Kommentar: Anschläge von Paris, gestern

Hallo, ihr Lieben!

Eigentlich wollten wir heute Pause machen. Niveau-Klatsch ist wenig politisch, befasst sich hauptsächlich mit der Welt der Schönen und Reichen und blendet die Probleme der Welt hier häufig bewusst aus. Wer uns liest, möchte unterhalten werden. Trotzdem gibt es Themen, zu denen auch ein Boulevard-Online-"Blättchen" sicherlich nicht schweigen sollte.

Dennis war gestern bei der Premiere von Hans Klok, Bekannte von uns bei Sebastian Pufpaff, wir haben es uns auf der heimischen Couch gemütlich gemacht. Vermutlich haben wir wie viele von euch erst heute morgen mitbekommen, was gestern in Paris passiert ist, 128 Tote und 180 Verletzte gefordert hat. Heute morgen haben U2 ihr Konzert abgesagt, das Comedyduo Badesalz wird heute abend auch nicht auftreten. Den meisten ist weniger zum Lachen zumute.

Mittlerweile hat sich der IS zu den Anschlägen auf die französische Hauptstadt bekannt. In einem Bekennerschreiben, so war gerade auf 1Live zu hören, sei erwähnt, dass sich Frankreich ganz weit oben auf der Feindesliste befände. Erschreckend. Zum Einen durch die mehr oder weniger direkte Verbindung auf Grundlage der so gefestigten deutsch-französischen Freundschaft, zum Anderen aufgrund der Tatsache, dass es sich um ein Nachbarland handelt und der Terror nun auch irgendwie vor der eigenen Haustüre stattfindet.

Neben der Trauer mit den Angehörigen der Opfer, die man nicht kannte, und mit denen man sich dennoch seit gestern irgendwie verbunden fühlt, ist auch ein wenig Angst. Was kommt? Wird Deutschland in den kommenden Jahren womöglich auch zum Terrorschauplatz? So richtig weiß das wohl keiner. Was wir wissen ist, dass es viele Menschen gibt, die sich auch nach gestern nicht einschüchtern lassen wollen. Menschen, die aufgrund der Ereignisse noch näher zusammenrücken und einen gemeinsamen Feind ausgemacht haben. Währenddessen quillen die sozialen Netzwerke über. Hasskommentare, Bestürzungen, Mitleid mit den Angehörigen... alles vertreten. Zeitgleich positionieren sich Politiker vor den Kameras der Sender und ringen nach Worten. Wer könnte es ihnen verübeln?

Das Konstrukt "Europa" und seine Werte werden in der heutigen Zeit auf eine ziemlich harte Probe gestellt. Weihnachten steht quasi vor der Tür und an vielen Orten der Welt sieht es alles andere als friedlich aus. Traurig. Irgendwie möchte ich mich, wie so oft, mit einem flapsigen, aufmunternden Spruch aus diesem Post verabschieden, aber es geht nicht. Humor, Mutmachen und den "ganz normalen Wahnsinn" weiter voran treiben funktioniert eben nicht immer. Das Leben ist kein Wunschkonzert. Schön wär's trotzdem.

Liebst,

Conny

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