenge Maßnahmen wie Heimarbeit und Schulschließungen eingeführt. Angehörige des Gesundheitswesens warnen und appellieren ständig, dass wir alle verpflichtet sind, die gegebenen Anweisungen genau zu befolgen und unnötige soziale Kontakte zu vermeiden.

Während der Corona-Quarantäne wird das Internet nicht nur zu Kommunikations-und Homeoffice-Zwecken benutzt: ob geschäftlich oder privat, ob für soziale Kontakte oder zum Zeitvertrieb und zur Unterhaltung verwendet, die meist benutzten und beliebtesten Apps sind momentan Apps wie Netflix, Facebook, Instagram usw., gefolgt mit Sportwetten, Online Video- oder Casino Spielen wie zBsp. Legacy of Dead  und andere.

FluPhone – ein Tool zur Grippenverfolgung

Zwei Wissenschaftler der Universität Cambridge in Großbritannien, Jon Crowcroft und Eiko Yoneki, haben in 2011 ein Tool zur Grippenverfolgung entwickelt, das bekannte FluPhone. Die FluPhone-Applikation soll dazu dienen verschiedene Infektionskrankheiten wie beispielsweise Grippe, zu beobachten um Epidemien einzudämmen. Mit Hilfe verschiedener drahtlosen Signale als Proxy in der Kommunikation zwischen den Verbrauchern, wurden die Nutzer aufgerufen die Symptome beziehungsweise die Krankheit anzumelden. Und wenn man mit einer Person in Kontakt war und diese in der Zwischenzeit krank geworden ist, wird man darüber per Handy-Nachricht informiert. Die Applikation soll auch die Gesundheitsbehörden dabei unterstützen, die potenzielle Ausbreitung der Krankheit zu überwachen. Obwohl dies damals als Top-Nachricht ein großes Interesse in den Medien erweckte, war die Anmeldequote in Cambridge eher niedrig – unter 1 Prozent der Menschen haben sich bereit erklärt sich tatsächlich auch anzumelden. Jon Crowcroft und Eiko Yoneki, die beiden Entwickler von FluPhone sind davon fest überzeugt: eine Applikation wie diese könnte in den gegebenen Umständen bzw. im Kampf gegen das Coronavirus sicherlich behilflich sein.

Könnte eine derartige Überwachung per Smartphone die Ausbreitung des Coronavirus bremsen?

Zur Zeit werden zahlreiche Debatten über die eventuelle Einführung der digitalen Medien als Hilfsmittel im Kampf gegen das Coronavirus geführt. Manche sind der Meinung, man sollte einfach Smartphones mit einer dafür geeigneten Technologie aktualisieren. Ist eine derartige Überwachung legitim und berechtigt? Wie wird es – und ob überhaupt – funktionieren? Kann es tatsächlich Resultate bringen? Wie sinnvoll ist es bei einer Ausgangsperre die Menschen per Smartphone-Ortung zu überwachen oder die Bewegungsdaten für individuelle Kontaktnachverfolgung des jeden Infizierten einzusetzen? Datenschutz ist generell eine eher sensible Angelegenheit, insbesondere für die Kranken. Daher bleiben auch diesbezüglich mehrere Fragen offen.

Natürlich gibt es einige Nachteile und Vorteile für die Einführung einer derartigen Überwachung: vorteilhaft ist sicher, dass das Smartphone immer bei der Hand ist. Die Forscher und Wissenschaftler könnten anhand dieser Überwachungsergebnisse sehen ob die Mobilität der Bevölkerung nachgelassen hat bzw. ob die geforderten Maßnahmen eingehalten werden, was dann wiederum für die Beurteilung der Infektionszahlen sowie für die weitere Prognosen und weitere Maßnahmen wichtig ist.

Professor am MIT Media Lab, Ramesh Raskar, arbeitet seit Februar gemeinsam mit seinem Team an einem Open-Source-Projekt namens CoEpi, genauer an der Entwicklung einer App zur Protokollierung der Menschenbewegung für den Vergleich zur Bewegung der Covid-19-Patienten. Dafür werden die verfügbare Daten der staatlichen bzw. nationalen Gesundheitsämtern bereitgestellt und verwendet. Regelrecht sollen die Nutzer nach ihrem Gesundheitszustand befragt sein und die Daten werden dann demensprechend bearbeitet und analysiert, um potenzielle Übertragungen zu identifizieren. Ein Prototyp ist bereit veröffentlicht und zum Testen bereitgestellt.

Smartphon-Überwachung in der COVID-19-Pandemiekrise – ja oder nein?

Das Konzept der Smartphone-Überwachung scheint in der gegebenen Situation eine gute Lösung zu sein, es besteht aber leider keine Erfolgsgarantie. Die Genauigkeit der bearbeiteten Daten ist fraglich, auch die Akzeptanz der Bevölkerung zu einer zuverlässigen Meldung des Gesundheitsstandes, sowie auch die Anzahl der Bevölkerung die überhaupt Ihren Beitrag dazu leisten wollen – der Mindestprozentsatz wäre in diesem Fall 20%, d. h. erst dann könnte man auch wirklich sagen dass die App eine Krankheit effektiv modellieren und ihre Ausbreitung vorhersagen kann. Der Covid-19-Ausbruch ersucht schnelle und effiziente Lösungen, parallel auf mehreren Fronten. Generell geht man davon aus dass es doch einen Versuch wert ist, wobei die Unterstützung der Tech-Unternehmen eine entscheidende und unentbehrliche Rolle haben.

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