Knochenentzündung – Spondylitis

Bei Spondylitis handelt es sich um eine bakterielle oder durch Pillzsporen hervorgerufene Infektion der Knochen bzw. der Wirbelkörper, die zu Entzündungen führt und auch das Knochenmark betreffen kann. Erfahre alles über Ursachen, Symptome, Diagnosemöglichkeiten und therapeutische Maßnahmen.

Knochenentzündung – Spondylitis Lesedauer: 10 min by Roland Späht | 07.05.2018

Spondylitis: Wenn Knochen sich entzünden

Unerklärliche Rückenschmerz in Verbindung mit Fieber und Schwellungen können die Symptome einer Entzündung von Knochen durch Bakterien oder Pilzsporen sein. Am häufigsten tritt eine Spondylitis nach Operationen oder entzündete Stellen am Körper auf. Das Wichtigste dabei ist schnell zu handeln um größere Schäden am Knochen zu vermeiden.

1. Zuerst lesen!

Was erfährst Du in diesem Artikel?

Wir möchten Dich an dieser Stelle über Ursachen, Symptome, Diagnosemöglichkeiten und therapeutische Maßnahmen einer Knochenentzündung, medizinisch als Spondylitis - Osteomyelitis bezeichnet, informieren.

Wie ist dieser Artikel zu lesen? Du hast von Spondylitis - Osteomyelitis schon mal gehört und möchtest Dir einen kurzen Überblick über die Erkrankung verschaffen? Du hast bereits Rückenbeschwerden und versuchst Dich über mögliche Ursachen aufzuschlauen?
    Lese Dir als erstes die Symptome durch, wenn sie teilweise oder gänzlich auf dich zutreffen ist es sinnvoll den kompletten Artikel zu lesen.

2. Was ist eine Spondylitis?

Mehrere Begriffe eine Ursache, Entzündungen im Bereich der Wirbelsäule die durch Bakterien oder Pilzsporen hervorgerufen werden.

  • Spondylitis bedeutet übersetzt "Wirbelkörperentzündung",
  • Osteomyelitis wiederum heißt "Infektion des Knochenmarks",
  • Osteitis ist eine "Knochenentzündung".

Der Begriff Osteitis setzt sich mehr und mehr durch, da sich in den meisten Fällen nicht nur das Knochenmark sondern auch Teile des Knochens entzünden. Somit ist das Krankheitsbild umfassender beschrieben.

Im Normalfall treten bei Infektionen der Wirbelsäule mehrere der oben genannten Krankheitsbilder auf und sind deshalb nur durch die befallenen Regionen und den dazugehörigen Begrifflichkeiten abzugrenzen.

3. Symptome

Die Symptome einer Spondylitis sind oftmals ordinäre Rückenschmerzen, die sich im Laufe der Zeit verschlimmern.

  • Leitsymptome
  • Begleitsymptome
  • selten sind ausstrahlende Schmerzen in Arme oder Beine
  • sehr selten Bauch- oder Brustschmerzen - erschwert die Diagnose, da zuerst andere Ursachen vermutet werden
  • radikuläre Schmerzen
  • sehr selten Lähmungen, Kribbeln, Taubheit aufgrund einer Radikulopathie oder im spezielleren einer Ischialgie
  • Bildung einer Skoliose durch Instabilität in der Wirbelsäule

4. Ursachen

Eine Infektion wird durch Bakterien (Staphylokokken) oder Pilze hervorgerufen, die bei offenen Knochenbrüchen oder Operationen eingeschleppt werden. Darüber hinaus kann durch andere entzündliche Stellen wie offene Wunden und Abszesse, eine Wanderung von Erregern durch die Blutbahn erfolgen.

Diese setzen sich am Knochen fest und können entzündliche Prozesse in Gang setzen. In manchen Fällen führt auch ein Harnwegsinfekt oder auch entzündete Zahnwurzeln zu einer Infektion, speziell hier sind schnelle Diagnosen äußerst schwierig.

Faktoren wie

  • Diabetes (Zuckerkrankheit),
  • Übergewicht,
  • krankhafte Organe wie Niere oder Lunge sowie
  • ein schlechtes Immunsystem

können eine Infektion begünstigen.

5. Diagnose

Eine frühzeitige Diagnose einer Spondylitis ist oft nicht gegeben. Die meisten Betroffenen haben bereits drei Monate Beschwerden bis zur Diagnosestellung. Die Dauer bis eine gezielte Behandlung begonnen wird ist daher sehr wichtig und sollte so kurz wie möglich sein, um Schäden an der Wirbelsäule oder neurologische Beeinträchtigungen zu vermeiden.

Neben einem ausführlichen Beratungsgespräch sollte auch eine körperliche und neurologische Untersuchung stattfinden. Eine Blutuntersuchung auf Entzündungswerte wie

geben zusätzlich Aufschluss, ob eine Infektion im Körper vorliegt.

Eine weitere Untersuchungsmöglichkeit bieten bildgebende Verfahren, wie ein MRT, was hier das Mittel der Wahl sein sollte. Dieses bietet die Möglichkeit den Entzündungsherd genau zu lokalisieren und den Fortschritt der Spondylitis festzustellen.

Hinzu kommt, dass der Erreger genau identifiziert werden sollte um eine passende Therapie einzuleiten. Die sicherste Methode neben einer Operation ist die Entnahme einer tiefen Gewebeprobe mittels einer Feinnadelpunktion.

6. Therapie

In erster Linie gilt es die Entzündung durch die Einnahme von Antibiotika abklingen zu lassen. Die Therapie wird allerdings von folgenden Faktoren beeinflusst:

  • Höhe der Entzündungswerte
  • Bereits entstandene Schäden an den Wirbelkörpern/Bandscheiben
  • neurologische Auffälligkeiten

Sind die Schäden an der Wirbelsäule (Bandscheiben, Spinalkanal) sehr gering und keine Lähmungen vorhanden, erfolgt eine intensive und lange, an den Erreger angepasste Therapie mit Antibiotika. Als weitere therapeutische Maßnahme wird das tragen eines Korsetts zwischen 6 - 8 Wochen empfohlen, um die Wirbelsäule ruhig zu stellen.

Sind bereits Knochenteile abgestorben wird der Infektionsherd durch den Körper eingekapselt. Somit ist er für gegebene Antibiotika unerreichbar und muss operativ behandelt werden um das Fortschreiten der Entzündung aufzuhalten.

In diesem Fall werden abgestorbene Knochenteile entfernt und die infizierten Stellen ausgeräumt. Im Anschluss werden auflösbare Antibiotikaträger in die befallene Stelle gelegt und ein Knochenaufbau durch Transplantation durchgeführt.

Die vorbeugenden Maßnahmen sind sehr begrenzt, die Wichtigsten sind eine gute Wundversorgung und eine optimale Behandlung von Wundinfektionen.

Wichtig!

Bei einer Infektion ist eine frühzeitige Diagnose der entscheidende Faktor. Wenn grippeähnliche Symptome, zunehmender Rückenschmerz und schlechte Wundheilung vorhanden sind kann das ein Indiz für eine Spondylitis sein. Weitere Untersuchungen sollten dann schnellstmöglich folgen.

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