Kleiner Test

Von Hubertuswiedermann

Am nächsten Sonntag findet in Frankfurt der Lufthansa Halbmarathon statt. Ein schöner Wettkampf mit flachem Profil auf gutem Asphalt, der für viele Teilnehmer der erste richtige Wettkampf im neuen Jahr bedeutet. Er dient perfekt dazu, die Form aus dem Wintertraining heraus zu überprüfen oder sein Tempo für die kommenden Marathonläufe richtig einschätzen zu können.

Um einen kleinen Anhaltspunkt für den Sonntag zu haben, hatte ich für unser heutiges Lauftraining eine Tempoverschärfung über eine Distanz von 6km geplant, die aber erst auf der zweiten Streckenhälfte absolviert werden sollte. Durch verschiedene Umstände schrumpfte unsere heutige Laufgruppe auf zwei Personen – Markus und meine Wenigkeit – was unserer Laune aber keinen Abbruch getan hat.

Um 9:00 Uhr trafen wir uns am Volksfestplatz und trabten mit lockerem Tempo Richtung Radweg, auf den es dann die nächsten 23km über Niedernberg, Blaue Brücke, Sulzbach, Obernau und wieder nach Aschaffenburg zurück ging. Nach meiner Vorbelastung der letzten Tage lag mein Puls wieder deutlich höher als gewöhnlich und auch meine Atmung war mehr gefordert, als das Tempo es normalerweise tun würde, kommt halt auch noch meine Allergie gegen Hasel, Birke und Erle dazu.

Das Wetter war nahezu perfekt. Nach kurzer Zeit kam die Sonne zum Vorschein und verwöhnte uns mit ihren wärmenden Strahlen. Kaum Wind und auch die Strecke war fast menschenleer, Fasching eben. Nach 7km forcierte ich unmerklich das Tempo, um etwas Vorbelastung in die Beine zu bekommen. Nach Niedernberg musste ich einen kurzen Stop einlegen, da mir mein Pulsgurt um den Bauchnabel gerutscht war.

Danach liefen wir kontrolliert bis zur blauen Brücke und danach begannen Markus und ich unsere „Sprinteinlage“. Als Vorgabe sollte die Geschwindigkeit gelaufen werden, die man sich nächsten Sonntag über die Halbmarathondistanz zutraut. Bisher steht Markus Bestzeit über die Halbmarathondistanz bei 1:36h. Da er aber in Goldbach schon eine 40:00min stehen hat und in Jügesheim sogar unter 40min geblieben ist, kann man davon ausgehen, dass er diese Zeit pulverisieren wird.

Meiner Einschätzung nach sind für ihn eine Zeit von 1:28h oder sogar leicht darunter im Bereich des Möglichen. Damit müsste er jeden Kilometer in 4:10min laufen, aber alles halb so schlimm. Am Donnerstag konnte Markus die 400m auf der Bahn auch problemlos in 1:20min laufen. Unsere Temposteigerung verlief äußerst geschmeidig und fließend, also nicht abrupt.

Unser Ergebnis konnte sich sehen lassen. Die Zeiten für die sechs Kilometer – 4:04/4:03/3:56/3:59/4:00/3:43min – verhielten sich alle sehr gleichmäßig. Den Rest der Strecke liefen wir dann schön regenerativ mit entspannter Miene und nach 1:42h hatten wir die knapp 23km hinter uns gebracht.

Da heute der Karnevalsumzug in Aschaffenburg stattfand, verzichteten meine Frau und ich auf einen Spaziergang und blieben schön zuhause und genossen die Ruhe der Zweisamkeit. Um 14:00 Uhr rief mich Paul an und wir verabredeten uns um 16:00 Uhr zu einer kleinen Radeinheit. War gar nicht so einfach, um diese Uhrzeit aus der Stadt zu kommen, da wegen des Umzugs die ganzen Strassen von der Innenstadt gesperrt waren.

Nach einigen Irrfahrten fand ich dann doch noch eine Lücke, durch die ich hindurch schlüpfen konnte und war so doch noch einigermaßen pünktlich. Paul führte seinen neuen Renner aus und so waren wir beide ein flottes Gespann. Es ging flach nach Obernburg und über den Flurbereinigungsweg wieder zurück nach Aschaffenburg, denn es wartete ja noch unser Schwimmtraining auf uns, besser gesagt auf mich.

Um 18:30 Uhr trafen wir uns dann noch einmal zu einer schönen Schwimmeinheit, bei der Marcel das Training vorgab. Damit endet die zweite Belastungswoche, in der ich insgesamt auf 21h Training komme. Die nächste Woche steht im Zeichen der Entlastung mit mindestens einem Ruhetag. Am Ende der Woche werde ich dann beim Halbmarathon in Frankfurt in die Wettkampfsaison 2011 starten.



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