Kompressionskleidung – die richtige Bekleidung beim Sport

Die Wichtigkeit der Ausrüstung und der richtigen Bekleidung beim Sport ist in den letzten Jahren, vor allem auch im Breitensport, enorm angestiegen. Kompressionskleidung, Gewichtheberschuhe, GoreTex Jacken und Profi-Laufschuhe sieht man heute praktisch an jedem Hobbyathleten. Dieser Artikel befasst sich nun hauptsächlich mit dem Thema Kompressionskleidung. Was nutzt sie wirklich und welche Vorteile liefert Kompressionskleidung im Vergleich zur klassischen Sportbekleidung? Antworten auf diese Fragen, findest du hier.

Kompressionskleidung – der Grundgedanke

War man vor wenigen Jahren noch schockiert, als man einen Mann in einer Kompressionshose gesehen hat, gehört es heute in das alltägliche Bild bei Fitnessstudio Besuchern und Läufern. Auch wenn es für einige ein modisches Fauxpas darstellt, kommt der Grundgedanke der Kompressionskleidung ursprünglich aus der Medizin. Der von Außen wirkende Druck erleichtert den Rückfluss des Blutes in den Venen. Muskeln und Organe können schneller mit Sauerstoff versorgt werden, da das Blut schneller zum Herzen zurück fließt.

Reine Wissenschaft oder tatsächliche Vorteile?

Ein schnellerer venöser Rückfluss des Blutes – reine Theorie?

Über die tatsächlichen Vorteile der Kompressions Kleidung gibt es – wie bei praktisch jedem Thema im Bereich Sport – unterschiedliche Meinungen. Laut einer Untersuchung von Dr. Billy Sperlich (Sporthochschule Köln) liefert diese besondere Art der Funktionskleidung keinen bewiesenen Nutzen auf die sportliche Leistung. Dem gegenüber stehen einige Wissenschaftler, die durch Studien belegt haben, dass das Tragen von Kompressionskleidung einen positiven Effekt auf die Trainingsleistung hat.

Eine dieser Studien fand heraus, dass Läufer 24 Stunden nach der Belastung eines intensiven Dauerlaufes weniger Muskelkater hatten. Eine weitere Studie belegt, dass 12 Radprofis, die Kompressionskleidung trugen, von einer durchschnittlichen Leistungssteigerung von 15 Watt bei einem Fahrtest an der anaeroben Schwelle profitierten.

Ähnlich positive Effekte konnte auch Dr. Wolfgang Kemmler von der Universität Erlangen beobachten. Bei einer Studie unter seiner Leitung wurde festgestellt, dass Läufer, die mit Kompressionskleidung trainierten, im Stufentest wesentlich länger laufen konnten und an der aeroben Schwelle eine signifikant höhere Geschwindigkeit erreichten.

Fazit

Ob Kompressions Kleidung nun bei jedem Hobbysportler eine messbare Verbesserung der Leistung bewirkt, sei dahingestellt. Fakt ist, dass es zahlreiche Studien gibt, in denen diese positiven Effekte beobachtet werden konnten. Letzten Endes sollte jeder Athlet den Selbstversuch gemacht haben und einmal in Kompressions Kleidung trainiert haben. Auch wenn die physiologische Wirkung umstritten ist, kann es durchaus zu einer Leistungssteigerung durch den Placeboeffekt kommen…

Ein Gastartikel von Alon Lerner.
Foto: © Photographee.eu – Fotolia.de


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