Kommunizieren mit Körper-(Zellen)

Telefonzellen am Maximilianplatz 1968; Foto: Juergen/Timeline Images

Telefonzellen am Maximilianplatz 1968; Foto: Juergen/Timeline Images

Vor zwei Tagen war ich Probandin bei einem Workshop in dem es um Körpersprache und das Lösen von Blockaden ging. Ich wage mich manchmal auf neues Terrain und nachdem ich eine zehntägige Auszeit von meinem Smartphone ganz locker und mit nur wenigen Kommunikations-Blockaden überstanden hatte (nur mein Umfeld lief Amok), fühlte ich mich gut gewappnet mit drei Frauen und drei Männern in die Gruppenarbeit einzusteigen.

Gleich zu Beginn des Workshops erfuhr ich recht perplex, dass wir Menschen zu 80% über Körpersprache und nur zu 20% über gesprochene Sprache kommunizieren. Ich als Texterin und professionelle „Sabbeltasche“ hatte die Sache genau umgekehrt eingeschätzt. Oh je, dachte ich, was kann die Körper-Energie-Expertin jetzt alles durch meine Becken-, Nacken-, Kinn-Haltung über mich erfahren? Am liebsten wäre ich samt meiner Motivation und dem gesunden Pausensnack aus dem Saal der Schauspielschule getürmt.

Die Neugier siegte. Und da wir zu Beginn des Kurses uns gegenseitig versprachen „das alles Erlebte im Raum bleibt“ möchte ich nur die Essenz verraten: Tief ausatmen ist sehr wichtig. Wahrnehmen und möglichst nicht werten ebenfalls. Mit dem Wahrnehmen sind die eigenen Gedanken, Körpervorgänge, aber auch der Mensch gegenüber gemeint. Denn wir stellen eine innere und äußere Haltung in den Raum und erzeugen damit eine Resonanz. Klingt voll „eso“, ist aber simpel und funktioniert verblüffend. Jeden Tag aufs Neue. Und da die Welt aus mehr Missverständnissen als erfolgreicher Kommunikation besteht, trägt man als Einzelner viel zur eigenen Entspannung und Verständigung bei wenn wir uns den Raum für eine Haltung und Botschaft nehmen. Am besten so vollkommen analog, also von Angesicht zu Angesicht, statt per sms, Mail, WhatsApp, Twitter.

Im digitalen Zeitalter zähle ich mich nun zum Kommunikations-Typ gelbe Telefonzelle. Da musste man hingehen, die schwere Tür öffnen (es roch meist eigentümlich), den haptisch gut geformten Hörer abnehmen, Münzen einwerfen, wählen, warten, sprechen. Das Design der Telefonzelle ist perfekt, die Funktionalität ausgereift, der Stand stabil, die Handhabung unkompliziert und absolut privat. Außer es quetschte sich noch eine Freundin mit rein. Das fühlte sich schön nah an. Beim Kommunizieren sollten wir uns (wieder) räumlich nahe sein, ein Lächeln spendieren und tief ausatmen, locker in der Hüfte bleiben. Das geht nicht immer, könnte aber öfter der Fall sein.

Und weiß vielleicht jemand, wo noch eine Telefonzelle steht?


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