Kochen ist Chefsache: Berechenbares Kulinarik-Kino fürs Gemüt

 

Kochen ist Chefsache: Berechenbares Kulinarik-Kino fürs Gemüt

Seit 7. Juni schwingen Jean Reno und Michaël Youn als ungleiches Koch-Duo im Kino die Kochlöffel, der Trailer zum Film verrät nur soviel: Es geht um Essen, Kochen und zwei Antagonisten, die zusammen drei Michelin-Sterne retten müssen. Ein Leckerbissen für Kino-Kulinariker oder magere Kost mit geschmackloser Story? Wir haben uns den Film angesehen – ob ihr das auch tun solltet verraten wir euch hier. Von David Seitz

Alexandre (Jean Reno) und Jacky (Michaël Youn) sind Köche aus Leidenschaft, mit einem kleinen Unterschied: Alexandre ist eine alternde Koryphäe, Fernsehkoch und Sternegastronom. Jungspund und Tagträumer Jacky kocht ambitioniert – jedoch nur für seine Frau und beschäftigt sich mehr damit Alexandres Vita nachzukochen, als sich endlich einen richtigen Job zu suchen. Was die beiden verbindet ist die missliche Lage in der sie sich befinden. Alexandre scheinen die Ideen auszugehen, Jacky das Geld. Damit die Geschichte der beiden grundverschiedenen Charaktere den nötigen Drive erfährt, entdeckt der Sternekoch im talentierten Hobbykoch durch Zufall seinen neuen Praktikanten, als der gerade ein Altersheim mit futuristischer Küche beglückt.

Der junge Emporkömmling begegnet seinem neuen Mentor mit einer Unbekümmertheit und Aufmüpfigkeit, die dem Kochprofi zunächst gar nicht schmeckt. Doch als der merkt, dass die Ideen seines neuen Schützlings ihm seinen bedrohten, dritten Stern retten könnten, öffnet er sich nach und nach für dessen eigenwillige kulinarische Ideen. Für Jacky kommt erschwerend hinzu, dass er seinen unbezahlten Ausflug in die Haute Cuisine vor seiner schwangeren Frau geheim halten muss, die er im Glauben lässt, er verdiene als Maler das Geld für die junge Familie. Eine perfekte Basis für allerlei klaumaukige Momente.

Die Handlung von Kochen ist Chefsache ist jedoch so vorhersehbar wie ein Sonntagsfilm im Dritten – diesen Vorwurf muss sich Regisseur Daniel Cohen gefallen lassen. Alexandre feuert Jacky, stellt ihn zwei Tage später wieder ein, weigert sich wehement seine Ideen ernst zu nehmen und lässt sich dann doch darauf ein. Überraschungsmomente sucht man hier vergebens – unerwartete Wendungen einzuflechten war wohl auch nicht der Anspruch der Produzenten. Vielmehr liefert Kochen ist Chefsache eine Vielzahl ästhetischer Essensbilder und eine humorvoll gestrickte Geschichte, die manchmal an der Grenze zur französischen Kitsch-Romanze kratzt, sich aber immer wieder fängt.

Dabei liegt über dem gesamten Film ein leicht surrealer Schleier – hervorgerufen durch die Charakterzeichnung von Jacky, der von Michaël Youn gespielt wird. Dessen extreme und zuweilen clownhafte Mimik kann man entweder als unterhaltsam oder als stark überzeichnet empfinden. Jedenfalls raubt sie der Geschichte ihre reale Anmut, oder – um es positiver zu formulieren – haucht sie ihr eine Prise Traumwelt ein. Unterstützend wirkt dabei auch die deutsche Synchronstimme von Michaël Youn (Stefan Krause), die frappierend an die von Robin Williams in Mrs. Doubtfire erinnert. Kochen ist Chefsache ist unterhaltsames Familienkino, bietet für Kochfans zwar keine grundlegend neuen Einblicke in die Welt der Sterneküche, behält jedoch durchgehend den thematischen Bezug zur Kulinarik und wird die meisten Hobbyköche deshalb auch gut unterhalten.


 


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